- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
09.11.2018, Einweihung des sechsten Bad Harzburger Geschichtspunkts am Schalom-Denkmal - gestiftet von Herrn Dirk Junicke.
Artikel und Video zur Einweihung des 6. Bad Harzburger Geschichtspunkts

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018
Dokumentation der Rede von Dr. Peter Schyga, Verein Spurensuche

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018
Dokumentation der Rede von Frank Heine, Goslarsche Zeitung

Zum Rechtsextremismus der Nachkriegszeit - Nachdenken über Begriffe und ihre historischen Bezüge
Dokumentation des Vortrags von Dr. Peter Schyga am 24.05.2018 im ehem. Standesamt Goslar

Steinsiek, Peter-Michael: Zwangsarbeit in den staatlichen Forsten des heutigen Landes Niedersachsen 1939 - 1945
Neuerscheinung

Zwangsarbeit in Liebenburg: Versuch einer Spurensuche
Präsentation des Vortrags von Dr. Friedhart Knolle in Liebenburg

Dokumentationsort Reichserntedankfest auf dem Bückeberg
Spurensuche Harzregion aus Goslar zur aktuellen Auseinandersetzung um das Projekt. Resolution

Markus Weber: "Das ist Deutschland und es gehört uns allen" Juden zwischen Akzeptanz und Verfolgung im Kurort Bad Harzburg
Buch, Sommer 2016

Peter Schyga: Goslar 1945 - 1953. Hoffnung - Realitäten - Beharrung.
Neuerscheinung

Dr. Peter Schyga. Über die Volksgemeinschaft der Deutschen
Neuerscheinung. Begriff und historische Wirklichkeit jenseits historiografischer Gegenwartsmoden

Dokumentation: Veranstaltung - Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertrieben nach 1945
Vortrag und Präsentation der Veranstaltung vom 21. Januar 2016 in Jürgenohl

Publikationen zur Zeitgeschichte - insbesondere NS-Zeit und ihren Nachwirkungen
Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Konzept

Auschwitz und die Nachkriegszeit: Das Beschweigen und die Integration des IG-Farben Funktionärs aus Monowitz H. Schneider in die Stadtgesellschaft Goslars
Vortrag

UNSER HARZ: Gedenkstätte "Russenfriedhof" am Massengrab der Sprengstoff-Fabrik Tanne in Clausthal-Zellerfeld
Pressemitteilung zur Ausgabe Januar 2014

Dr. Peter Schyga. NS-Macht und evangelische Kirche in Bad Harzburg
Neuerscheinung.

Peter Lehmann: geachtet - geleugnet - geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode
Neuerscheinung. Pressemitteilung.

Frank Baranowski. Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929 - 1945
Neuerscheinung. Rezension

Nachreichung: Goslar und die Harzburger Front - die Radikalisierung des Bürgertums.
Vortrag im Rahmen der Ausstellungspräsentation am 26.4.2012 im Kreishaus Goslar

Nachreichung: Im Gleichschritt zur Diktatur? Der "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten" in der Harzburger Front1
Vortrag

Nachreichung: Zur Einführung in die Ausstellungspräsentation am 24.4.2012 im Kreishaus Goslar
Rede

NS-Geschichte der Goslarer Fa. H.C. Starck aufgearbeitet - Bd. 5 "Spuren Harzer Zeitgeschichte"
Presseinformation

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Die Formierung des "Rechtsextremismus der Mitte"

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Frieden undenkbar?

Politisches Frühjahr 1933: Terror und Gewalt - Begeisterung und Jubel
Vortrag von Dr. Peter Schyga

Nachreichung: Rede von Peter Schyga während der Ausstellungseröffnung zur Harzburger Front in Wernigerode
Redeprotokoll

Auf den Spuren der NS-Kriegswirtschaft im Harz
Artikel zum Thema in "Der Zeppelin" erschienen

"Festung Harz - Die extreme Rechte im Landkreis Goslar und der niedersächsischen Harzregion"
Vortragsveranstaltung am Freitag, den 27. August um 19:00 Uhr, in der Jugendherberge Goslar, Rammelsberger Straߟe 25, Raum Rammelsberg

"Geschichte und Geschichten aus Hahndorf am Harz, Band 1"
Neue Chronik von Hahndorf erschienen

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Dokumentation des Symposiums

Der Reichsnährstand in der Reichsbauernstadt - Eine symbiotische Beziehung?
Redebeitrag von Dr. Peter Schyga auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Wie die Nazis die Bauern betrogen
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Das Erntedankfest als Einfallstor für die religiöse Üœberhöhung des "Führers"
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Ausstellungskatalog - Neuerscheinung

Vorstellung der neuen Broschüre "NS-Zwangsarbeit in Seesen am Harz - ein fehlendes Kapitel Stadtgeschichte"
08.12.2009, 12:00Uhr, Bürgerhaus Seesen

Pressemitteilung
Dokumentation zur Harzburger Front aufgrund der großen Nachfrage in Neuauflage erschienen

Neuerscheinung: "Du sollst keinen Gott haben neben mir"
Neuerscheinung - Buchveröffentlichung am 09. Oktober 2009 in der Marktkirche

Katalog zur Ausstellung "Harzburger Front - Im Gleichschritt in die Diktatur"
Neuerscheinung - Ausstellungskatalog

Ein mahnendes Zeitdokument in Bildern
Neuerscheinung - NS-Zeit in Herzberg

Ausstellung Harzburger Front
Ausstellungsflyer zum Download

Beitrag in - Der Harly - Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm
Artikel über den Harly in der NS-ZEit

Neue Broschüre: Arbeiten für Groß-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg
Pressemitteilung

Von der Ausgrenzung zur Vernichtung - Leben und Leiden Goslarer Juden 1933 - 1945
Ausstellung in der Marktkirche Goslar vom 09. - 26. Nov

Neuerscheinung - Zwangsarbeit bei Gebr. Borchers/H.C. Starck - "Briefe meines Vaters 1943 - 1945"
Im Februar 1943 wurde Max Dalkowski bei einer Straßenrazzia in Warschau festgenommen...

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 2
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Harzburger Front von 1931 - Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik.

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 1
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Die Reichspogromnacht am 09./10. Nov 1938 in Goslar.

Holocaust-Gedenktag 2007
Dokumentation der Veranstaltung in Langelsheim

Die NS-Rüstungsaltlast "Werk Tanne"
Sprengstoffproduktion im Harz

Rundgang durch die "Reichsbauernstadt"
Stätten der NS-Herrschaft in Goslar

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 2
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 1
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

Buchbesprechung - Dr. Peter Schyga: Goslar 1918 - 1945
Von der nationalen Stadt zur Reichsbauernstadt des Nationalsozialismus - Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Quellen und Literaturverzeichnis
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 11
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 10
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 9
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 8
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 7
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 3
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 2
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 1
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

1944/45: Der Bau der Helmetalbahn
Sklavenarbeit mitten in unserer Heimat

Die verdrängte Vergangenheit
Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, 65 Abb., 15-seitiger Dokumentenabdruck

Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar
Verein Spurensuche Goslar e.V., Wolfgang Janz, Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar, Goslar 2003

Spurensuche Goslar in der Bundestagsdebatte
Deutscher Bundestag, 114. Sitzung, Berlin, Donnerstag, den 6. Juli 2000

"Gebt uns unsere Würde wieder" - Die Briefe
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

"Gebt uns unsere Würde wieder"
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

Von "Dora" bis zum Bahnhof Oker
Das Wegzeichenprojekt Westharz und der Marsch des Lebens

Zur Umweltgeschichte der Firmen Gebr. Borchers & H.C. Starck und der Ahnenerbe-Rüstungsforschung der Waffen-SS in Goslar - Teil 4

C-Waffenforschung

Auch in der C-Waffenforschung war die Firma aktiv; die Datenlage ist jedoch widersprüchlich (GRID 1993). Die früher vermutete Herstellung des Kampfstoffes Adamsit durch Gebr. Borchers AG hat sich nicht bestätigt.

Im wehrwirtschaftlichen Erzeugungsplan 1938 wurde vorgeschlagen, im Rahmen des Vierjahresplans Arsenik aus dem Radhausberg/Steiermark bei Borchers als Vorprodukt für die Herstellung chemischer Kampfstoffe einzulagern.

Zudem war Borchers auf dem Feld der Umarbeitung von Imprägnierungsstoffen für Gasmaskenfilter aktiv.

Nach anderen Quellen, u.a. Aussagen von ehemaligen Chemikern der Firmen, soll an einem 2-Komponenten-Kampfstoff gearbeitet worden sein, der zwei Aufgaben erfüllen sollte:

Der mittlerweile verstorbene Zeitzeuge H.F., der bei H.C. Starck und Gebr. Borchers als Fahrer beschäftigt war, berichtete, er habe im März oder April 1945 - also unmittelbar vor dem Einmarsch der Amerikaner - nachts eine Wagenladung "Gelbkreuz" in das Steinfeld gefahren und dort vergraben (GRID 1993). Die Aktion soll von Dr. Friedrich Borchers persönlich geleitet worden sein. Eine gezielte Suche nach diesen vergrabenen Kampfstoffen, die auch eine jahrzehntelange Lagerung überstehen, ohne an Gefährlichkeit einzubüßen, hat trotz Information der zuständigen Behörden bis zum heutigen Tage nicht stattgefunden.

Ein weiteres Indiz für die Handhabung von chemischen Kampfstoffen während der Rüstungsproduktion im Dritten Reich lieferte die Aussage eines Zeitzeugen, der in der Nachkriegszeit bei der Fa. Gebr. Borchers beschäftigt war. Er berichtete, dass er zusammen mit einem Kollegen 1955/56 in der sog. “Feldherrenhalle” leere Gelbkreuz-Fässer vorgefunden habe, die dann von der Firma sofort beseitigt wurden.

Exkurs I: "Himmlers Rasputin" Karl Maria Weisthor (Wiligut) im Goslarer Werderhof

"1940, May: Karl Maria Weisthor (Wiligut) moves to Goslar, which has figured so prominently in his vision of Germany's ancient past. He and his housekeeper reside at the Werderhof until 1943 when they move to a small SS guesthouse on the Worthersee in Carinthia. They spent the rest of the war in Austria." (nach MUND 1982 und GOODRICH-CLARKE 1992).

Immer wieder scheint von den frühen Vertretern eines "esoterischen Nationalsozialismus" große Faszination auszugehen. Legenden und Fakten, Mythen und Spekulationen halten sich die Waage. Einer derjenigen, die eine schillernde Rolle im Umfeld des "Ordens unter dem Totenkopf" spielten, nannte sich "Weisthor" und wird gemeinhin mit Rasputin, dem skurrilen Wunderheiler am Hofe Zar Nikolaus’ II., verglichen: Karl Maria Wiligut.

Weisthor alias Karl-Maria Wiligut gehörte zu den führenden Köpfen des esoterischen Flügels des Nationalsozialismus. Er war der Mann, der die Wewelsburg fand und daraus das esoterische Zentrum der SS gestalten wollte, er entwarf den Runenring, hob das SS-Amt Ahnenerbe aus der Taufe und fand kurz nach Kriegsende in scheinbar geistiger Umnachtung sein Ende.

Wiligut wurde am 10. Dezember 1866 in Wien geboren, diente in der k.u.k.-Armee und kam sehr bald in Berührung mit Schriften des völkischen Neuheidentums. Wiligut berichtete später, dass sein Großvater ihn bereits in die Geheimnisse der Runen eingeführt, die Einweihung in bestimmte formelhafte Sprüche eine geheime Familientradition dargestellt habe. Er lernte früh Vertreter des ariosophischen Neuen Templer-Ordens (O.N.T.) um Lanz von Liebenfels kennen, denen er sich verbunden fühlte. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er großenteils an der Italien-Front verbrachte, machte er eine großangelegte Verschwörung von Freimaurern und Juden für den Zusammenbruch des Habsburger-Reiches verantwortlich. Er trat als Folge seiner Abneigung gegen die Machtverhältnisse der Nachkriegszeit einem Freikorps bei, gründete einen Antisemitenbund und die Zeitschrift Eiserner Besen. Auch aktivierte er seine alten Kontakte zum O.N.T., dessen "Ostara"-Schriften er sehr begrüßte. Im Unterschied zu den ausgesprochen antichristlichen Vorstellungen eines Guido von List fand Wiligut im Schriftgut des O.N.T. gedankliche Nähe zu seinen eigenen Vorstellungen eines germanischen Christentums, das auf rassischen Komponenten beruhen sollte.

Doch schon bald wurde der Höhenflug seiner Entdeckerphase beendet. Auch aufgrund seiner enormen wirtschaftlichen Überschuldung wurde Wiligut 1924 durch Antrag seiner völlig verzweifelten Ehefrau entmündigt und in die Salzburger Nervenheilanstalt eingeliefert. Erst als er 1927 entlassen wurde, nahmen Vertreter esoterischer Gruppen, vor allem der "Edda-Gesellschaft", verstärkt Kontakt zu dem "Wissensträger" auf.

1933 engagierte sich Wiligut in der neugegründeten "Deutschen Glaubensbewegung", die als großer naturreligiöser Dachverband geplant war, um eine Lobby für kirchlich nicht Organisierte zu bieten. Im November 1933 trat er offiziell in die deutsche SS ein, wo er sein Pseudonym "Weisthor" annahm. Bereits nach sechs Monaten erhielt er den Rang eines Standartenführers verliehen. Seine rege publizistische und organisatorische Tätigkeit begann. Ein gegen dieses Engagement gerichtetes Disziplinarverfahren der österreichischen Behörden verlief im Sande. Wiligut wurde statt dessen in den persönlichen Stab Heinrich Himmlers aufgenommen, fand dort aber auch Kritiker vor, die den selbsternannten "geheimen deutschen König" und "Weistumsträger" als "Spinner und Oberspinner" abwerteten.


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Weisthor alias Karl-Maria Wiligut

Der Website http://www.myway.de/secretlab/dturbu57.htm sind folgende Passagen entnommen: "Was den - vom Großvater über den Vater vererbten - Gotenstock des Oberst angeht: Er war sehr schön gearbeitet, wahrscheinlich - der Farbe nach - von edlem Holz; der goldene Knauf stellte, wenn ich mich recht entsinne, einen Kopf dar. Wiligut benutzte ihn aber nicht als Stütze beim Gehen, sondern trug ihn nur immer bei sich, wobei auffiel, dass er ihn manchmal in für mich sehr geheimnisvoller Weise benutzte, zum Beispiel bei unserem ersten Besuch in Goslar, einer für ihn besonders bedeutungsvollen Stadt, wo er im Vorbeigehen dreimal an den Brunnen klopfte, wohl im Glauben, dass ich es nicht bemerkt hätte - denn er sagte nichts, und ich fragte aus Scheu auch nicht danach. Dass der Oberst aber vieles wußte, was uns allen verborgen war, hat er gerade bei diesem Besuch in Goslar auf recht überraschende Weise bewiesen. Das war ein recht eigenartiges Erlebnis...

Der Oberst hatte uns schon früher erzählt, dass die Klus bei Goslar eine große Bedeutung gehabt hätte für die "Zigeuner", deren "heimlicher König" er selbst gewesen sein soll, wie vor ihm andere ungarische Magnaten. Er erzählte uns von deren neun "Geboten", die aber uralte Symbole seien und nichts mit den "10 Geboten" der Bibel zu tun hätten. Die einzelnen Bedeutungen dieser "Gebote" weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass wir alle, die wir mit ihm zur Klus gingen: Frau Darré, Frau v. Rheden, Annemarie Köppen und ich (ob Frau v. Kanne dabei war, weiß ich nicht mehr), recht zweifelten an dem Gehörten. Als wir dann auf der Klus waren, zeigte die junge Führerin uns aber Leuchter, auf denen untereinander neun römische Ziffern standen und sagte dazu, diese symbolisierten die Gebote der "Zigeuner", die zu Hochzeiten, Taufen oder dergleichen immer auf die Klus kämen...

Abends trafen wir uns und Herr v. Kanne erzählte, dass seine Familie einem alten Femgeschlecht entspringe - sie hatten auch die alte Femrose im Wappen. Worauf der Oberst meinte, dann müßten sie auch einen Schlangenring in der Familie haben, wovon jedoch nichts bekannt war. Am nächsten Tag fuhren der Oberst und ich mit unserem Adjutanten nach Berlin zurück. Ein paar Tage später kam Frau v. Kanne nach Berlin und zeigte mir - noch ganz erregt - in einer Streichholzschachtel den - Schlangenring. Sie wollte ihn dem Oberst zeigen und erzählte mir, daß die Herren am Abend nach dem erwähnten Gespräch alle am Kamin bei Kannes zusammensaßen und von dem Schlangenring sprachen. Darré hätte immer wieder darauf gedrängt, in dem Schrank, in dem die Familienerbstücke und eine Chronik der Kannes aufbewahrt wurden, nachzusehen, ob nicht doch so ein Ring vorhanden war, während Kanne jedesmal erwidert hätte, das sei ausgeschlossen, er kenne jedes Stück. Auf Darrés Drängen hat er schließlich eine Schatulle mit altem Schmuck herausgeholt, um es zu beweisen. Dabei sei er an einen kleinen, unbekannten Knopf gestoßen, worauf eine versteckte kleine Schublade aufsprang, in welcher dieser Schlangenring lag! Dass uns dergleichen überzeugte, war wohl kein Wunder."

Wiligut gab bis zuletzt ernsthaft an, er stehe als letzter Irmine in der Traditionsreihe eines geheimen deutschen Königs. Nach Bekanntwerden seines Entmündigungsverfahrens war Wiligut für Himmler schließlich nicht länger tragbar, er wurde aus dessen direktem Mitarbeiterstab verbannt. Himmler erhielt aber dennoch aus einigem Abstand heraus die Beziehung zu dem alten Runenforscher aufrecht. Nach seiner Entlassung aus der SS verbrachte Wiligut noch drei Jahre in seinem geliebten Goslar - er wohnte im Werderhof, wo er auch nach Übernahme durch die Gebr. Borchers AG weiterhin bleiben durfte. Am 3.1.1946 starb der 80jährige an den Folgen eines Schlaganfalls in Arolsen (LANGE 1998).

Schon BETHA (1913) glaubte an eine "germanische Urkreuzigung" in der Nähe von Goslar. Da die esoterische Literatur von den Bibliotheken nicht archiviert wurde, ist diese dubiose Schrift nur schwer zugänglich. BETHA glaubte ernsthaft an Goslar als Jerusalem, Klein-Rom und sogar Troja; den Brocken hielt er u.a. für den Berg Zion. In Bethas krudem Durcheinander aus völkischer Germanengläubigkeit und haarsträubendem Unsinn findet man u.a. den Glauben, dass die beiden Goslarer Erhebungen Petersberg und Georgenberg Reste des biblischen Ölberges seien (von Wiliguts seinerzeitigem Wohnsitz im Werderhof waren beide Erhebungen mit einem kurzen Spaziergang erreichbar).

Da sich bei wichtigen Eckpunkten Übereinstimmungen finden, zieht LANGE (online) den Schluss, dass Wiligut aus dem Buch von BETHA sein esoterisches "Wissen" über Goslar bezog. Da Wiligut eine charismatische Persönlichkeit besaß, folgte Darré wahrscheinlich seinem Rat, als er 1934 Goslar zur Reichsbauernstadt machte. In neuer Zeit ist das Machwerk von Betha "das" Grundlagenwerk eines neuen Templer- und Deutschritterordens.

Exkurs II: Der Schoß ist fruchtbar noch ... - "Ur-Europäer" in Goslar

Zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung hatte der Verein "Ur-Europa e.V.", der sich selbst als "Gemeinnützige Gesellschaft für prähistorische Geschichte, Kultur und Religion" bezeichnet, vom 25. - 28. 9. 1998 in die Goslarer Jugendherberge eingeladen. Hinter "Ur-Europa e.V." verbirgt sich die "Gesellschaft für europäische Urgemeinschaftskunde/Hermann Wirth-Gesellschaft". Prof. Dr. Hermann Wirth (1885 - 1981) war der eigentliche Vater der 1935 unter maßgeblicher Beteiligung hoher NS-Funktionäre gegründeten "Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte - Deutsches Ahnenerbe". Vorsitzender des Kuratoriums des Vereins wurde der "Reichsführer SS", Heinrich Himmler, persönlich. Die enge Anbindung des Vereins "Deutsches Ahnenerbe" an die verbrecherische SS-Führung wird auch daran deutlich, dass fast alle Mitarbeiter des Vereins in die SS übernommen wurden. So wurde Hermann Wirth zum SS-Hauptsturmführer. Ungeachtet der Auflösung des NS-Staates setzten Wirth und seine Anhänger ihre Aktivitäten auch nach 1945 fort.

Zu der Goslarer Tagung wurden zahlreiche hochkarätige Referenten eingeladen: Frithjof Hallmann aus Stockholm, dessen Beiträge man sowohl im damaligen NPD-Organ »Deutsche Nachrichten«, in der "Deutschen Wochenzeitung" des DVU-Chefs Frey als auch im "Ostpreußenblatt" finden kann, Dr. Reinhard Preuß aus Braunschweig, Prof. Norbert Rikus, Prof. Dr. Wolfram Zarnack aus Göttingen, Prof. Dr. Dieter Braasch aus Marburg, 1997 auch Autor im einschlägig bekannten "Grabert-Verlag", Irmgard Luchterhand aus Detmold, Prof. Dr. Vroege aus Gouda/NL und Max Seurig aus Dresden. Letztere beide Referenten waren 1994 auch zu Gast bei einer Tagung des "Arbeits- und Forschungskreis Walter Machalett". Machalett gehörte dem "Armanen-Orden" an, der "das germanische Volkstum als Hauptstamm der weißen Rasse" ansieht.

Exkurs III: Gebr. Borchers/H.C. Starck und die Juden Die Frau des Firmenchefs Hermann C. Starck, Klara, war Jüdin; aufgrund dieser Tatsache gab es latente Spannungen mit den Nazis und entsprechende Probleme für die ganze Familie Starck. Aufgrund der starken gesellschaftlichen Stellung des Unternehmers Hermann C. Starck überlebte die Familie das NS-Regime.

Die einzige Tochter, die spätere Chemikerin Dr. Barbara Mez-Starck (1924 - 2001), begann nach der Schulzeit in Berlin 1942 das Chemiestudium in Freiberg, das sie aus rassischen Gründen nach einem Semester abbrechen musste. Die meisten ihrer Verwandten mütterlicherseits kamen in Auschwitz um; sie selbst überlebte die NS-Zeit als Laborhilfe im väterlichen Betrieb in Goslar und nahm ihr Chemiestudium 1946 wieder auf (www.chemie.uni-ulm.de/strudo/mez.html). Hermann C. Starck hielt seine Hand über weitere Mitarbeiter, die mit dem Regime in Konflikt geraten waren: der Mitarbeiter Dr. Hans Adelung, seit 1936 in der Firma, hatte aus politischen Gründen seinen Beruf als Jurist an den Nagel hängen müssen; der im Februar 1940 eingestellte Mitarbeiter Hellwarth Lahusen entging durch rege Reisetätigkeit nicht näher erläuterten Nachstellungen der Gestapo. Hermann C. Starck selber wurde in den Waldheimer Prozessen 1950 wegen Unterstützung des NS-Faschismus zu 20 Jahren Zuchthaus und Einziehung des Vermögens verurteilt, 1951 aber begnadigt. Das Urteil wurde 1991 gerichtlich für ungültig erklärt (www.hcstarck.com/medien/allgemein/downloads/wolfram.pdf).

Im Januar 2003 teilte der Sohn des o.g. Borchers-Entomologen Dr. Hugo Salaschek, Dr. Manfred Salaschek/Ibbenbüren, mit, dass sein Vater Halbjude war, der "versuchte, unentbehrlich zu werden und nicht ins KZ gesteckt zu werden. Dieser Versuch misslang; er wurde ausweislich seines mir vorliegenden Haftentschädigungsbescheides Ende 1944 zunächst zwei Tage in Blankenburg und dann knapp drei Monate im Gestapo-Internierungslager Derenburg (Ostharzvorland) der Blankenburger OT-Einsatzgruppe Kyffhäuser - Bauleitung - interniert, konnte aber von Derenburg kurz vor Kriegsende gemeinsam mit einem Mithäftling fliehen. Seines Wissens kamen viele andere Lagerinsassen um." Die Firma zahlte der Ehefrau während des "OT-Einsatzes" eine freiwillige Wirtschaftsbeihilfe. - Beim genannten Blankenburger Internierungsort handelte es sich offenbar um das von PAPE (2001) genannte Gestapolager, in dem auch sog. Mischlinge I. Grades, also Halbjuden, interniert und zu Schwerstarbeit gezwungen wurden. Um diese Baracke gibt es in Blankenburg derzeit eine Auseinandersetzung, weil sie - trotz ihres Denkmalcharakters - zu Gunsten eines Baugebietes abgerissen werden soll. Das Derenburger OT-Lager ist bei WEINMANN (1990) genannt; die in der Korrespondenz mit Dr. Salaschek während seines OT-Einsatzes genannte Postadresse ist "Derenburg/Harz bei Halberstadt, Schützenhaus, OT-Einsatzgruppe."

Exkurs IV und Ende

Unveröffentlichte Gedichte aus der Kriegszeit von Dr. Hugo Salaschek (aus dem Nachlass zur Verfügung gestellt von Dr. Manfred Salaschek)

Ist alles vertan?

Zerfahren die Wege
die Felder voller Sand,
nur wenige Stege
verbinden das Land
mit der Welt. -
Selbstherrlicher Wahn
ist grausam zerschellt
auf ruhmloser Bahn!
Rauchende Trümmer
- Kulissen nur -
zerstören den letzten Schimmer
alter Kultur.


Nichts bleibt mehr,
was unser ist! -
Doch von fern her
grünt der Wald und vergißt
das Sterben -
und blüht
wider alles Verderben,
das sich drohend zusammenzieht, ---
als finge das Leben erst an,
voll Sehnsucht und Lust .... -


Ist alles vertan? --
Bangend klopft das Herz in der Brust.


15.2.1945

Erdarbeiter
(im Zwangsarbeitslager)

Wir werfen die Erde Hauf zu Hauf,
gute, fruchtbare Erde
und graben sie zu und graben sie auf
mit müder und schwerer Gebärde.

Sie hängt an unseren Schaufeln und Spaten
lehmig und naß.
Es ist der Bodenlehm unserer Katen
hinter der Stadt an der Straß'.


Die Arbeit gewogen nach Pfennig und Maß
- kärgliches Leben -
voll Nöten und Sorgen ohn' Unterlaß. ---
Zäh bleiben die Schollen kleben,
bis unsere Fäuste die Hacken erfassen,
ob gut oder schlecht,
und unsere Herzen erlernen das Hassen,
zu wenden das Unrecht zum Recht.


Februar 1945

Ist's schon so weit?
(im Zwangsarbeitslager)

Fühlst Du die ersten Regentropfen ?
Frühling wird's !
Hörst du den Buntspecht im Föhrenwald klopfen ?
Frühling wird's ! -
Und doch erst Februar.
Ein zeitiges Jahr ....
Treibt mächtig zur Wende,
zum raschen Ende
der Winterzeit. --
Ist's schon so weit?


Literatur und Quellen
(es ließ sich aus historischen Gründen nicht vermeiden, Quellen zu zitieren, die z.T. einem rechtsradikalen Hintergrund nahe stehen; der Autor distanziert sich ganz ausdrücklich von diesem Umfeld!)

Wir boten den Firmen Borchers/H.C. Starck schon vor Jahren unsere Zusammenarbeit an und sind auch gern bereit, unsere Unterlagen zur Verfügung zu stellen, sofern die Firma diese nicht selbst im Archiv hat. Außerdem regten wir an, die neuen Erkenntnisse in die Neuauflage der Werderhof-Monographie einfließen zu lassen. Auf dieses Angebot ist die Firma bisher jedoch bedauerlicherweise nicht eingegangen.

Dipl.-Geol. Friedhart Knolle, Spurensuche Goslar e.V.

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