<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>
<rss version="2.0">

<channel>
    <title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
    
    <link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
    <description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>
    <pubDate>Sat, 23 Jan 2016 16:42:00 +0200</pubDate>
    <generator></generator>

    <language>de-de</language>
    <item> 
        <title><![CDATA[Dokumentation: Veranstaltung - Displaced Persons, Fl&uuml;chtlinge und Vertrieben nach 1945]]></title>
        <link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/156</link>
        <comments></comments>
        <pubDate>Sat, 23 Jan 2016 16:42:00 +0200</pubDate>

        <creator>PV</creator>
        
        <category><![CDATA[publikationen]]></category>
                <keywords><![CDATA[dokumentation, veranstaltung, goslar, fl&uuml;chtlinge, refugees, st. georg, displaced persons]]></keywords>
        <description><![CDATA[Vortrag und Pr&auml;sentation der Veranstaltung vom 21. Januar 2016 in J&uuml;rgenohl]]></description> 
            <content><![CDATA[
<b>Peter Schyga</b>: Vortrag auf der Veranstaltung von Spurensuche Harzregion am 
21. Januar 2016 im Gemeindesaal der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg in 
Goslar/J&uuml;rgenohl mit dem Titel: <br><br>
<b>Fremde: Displaced Persons, Fl&uuml;chtlinge und Vertrieben nach 1945</b><br> <br>
Intro:- Dank - herzlich willkommen <br><br>
<table cellspacing=0 cellpadding=0>
<tr>
<td colspan=3 bgcolor='blue'></td>
</tr>
<tr>
<td width=1 bgcolor='black'></td>
<td style='padding:8px;'>
<i>
Redaktionelle Anmerkung: Die Veranstaltung mit knapp 100 Teilnehmern bestand aus zwei Teilen. Friedhart Knolle ist zu Beginn mit einer Pr&auml;sentation auf die lokalen Forschungen zu den DPs eingegangen. Diese ist unter dem Dateinamen "SPU Displaced Persons" als pdf auf dieser website einzusehen. <br><br>
Friedhart hat mich gebeten, in die schriftliche Version meines Vortrags einige Worte in seinem Sinne zu den DPs einzuf&uuml;gen. Das habe ich getan und im Text entsprechend ausgewiesen. <br><br>
Meinen Vortrag habe ich redaktionell ein wenig bearbeitet, ohne den Charakter als Rede zu ver&auml;ndern.<br><br>
Der Kabarettist Bernd Krage Sieber hat die Veranstaltung mit zwei eigenen Liedern eingerahmt. <br><br>
Peter Schyga </i>
</td>
</tr>
<tr>
<td colspan=3 bgcolor='blue'></td>
</tr>
</table>
<br><br>

<iframe src="https://docs.google.com/file/d/0B98B44DkmoviSWxMaGxmRFZub0pBMzU3U1lsT0tZdi14dXpn/preview" width="400" height="480"></iframe>
Text als <a href="https://docs.google.com/file/d/0B98B44DkmoviSWxMaGxmRFZub0pBMzU3U1lsT0tZdi14dXpn/edit">PDF</a>
<br>
<iframe src="https://docs.google.com/file/d/0B98B44DkmoviNy14VVBYRTBYNVZYa09wLXVVVnhkRU45UGxj/preview" width="400" height="320"></iframe>
Text als <a href="https://docs.google.com/file/d/0B98B44DkmoviNy14VVBYRTBYNVZYa09wLXVVVnhkRU45UGxj/edit">PDF</a>
<br><br>
Ich m&ouml;chte zu Beginn der Wortbeitr&auml;ge dieses Abends erl&auml;utern, warum und zu welchem Zweck wir diese Veranstaltung machen. 
<br>
Eine zeithistorische Behandlung des Themas Flucht, Vertreibung, Deportation vor 70 Jahren scheint auf den ersten Blick weit weg von den Zuwanderungs- und Integrationsproblemen zu sein, mit denen wir in der Gegenwart konfrontiert sind. Doch die helfenden Menschen heute bei uns sehen sich allein gelassen, ja zunehmend isoliert oder sogar diskreditiert. Denn: Das Handeln der Politikerinnen und Politiker konzentriert sich mehr und mehr auf das Ausdenken von Restriktionen und das Entwickeln von Abwehrstrategien. Von allen Seiten des politischen Spektrums prasseln ideologische Breitseiten auf Ankommende und ihre f&uuml;rsorgenden Helferinnen und Helfer ein, dass sie Falsches, ja Sch&auml;dliches t&auml;ten. <br><br>
So abgedroschen der Satz "aus der Geschichte lernen" auch immer wieder klingt: Eine historische Einordnung der Migrationsproblematik in der Gegenwart halten wir f&uuml;r bitter n&ouml;tig, um den geradezu irrlichternden Debatten, billigen Polemiken oder auch hass- und ressentimentgeladenen Tiraden von Rassisten und Deutsch-Volkst&uuml;mlern im prolligen oder intellektuellen Gewand begegnen zu k&ouml;nnen. 
<br><br>
Die Anfeindungen gegen Angela Merkel sind ja nur die Spitze des Eisbergs. Sie sollen alle treffen, die wie sie mit dem Motto "Wir, diese Gesellschaft und ihre Menschen schaffen das" in t&auml;glicher Praxis Hand anlegen, ihren Kopf anstrengen, um den Opfern von Krieg und Vertreibung zur Seite zu stehen. 
<br><br>
Diese Formulierung "Opfer von Krieg und Vertreibung" stammt aus den deutsch/alliierten L&auml;nderfl&uuml;chtlingsgesetzen von 1947 und sp&auml;ter, ist Bestandteil der UN-Fl&uuml;chtlingscharta, sie steht auf jedem entsprechendem Mahnmal. Sie ist nicht als hohler Spruch gedacht, sondern als Appell zum Handeln. 
<br><br>
Doch dieser Appell muss in der Gegenwart so unterf&uuml;ttert werden, dass entsprechendes politisches Handeln eine Perspektive bekommt. Und diese Perspektive erhalten wir, indem wir uns als Gesellschaft dar&uuml;ber verst&auml;ndigen, wie wir uns im Heute und in der Zukunft mit der Tatsache auseinandersetzen, dass von den 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, viele, sehr viele bei uns eintreffen werden. Wir m&uuml;ssen uns auf die Tatsache, dass wir nicht nur schon lange ein Einwanderungsland sind, sondern dass noch sehr viele Migranten zu uns - nach Europa, nach Deutschland - kommen werden, endlich einlassen und damit Strategien entfalten, wie diese Entwicklung, die viele soziale, politische und kulturelle Probleme mit sich bringt, zu bew&auml;ltigen ist. 
<br><br>
Wir als Einheimische in Deutschland und Europa m&uuml;ssen das zu ebenso wie diejenigen, die hier ankommen. Dabei ist vor allem anderen, vor Sozial- und Bildungsprogrammen, vor polizeilichen, gesetzlichen und Verwaltungsma&szlig;nahmen grundlegend, dass wir uns auf das Fremde und die Fremden bei uns einstellen, genauso wie umgekehrt die Fremden sich auf das f&uuml;r sie Fremde einlassen m&uuml;ssen, ohne jeweils etwa ihre kulturellen oder religi&ouml;sen Gewohnheiten verleugnen zu sollen Diese grundlegende Erkenntnis hat uns eigentlich die Erfahrung von Flucht und Vertreibung vor 70 Jahren gelehrt. Diese Erfahrung ist integraler Bestandteil fast aller deutschen Familiengeschichten. Sie scheint hier und da versch&uuml;ttet, manchmal verleugnet, doch ihr latentes Vorhandensein ist ganz bestimmt ein Motiv f&uuml;r die Empathie, die den Fl&uuml;chtlingen von heute entgegengebracht wird - etwa im Vergleich mit anderen L&auml;ndern Europas. Diese Erfahrung lehrt zudem, dass der Prozess des Ankommens in der Fremde und des Akzeptierens des 
Fremden sehr, lang, &uuml;ber Generationen dauert und schwierig ist - Und dass er letztendlich doch erfolgreich bew&auml;ltigt werden kann. Darum geht es heute hier. 
<br><br>
Und um zu dieser Kl&auml;rung einen kleinen Mosaikstein beizusteuern, widmen wir uns heute dem gr&ouml;&szlig;ten Migrationsprozess des 20. Jahrhunderts in Europa, der mit Flucht, Vertreibung und Zwangsverschleppung durch das nationalsozialistische Deutschland im M&auml;rz 1933 begann - vergessen wir bei dem Thema n&auml;mlich bitte nicht die Vertreibung von Tausenden aus dem NS-Reich -und erst in den sp&auml;ten 60er Jahren zu einem gewissen Abschluss kam, um in den 90er Jahren neue Nahrung zu erhalten, dann wieder abzuebben, um nun im "Fl&uuml;chtlingsstrom" des Jahres 2015 eine scheinbar neue Qualit&auml;t zu erhalten. 
<br><br>
Friedhart Knolle wird mit der Zwangsarbeitermigration, die mit Okkupation und Eroberungskrieg der NS-Herrschaft 1938 begann, nach 1945 beginnen. 
<br><br>
Danach will ich in groben Z&uuml;gen die wichtigsten sozialen, politischen und zwischenmenschlichen Probleme der Migrationsstr&ouml;me seit 1944/45 anrei&szlig;en und dann die konkreten Schwierigkeiten hier vor Ort ansprechen. 
<br><br>
<b>Einf&uuml;gung Dps</b>: Tausende von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sind in den Jahren der NS-Eroberungsz&uuml;ge aus ganz Europa nach Goslar verschleppt worden. Sie wurden nicht nur in den gro&szlig;en Industriebetrieben eingesetzt, sondern dienten auch Handwerkern und Gewerbetreibende in der Stadt als billige Arbeitskr&auml;fte. Der Verein Spurensuche und andere haben diesen Prozess 
und die Schicksale Vieler ausf&uuml;hrlich erforscht und dokumentiert. Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 10. April 1945 in die Stadt kamen diese Menschen frei. Die meisten konnten - oder mussten laut interalliiertem Abkommen - relativ schnell in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ckkehren. Etliche Hundert blieben vorerst in Goslar, einige f&uuml;r lange Zeit. Sie wurden nun auf Gehei&szlig; der Britischen Besatzungsmacht ordentlich versorgt und menschenw&uuml;rdig untergebracht. Ehemalige Zwangsarbeiter stellten nun Anspr&uuml;che, die etliche B&uuml;rger der Stadt und deren politische F&uuml;hrung als unangemessen betrachteten. <br>
Tats&auml;chlich stellten die DPs eine Konkurrenz um Nahrung, Kleidung, Unterkunft zu den ankommenden Fl&uuml;chtlingen dar. Dieses Kapitel Nachkriegsgeschichte wurde allerdings - auch von uns - noch nicht so weit erforscht, dass wir konkrete Aussagen machen k&ouml;nnen. Diese L&uuml;cke auszuf&uuml;llen wird gewiss Impetus f&uuml;r unsere Arbeit sein. 
<br><br>
<b>Schyga Fortsetzung</b>
<br><br>
Wir sind mit dieser Veranstaltung hierher nach J&uuml;rgenohl gekommen, weil dieser Stadtteil f&uuml;r viele Menschen das &auml;u&szlig;erlich sichtbare Produkt des langen und schwierigen Prozesses des Ankommens in der Bundesrepublik nach Flucht und Vertreibung 1945 und danach abbildet. Wir haben also gehofft, dass Menschen aus diesem Stadtteil kommen, die das Erleben ihrer Familien pr&auml;sent haben und hier auch gern zur Sprache bringen. Dazu m&ouml;chte ich ermuntern. In dieser Erwartung werde ich also heute wenig von Einzelschicksalen referieren - die &uuml;berlieferten Akten sind voll davon -, sondern mich bem&uuml;hen, einen &uuml;bersichtlichen Blick in die Zeit zu geben. In diesem Zusammenhang danke ich Jutta Pein, die vor langer Zeit eine Examensarbeit zum Thema geschrieben hatte und mir ihre wertvollen Unterlagen zur Verf&uuml;gung gestellt hat. 
<br><br><br>
Die Phasen der Str&ouml;me von Hilfesuchenden und ihre Auswirkungen auf die Stadt kann man allgemein fassen: 
<br><br>
<u>1. Welle</u>: Im Winter 1944/45 kamen die ersten Fl&uuml;chtlinge aus dem Osten, dieser Zustrom setzte sich nach der Kapitulation in der <u>2. Welle</u> fort. In diesem Zeitraum - bis in das Fr&uuml;hjahr 1946 - war Goslar im wesentlichen Durchgangsstation, nur wenige der Ankommenden blieben hier. Das sollte sich dann grunds&auml;tzlich &auml;ndern. 
<br><br>
Mit der Durchf&uuml;hrung der in Potsdam im Juli/August 1945 von den Alliierten beschlossenen Zwangsvertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten (Aktion Schwalbe) begann die <u>3. Welle</u> im Fr&uuml;hjahr 1946, die ihren H&ouml;hepunkt im Juli 1946 hatte und erst 1949/50 endete. Vielen Fl&uuml;chtlingen blieben noch lange Lagerleben und, wenn sie Gl&uuml;ck hatten, &auml;u&szlig;erst beengte Wohnverh&auml;ltnisse nicht erspart. Die Lager waren: ehemaligen Kriegsgefangenen-, Zwangsarbeiterlager, Kasernen, Bunker, Fabriken, Schulen oft erweitert mit den ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten Nissenh&uuml;tten. 
<br><br>
Auch acht Jahre nach Kriegsende (also 1953) lebten im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland noch 508.000 Fl&uuml;chtlinge und Vertriebene in insgesamt 2.600 Wohnlagern, vor allem in den 'Hauptfl&uuml;chtlingsl&auml;ndern' Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 1.600 Lager mit einer Wohnbev&ouml;lkerung von 140.000 Menschen gab es in Niedersachsen, 1958 noch 907 mit 75.000 Bewohnern. Von den 2,6 Millionen Fl&uuml;chtlingshaushalten in der Bundesrepublik besa&szlig; 1950 ein Viertel eine eigene Wohnung. Bei den Einheimischen betrug der Anteil ein Drittel. Die Wohnungsbelegung war von 3,8 Personen pro Wohneinheit 1939 auf sechs 1950 gestiegen. Erst der etwa 1950 massiv einsetzende Wohnungsbau - auch und gerade in Goslar - &auml;nderte die Verh&auml;ltnisse allm&auml;hlich entscheidend. Noch am 1. Juni 1953 titelte die GZ &uuml;ber einen Bericht zur Ratssitzung: "Goslars Problem Nr. 1: Wohnungsbau." 
<br>
Erst in den sechziger Jahren waren die Wohnverh&auml;ltnisse von Einheimischen und Zugewanderten weitgehend angeglichen. Die letzten Lager wurden zu Beginn der 1970er Jahre aufgel&ouml;st. <sub>(zit. n.: Jochen Oltmer: Migration, in: Steinwascher u. a. 
(Hrsg.): Geschichte Niedersachsens Bd.5 S. 965-1022, hier S. 1005) </sub>
<br><br>
Ich erinnere mich noch sehr gut aus meiner Grundschulzeit in S-H Anfang der 60er Jahre an Mitsch&uuml;lerinnen und Mitsch&uuml;ler aus Lagern am Stadtrand und auch mit Scham daran, wie sch&auml;big sie oft von uns Einheimischen behandelt wurden. Und dabei: ich bin auch ein Migrant der 2. Generation aus Oberschlesien, wie sie aus meinem Namen unschwer schlie&szlig;en k&ouml;nnen. Mein Vater, Jg. 1926, hatte eine polnische Geburtsurkunde. 
<br><br>
Wir haben es also allein bei den Unterbringungsproblemen von Migration mit langen Zeitr&auml;umen zu tun. Integration in den Arbeitsmarkt, in die Kultur und das gesellschaftliche Leben in der Fremde sind dabei noch gar nicht angesprochen. 
<br><br>
Doch Zur&uuml;ck ins Goslar nach 1945:
<br><br>
Von 1939 bis 1950 nahm die Wohnbev&ouml;lkerung in Nds. trotz der Kriegstoten v. 4,5 Mio. auf 6,8 Mio. um fast f&uuml;nfzig Prozent zu. Das war ein im Vergleich zu heute ein wirkliches Problem, stellte sich als eine reale soziale Krise f&uuml;r die Gesellschaft der Nachkriegszeit dar. 
<br><br>
Bis Anfang der 50er Jahre gelangten 1,825 Mio. Fl&uuml;chtende in das Gebiet des heutigen Niedersachsen. Im Oktober 1946 waren es schon 1,475 Mio. gleich 22,9% der Wohnbev&ouml;lkerung. Sie machten 1950 27,2% der Wohnbev&ouml;lkerung aus. Zum gleichen Zeitpunkt hatte Schleswig-Holstein 837.000 Fl&uuml;chtende aufgenommen gleich 31,6% der Wohnbev&ouml;lkerung. 
<br><br>
Insgesamt waren nach den Daten der Volksz&auml;hlung von 1950 12,5 Mio. Fl&uuml;chtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in die Bundesrepublik und die DDR gelangt. Bundesweit machte das einen Anteil von 16,5% aus. Deren Verteilung auf die Bestatzungszonen war sehr unterschiedlich: 1947 lag der Anteil der Fl&uuml;chtlinge an der Gesamtbev&ouml;lkerung in der SBZ bei 
24,3%, in der amerikanischen Zone bei 14,3, der britischen 14,5 - konzentriert auf Niedersachsen und Schleswig-Holstein und damit hier erheblich h&ouml;her - der franz&ouml;sischen 1 Prozent. Diese ungleiche Verteilung bildet einen st&auml;ndigen Herd der Beschwerde und Klage. Ich komme drauf zur&uuml;ck. 
<br><br>
In der Stadt Goslar stieg die Einwohnerzahl von 1945 bis 1950 von knapp &uuml;ber 28.000 auf 42.000. Im Oktober 1946 betrug der Anteil der Vertriebenen in der Einwohnerschaft 32 Prozent. Heute betr&auml;gt der Anteil der Fl&uuml;chtlinge an der Gesamtbev&ouml;lkerung der Bundesrepublik 13 Promille. Ich denke, diese v&ouml;llig unterschiedlichen Dimensionen des Problems Fremde m&uuml;ssen wir einfach mal registrieren. 
<br><br>
Es galt also diese vielen Leute unterzubringen, zu kleiden, zu ern&auml;hren, ihnen Energie zur Verf&uuml;gung zu stellen, sie in Arbeit zu bringen und ihnen ein Dach &uuml;ber dem Kopf zu erm&ouml;glichen. Es galt die gesamte Infrastruktur der Stadt zu erweitern: Trinkwasser und Kanalisation konnte nicht mehr ausreichen, das Gesundheitswesen war &uuml;berfordert, zumal durch die schlechte Ern&auml;hrungs- und 
Hygienesituation die Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Krankheiten hoch war. Bildungswesen und &ouml;ffentliche Ordnung mussten organisiert werden - und das alles unter den Bedingungen der Besatzung, dem Versuch des Neuaufbaus von Verwaltung und Staat, bei einer verbreiteten Orientierungslosigkeit in der Bev&ouml;lkerung, die von der Vision eines &uuml;ber die Welt herrschenden Herrenvolkes in die Niederungen 
eines Underdogs gefallen war. 
<br><br>
Die Fl&uuml;chtlingssituation im Jahr 1945 sei anhand eines zeitgen&ouml;ssischen Berichts geschildert: Von Anfang Oktober bis Ende November 1945 kamen 22.315 Fl&uuml;chtlinge an, 21.526 wurden weitertransportiert. 1186 meldeten sich in Goslar an. Im Bericht des Oberlagerleiters Otto Bohnsack v. 5.11.1945 und 27.1.1946 hei&szlig;t es: 
<br>
Ab Mitte Juni sei es so richtig losgegangen mit der "Betreuung von Ortsfremden": Drei K&uuml;chen wurden eingerichtet: Rammelsberg-Kaserne, Oberschule f&uuml;r Knaben, Pestalozzi-Schule. In der 2. Julih&auml;lfte mussten die Fl&uuml;chtlingsfamilien die Rammelsberg- und Burgdorfkaserne verlassen, weil die Briten dort Polen unterbringen wollte. Die Fl&uuml;chtlinge verlie&szlig;en Goslar, fanden Bleibe in der Stadt oder zogen in die Schillerschule und die Goslarhalle, "die unter erheblichem Aufwand von Arbeitskr&auml;ften, Zeit und Geld als 
Fl&uuml;chtlingslager hergerichtet worden war. Da die Goslarhalle sich weniger als Dauerwohnung f&uuml;r Familien eignete, 
<br>
<i>[diesen Satz aus dem Jan. 1946 merken Sie sich bitte, die Goslarhalle wird noch Thema sein], </i>
<br>
wurden die Soldaten aus der Pestalozzischule mit den Familien aus der Goslarhalle ausgetauscht." Im September der n&auml;chste Umzug: R&auml;umung der Schillerschule, rein in die Oberschule f&uuml;r M&auml;dchen. Heimkehrende Kriegsgefangene in die Vititorkaserne. Im Oktober dann die n&auml;chste "gro&szlig;e Fl&uuml;chtlingsbewegung": R&auml;umung von Pestalozzischule, Goslarhalle und Oberschule f&uuml;r M&auml;dchen, die Leute kamen nach Ronnenberg/Hannover oder nach Hameln. Denn Goslar sollte als Durchgangslager f&uuml;r einen Teil der 675.000 aus dem Osten erwarteten Fl&uuml;chtlinge dienen. Aufgabe: desinfizieren, &auml;rztlich untersuchen, registrieren, um sie mit "Sonderz&uuml;gen in ihre neuen Wohngebiete in den Provinzen Hannover, Westfalen und Schleswig-Holstein weiterzuleiten." 
<br><br>
500 Leute wurden t&auml;glich mit einem Fahrdienst (Busse und dann Bahn) vom Grenzort Eckernkrug nach Goslar geholt. 
<br><br>
F&uuml;nf Unterlager [ohne die Hilfskrankenh&auml;user Berufsschule, Goetheschule, Westerode] f&uuml;r "Durchziehende" gab es: 
<br><br>
Vititorkaserne (Fassungsverm&ouml;gen 500; beheizbare R&auml;ume 18, K&uuml;chen 1; Leiter: Dr. Degenhardt [Fl&uuml;chtling und sp&auml;ter CDU-Ratsherr, P.S.]), 
<br><br>
Pestalozzischule (160; 10; 1; La Motte), 
<br><br>
Goslarhalle (500; 14; 1; Burgdorf), 
<br><br>
Oberschule f&uuml;r M&auml;dchen (250; ./.; 12; Dr. Peczkowski)), 
<br><br>
M&auml;dchenmittelschule (210; 12; ./.; St&ouml;ber 
<br><br>
Besch&auml;ftigt im Lager waren 118 Personen inkl. der Hilfskrankenh&auml;user [Bericht v. 27.1.46]: 10 Lagerleitung, 7 Unterlagerleiter, 7 &auml;rzte (1/Lager), 13 B&uuml;rokr&auml;fte, 5 K&uuml;chenleiterInnen, 24 K&ouml;che und K&uuml;chenhilfen 11 Desinfektoren, 7 Hausgehilfen, 15 Transportarbeiter, 5 Holzf&auml;ller also ein ziemliche Betrieb. 
<br><br>
<u>Das Procedere</u>: es gibt eine durchschnittliche Belegungsperiode von 3 Tage. Am 1. Tag jeder Belegungsperiode geht ein Sonderzug mit den Fl&uuml;chtlingen der Vorperiode (jeweils 1.000 bis 1.400 Personen) nach dem Westen ab." [Anl. z. Bericht v.27.1.] 
<br><br>
Vom 7. Okt. 1945 bis 15.1.46 ergeben sich ff Zahlen: Gesamtdurchg&auml;nge: 45.205; Mahlzeiten warm: 114.504; Mahlzeiten kalt: 121.054; Marschportionen: 38.107. F&uuml;r essen wurde pro Mahlzeit ein Betrag von 0,50 RM erhoben; Bettengeb&uuml;hr ist nicht ausgewiesen. 
<br><br>
Kostenbilanz zum 15.1.1946: 
<br><br>
<table border="1">
<tr><td>Ausgaben</td><td></td><td>Einnahmen</td><td>Saldo</td></tr> 
<tr><td>Sachl. Ausgaben</td><td>L&ouml;hne u. Geh&auml;lter</td><td colspan=2>Bett-, Ess-, Spendengelder</td></tr> 
<tr><td>215.590</td><td>53.541</td><td>137.740</td><td>- 131.391</td></tr>
</table>
<br><br>
Soweit dieser Bericht aus einer Zeit, als es in Goslar noch relativ normal wie seit etwa 1943/44 zuging. Es herrschte zwar Mangel, doch das war man gewohnt. Die gr&ouml;&szlig;ten Nazis waren einfach weg, die Verwaltung funktionierte, die meisten Leute hatten Geld, Arbeit gab es auch genug, denn die Zwangsarbeiter waren befreit und hinterlie&szlig;en leere Arbeitspl&auml;tze; in den politischen Kreisen der Stadt herrschte hohes Einvernehmen - an der Oberfl&auml;che. 
<br><br>
Diese Situation Goslars als Durchgangsstation &auml;nderte sich mit der dritten Welle - der organisierten Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten. Jeden Monat ab April 1946 kamen nun Sonderz&uuml;ge an, die etwa 1.500 Menschen ausluden, die alle in der Stadt und Umgebung bleiben sollten. Die meisten kamen in eines der Lager unter. Zur Organisierung der Unterbringung war im September 1945 ein Wohnungsausschuss durch den Magistrat der Stadt gew&auml;hlt worden. Doch dessen Kompetenzen waren unklar. Requirierungen nahm die Besatzungsbeh&ouml;rde f&uuml;r die eigenen Leute vor, was ziemlich viel Unmut erregt. Stadtk&auml;mmerer Wulfert berichtet sp&auml;ter, dass zum 1.7.1946 von den Briten 98 Wohnh&auml;user und 53 andere Grundst&uuml;cke beschlagnahmt worden, so dass 1100 Wohnr&auml;ume ohne K&uuml;che und Nebenr&auml;ume zur Verf&uuml;gung gestellt werden konnten. Davon st&uuml;nden aber 25 Wohnungen leer. 
<br><br>
Als Reaktion auf die schwieriger werdenden Verh&auml;ltnisse wurde dann im Herbst 1946 eine Wohnraumkommission gegr&uuml;ndet, der das Recht zufiel, im Rahmen st&auml;dtischer Wohnraumlenkung Requirierung zu veranlassen. Eine Ma&szlig;nahme, die viel Unmut, &auml;rger auch Aggression hervorrief. Der Widerstand gegen die Beamten des Wohnungsamtes h&auml;ufte sich, Beschwerden und Klagen wurden zur 
Regel, manchmal musste Polizeibegleitung angefordert werden. Bald gr&uuml;ndete sich ein Verein der "Beschlagnahmegesch&auml;digten". 
<br><br>
Neben den eben aufgez&auml;hlten Unterbringungen wurden dann noch aktiviert bzw. reaktiviert: Das Zwangsarbeiterlager am Petersberg wurde den Eigent&uuml;mern, der Lagergemeinschaft Goslarer Betriebe von der Stadt abgekauft und f&uuml;r ca. 300 Fl&uuml;chtlinge notd&uuml;rftig hergerichtet. Mit dem Abzug der DPs wurden noch folgende Lager neu belegt: Rammelsberg, Fliegerhorst, Astfelder Str., sp&auml;ter dann noch Hahndorf. Au&szlig;erdem wurde die Domkaserne hergerichtet erst f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge, dann als Altersheim. 
<br><br>
Ein st&auml;ndiges politisches &auml;rgernis blieb die ungleiche Verteilung der Fremden im Land Nds. und in den Zonen - ich hatte schon darauf hingewiesen. Immer wieder forderte man aus St&auml;dten wie Goslar, Celle oder L&uuml;neburg Umsiedlungen. Doch die Menschen lie&szlig;en sich nicht wie St&uuml;ckgut hin- und herschieben. Eine Untersuchung aus dem Jahr 1947 meint dazu: 
<br><br>
"Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Leitung der Fl&uuml;chtlinge aus den Auffanglagern in die f&uuml;r sie bestimmten Gebiete nicht ohne weiteres durchf&uuml;hrbar war. es sollte z. B. zun&auml;chst der Westteil Niedersachsens mit Fl&uuml;chtlingen aufgef&uuml;llt werden, aber nur ein kleiner Prozentsatz derjenigen, die in Sonderz&uuml;gen in Richtung Aurich und Osnabr&uuml;ck in Marsch gesetzt wurden, kam am festgesetzten Reiseziel an. Die Hauptmasse der Fl&uuml;chtlinge suchte sich entgegen der ausf&uuml;hrlichen Anweisung schlie&szlig;lich doch ein Reiseziel nach eigenem Ermessen aus. Eine Steuerung der Fl&uuml;chtlingsmassen h&auml;tte nur durch Festsetzung f&uuml;r die einzelnen Landkreise verbindlichen Bev&ouml;lkerungsh&ouml;chstzahl erfolgen k&ouml;nnen." <sub>[Hans Joachim Malecki,: das Fl&uuml;chtlingsproblem in Niedersachsen, in: Neues Archiv in Niedersachsen 1947 Heft 1 Hannover, S. 45-80, hier S. 62]</sub>
<br><br>
Erst sp&auml;ter, als sich im Gebiet der Bundesrepublik Arbeitsplatz- und Wohnanreize boten, verlie&szlig; eine nennenswerte Anzahl nds. Gebiet. 
<br><br>
Organisiert und verwaltet wurde die Fl&uuml;chtlings- und Vertriebenenhilfe vom im Juni 1945 neu eingerichteten Sozialamt und dem Wohlfahrtsauschuss, dem F&uuml;rsorgeausschuss, dem Wohnungsausschuss und ab 1948, nachdem es endlich ein nds. Fl&uuml;chtlingsgesetz gab, dem Fl&uuml;chtlingsausschuss. Das Wohnungsamt mit dem angegliederten Wohnungsausschuss (eingerichtet am 25.9.45) war f&uuml;r 
die Entlastung der Lager und die Unterbringung in der Stadt zust&auml;ndig. Dem ersten vom Magistrat am 10.7.1945 ernannten stadtverwaltungsunabh&auml;ngigen F&uuml;rsorgeausschuss, der sp&auml;ter in den Wohlfahrtsausschuss &uuml;berging - der 1946 eingerichtete st&auml;dtische F&uuml;rsorgeausschuss hatte dann &auml;hnlich Aufgaben war aber als Gremium des Sozialamts anders organisiert -, geh&ouml;rten Propst Rauls (ev. Kirche) Pastor Kohn (kath. Kirche), Frau Raukes (DRK) Sen. a.D. Lange und Willy Bennewitz (SPD).
<br><br>
Wie muss man sich jetzt die Arbeit dieser Organisationen vorstellen: Es war F&uuml;rsorge- und auf der einen Seite, Almosenbed&uuml;rftigkeit, die entw&uuml;rdigen wirken kann, auf der anderen. 
<br><br>
Menschen, die noch wenige Monate ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen, Wohnung und Pl&auml;nen gef&uuml;hrt hatte, waren nun notd&uuml;rftig untergebracht und mussten f&uuml;r jedes Hemd, jede Socke bei den &auml;mtern vorstellig werden, oder die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen sprangen bei: Diakonie, Caritas, DRK, Qu&auml;ker um Hilfe angehen. Deren T&auml;tigkeit bei der Fl&uuml;chtlingserstbetreuung und der sp&auml;teren tagt&auml;glichen "Liebest&auml;tigkeit" (Suppenk&uuml;che, Kinderheim und -garten, Tageswohnungen, Altenbetreuung etc.) kann hier heute nur erw&auml;hnt und nicht entsprechend gew&uuml;rdigt werden.
<br><br>
Liest man die Protokolle dieser Ausschusssitzungen wiederholt sich hundertfach die Entscheidung, im Einzelfall der Bitte um ein Kinderbett oder ein Paar Schuhe, eine Zuschuss von wenigen Mark f&uuml;r einen Schrank oder einen Fahrradschlauch zu entsprechen oder auch nicht. Es traf wie immer am h&auml;rtesten diejenigen, die alles verloren hatten, Frauen mit Kindern, Alte und Kranke. Die Konkurrenz unter den Bed&uuml;rftigen f&uuml;hrte zu Streit und Beschwerde, zu Diebstahl und &uuml;bervorteilung. 
<br><br>
Fl&uuml;chtlinge waren hilfsbed&uuml;rftig, wurden als solche auch behandelt, doch gleichzeitig lag der Anteil der Besch&auml;ftigten unter ihnen im gleichen Bereich wie bei den Einheimischen. Doch sie erhielten durchweg geringere L&ouml;hne, weil sie oft in T&auml;tigkeiten eingesetzt waren, f&uuml;r die sie keine Ausbildung hatten. Lassen Sie mich der Anschauung halber aus dem Protokoll der Sitzung des 
F&uuml;rsorgeausschusses (der war zust&auml;ndig f&uuml;r zus&auml;tzliche Leistungen neben der Sozialhilfe) unter der Leitung von Frau Dr. Br&ouml;kelschen vom 14.11.1946 zitieren: Fall Frau I.: "Die Gew&auml;hrung einer Beihilfe oder Darlehn von 50.- RM wird abgelehnt. Der Antragstellerin ist zu empfehlen, sich zum Arbeitseinsatz beim Arbeitsamt zu melden." 
<br><br>
Oder: "Fall Frau T: Am 2.4.47 von Sch&ouml;ningen nach Goslar umquartiert. Frau T ist mit 3 Kindern im Alter von 4, 6. und 9 Jahren im Lager und erh&auml;lt freie Unterkunft und Verpflegung. Ihr Vater arbeitet in Goslar bei einem Fuhrunternehmer. Weitere Verwandte im Lager beaufsichtigen die Kinder, w&auml;hrend Frau T den ganzen Tag bis abends 6 Uhr bei dem Fuhrunternehmer t&auml;tig ist, ohne vom Arbeitsamt eine Zuweisung daf&uuml;r erhalten zu haben. Angeblich will Frau T. ihrem Vater nur bei der Arbeit behilflich sein. Frau T ist sehr ordentlich und flei&szlig;ig; sie k&ouml;nnte jedoch ohne weiteres einen Arbeitsplatz vom Arbeitsamt zugewiesen erhalten und dadurch eine regelm&auml;&szlig;ige Geldeinnahme haben. Verm&ouml;gen oder gr&ouml;&szlig;ere Ersparnisse sind nicht vorhanden. Der Ehemann ist in Kriegsgefangenschaft. Frau T ben&ouml;tigt nur etwas Handgeld um t&auml;gl. Bedarfsartikel zu kaufen, Schuhreparaturen zu bezahlen und dergl. Mi einer kleinen Beihilfe ist ihr schon sehr geholfen. Die Frage des Arbeitseinsatzes muss noch gekl&auml;rt werden." 
<br><br>
Man musste schon quasi den Kopf unterm Arm tragen, um etwas Barhilfe zu ergattern: "Fall Frau M. Am 11.4.47 von Sch&ouml;ningen nach Goslar umquartiert. Frau M. ist 38 Jahre alt und hat zwei Kinder im Alter von 6 und 110 Jahren. Ein Kind ist fast blind und schon 5x operiert, das andere ist unterern&auml;hrt. Der Ehemann ist seit 3 1/2 Jahren vermisst. Frau M. steht ganz allein da, ist sehr schw&auml;chlich und seelisch niedergedr&uuml;ckt, jedoch immer hilfsbereit und zufrieden. Sie erh&auml;lt im Lager freie Unterkunft und Verpflegung. Wegen Krankheit der Kinder ist sie vom Arbeitseinsatz befreit. Frau M ben&ouml;tigt dringen Barmittel zum Kauf einer Einholtasche (21,-RM) Holzsandalen (7,50 RM beim Sozialamt = diesen Betrag hat sich Frau M bereits geliehen), 1 Paar Holzschuhen zu 13,- RM und f&uuml;r Artikel des t&auml;glichen Bedarfs. W&uuml;rdigkeit und Bed&uuml;rftigkeit zur Gew&auml;hrung einer Beihilfe liegen vor" 
<br><br>
Sie merken schon an diesen wenigen F&auml;llen: Wohlverhalten und guter Leumund, die vom jeweiligen Lagerleiter attestiert wurden oder auch nicht, waren zentrale Kriterien der Hilfszusagen. Dem&uuml;tigung unter dem Mantel der F&uuml;rsorge geh&ouml;rte zum System. 
<br><br>
Hunger und K&auml;lte traf alle Bewohner der Stadt. Nur - die Einheimischen hatten meist noch Geld und Wertgegenst&auml;nde, mit denen sie auf dem Schwarzmarkt handeln konnten, vor allem hatten sie ein festes und gewohntes Dach &uuml;berm Kopf. Sie hatten oft auch einen bescheidenen Garten oder Hinterhof, in dem seit den letzten Kriegsjahren Gem&uuml;se angebaut wurde. Fl&uuml;chtlinge hatten das alles nicht. Ihr Geld lag auf irgendeiner requirierten Bank in Pommern, Schlesien oder sonst wo. 
<br><br>
Und andersherum: Lagerfl&uuml;chtlinge erhielten wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag, was nicht jedem Einheimischen und jedem Stadtfl&uuml;chtling au&szlig;er den Kindern bei der Schulspeisung und den Alten im Heim verg&ouml;nnt war. Dies war f&uuml;r manchen Goslarer ein Grund, bei den Beh&ouml;rden wegen "Bevorzugung" der Fremden Beschwerde einzulegen. 
<br><br>
Wie aus dem eben zitierten Bericht hervorgeht war Hilfs- und Spendenbereitschaft vorhanden und hielt auch eine Zeitlang an, doch von dem eingenommenen Geld konnte immer weniger gekauft werden, weil es nichts mehr zu kaufen gab. Das Einsammeln und Verteilen von Naturalien bestimmte nun die T&auml;tigkeit der Hilfsorganisationen. Die Mitglieder der im Wohlfahrtsausschuss zusammengefassten Organisationen, hier vornehmlich die kirchlichen Organisationen, gingen monatlich unentwegt von Haus zu Haus, um Sachgegenst&auml;nde zu sammeln. 
<br><br>
"Wir leben in Zeiten der Not. Was die Menschen heute am meisten bewegt, ist die Ern&auml;hrungslage, die Brennstofffrage und die Wohnungsknappheit", fasste der scheidende Oberb&uuml;rgermeister Rudolf Bosse die allgemeine Lage auf der Ratsversammlung vom 16. August 1946 zusammen. 
<br><br>
Und wenig sp&auml;ter: "Tausende von Kindern hier in Goslar sind ohne Kleider und Schuhe. Der dringendste Bedarf an S&auml;uglings- und Kleinkinderbekleidung ist seit Monaten nicht mehr zu befriedigen. ... Eure Stadt blieb von den furchtbaren Zerst&ouml;rungen des Krieges verwahrt. Das verpflichtet uns alle zu einem f&uuml;hlbaren Opfer an Kleidung, Schuhen, Decken und Hausrat aller Art", hie&szlig; es in einem Aufruf der Stadt vom November 1946. Als wenig sp&auml;ter der ber&uuml;chtigte Hungerwinter 1946/47 Deutschland fest im Griff hatte, dachte man im Magistrat laut &uuml;ber Zwangsma&szlig;nahmen nach, weil den Appellen nur wenige Taten gefolgt waren. Hilfsbereitschaft und Mitgef&uuml;hl waren begrenzt. 
<br><br>
Die Massenunterk&uuml;nfte Goslarhalle und Vititorkaserne wurden Langzeitl&ouml;sungen und zunehmend zu einem kommunalen &auml;rgernis. Die 
Bewohner litten unter dem Provisorium, der Enge, den hygienischen Verh&auml;ltnissen, dem Mangel an privatem R&uuml;ckzugsraum. Die Zust&auml;nde waren kaum ertr&auml;glich. St&auml;ndige Besichtigungen der Lager durch Leute des Gesundheits-und Wohnungsamtes dokumentierten Unertr&auml;gliches. 
<br><br>
Am 31.5.1948 fasste der Vorsitzende des Wohnungsausschusses, Wohnungsdezernent und Ratsherr K&ouml;nig (CDU) in einem langen Rechenschaftsbericht die Lage zusammen: <br>
Fl&uuml;chtlinge im Fliegerhorst 169, Vititor-Kaserene 192, also rund 375 v&ouml;llig unzul&auml;nglich in Lagern untergebrachte. Daneben behelfsm&auml;&szlig;ig in der Dom-Kaserne, Krahmer-M&ouml;llenberg-Kaserne, Pestalozzischule untergebrachte 223 Personen. Schlie&szlig;lich in der Reichshalle, Goldenem Stern und Braunschweiger Hof, also konzessionieren Beherbergungsbetrieben weitere 99 Fl&uuml;chtlinge, insgesamt ca. 700 Personen, deren endg&uuml;ltige Unterbringung als Aufgabe der Verwaltung ins Auge springt. Eine weitere Frage ... "ist die menschenw&uuml;rdige Unterbringung weiterer 2.500 Personen, die zwar in Goslar untergebracht sind, aber man frage mich nicht wie!" K&ouml;nig stellte fest, dass die Menschen aus ihren H&ouml;hlen heraus wollen, dass sie sich nicht mehr vertr&ouml;sten lie&szlig;en. 
<br><br>
Ratsherrin Br&ouml;kelschen pflichtete ihm in einem emotionalen Redebeitrag bei. Mit Hinweis auf die Slums von London und die Hinterh&ouml;fe Berlins und anderswo meinte sie: "Wie beneidenswert w&auml;ren wir, wenn wir heute nur solch lokal bedingtes Wohnungselend h&auml;tten." 
<br><br>
Das ungew&ouml;hnlich lange und einstimmige Klagelied des Rates der Stadt im Fr&uuml;hjahr 1948 hatte neben den ernst gemeinten Sorgen einen handfesten politischen Hintergrund: Die britische Milit&auml;rregierung wollte &uuml;ber 200.000 Vertriebene aus S-H in die anderen Regionen der britischen Zone verschieben. 
<br>
Goslar sollte nach einem Bescheid der Bezirksregierung Braunschweig 2.500 von ihnen aufnehmen. Mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en hatte man sich seit langem gegen weitere Aufnahmen gewehrt, nun brach Emp&ouml;rung los. In Wallung kam die Politik der Stadt schon im November 1947 Heinrich Albertz, nds. Staatskommissar f&uuml;r das Fl&uuml;chtlingswesen, hatte inkognito Fl&uuml;chtlingsunterk&uuml;nfte bereist und dar&uuml;ber im Rundfunk berichtet und in der "Welt" geschrieben. Gegen&uuml;ber Goslar erhob er den Vorwurf, dass z. B. die Zust&auml;nde in der Goslarhalle unertr&auml;glich seien und mit Absicht auch so belassen w&uuml;rden, damit Goslar demonstrieren k&ouml;nne, nicht imstande zu seinen, einen einzigen neuen Fl&uuml;chtling zu beherbergen. Die Zust&auml;nde waren wirklich erb&auml;rmlich, das wusste man intern, doch die Verantwortung wurde den Bewohnern zugeschoben: <br>
"Es ist ihnen weiter bekannt, dass von den derzeitigen Bewohnern der Goslarhalle ein erheblicher Teil solche Elemente sind, die sich bis jetzt in anderen Lagern und nur auch in der Goslarhalle aufhalten und aus bestimmten Gr&uuml;nden (Bequemlichkeit der Verpflegung, mangelnde Kontrolle etc.) gar keinen Wert darauf legen, in geordnete Verh&auml;ltnisse zu kommen", hei&szlig;t es in 
einer Protestresolution des Rates der Stadt v. 25.11.1947 gegen Albertz. 
<br><br>
Wenn es nicht so tragisch gewesen w&auml;re, k&ouml;nnte man sagen: Schicksalshaft brannte die Goslarhalle im M&auml;rz 1948 ab; die "Elemente" - gern auch offiziell als "Asoziale" tituliert - wurden in der &ouml;ffentlichkeit stracks zu armen, bedauernswerten Obdachlosen deklariert und - angesichts der nun weiteren 248 Personen, die anderweitig untergerbacht werden mussten, bescherte das Feuer Argumente gegen weitere Fl&uuml;chtlingszuweisungen. 
<br><br>
Dies muss hier erw&auml;hnt werden, denn die Goslarhalle wurde zu einem st&auml;dtischen Mythos, zum Fanal der Fl&uuml;chtlingstragik in der Stadt - Einblicke in die Begehungsberichte der Verwaltung von damals zeigen, dass die Kritik von Albertz an den Zust&auml;nde dort der Wirklichkeit entsprach. 
<br><br>
Aber - auch das darf hier erw&auml;hnt werden: die Stadt war sehr zur&uuml;ckhaltend in ihren Ausgaben f&uuml;r eine Verbesserung der Lage. Seit dem Sommer 1945 schob man gro&szlig;e Pl&auml;ne zum Wohnungsbau vor sich her, tr&auml;umte von einer "Trabantenstadt" im Norden, machte eifrig Entw&uuml;rfe f&uuml;r die Zukunft, doch f&uuml;r eine Verbesserung der Provisorien stellte man kaum Geld bereit und den Bau neuer Notquartiere lehnte man kategorisch ab, weil sie das Stadtbild verschandeln w&uuml;rden. Dabei hatte die Stadt Geld genug, Steuereinnahmen flossen, weil die Betriebe arbeiteten, aber sie hortete die Finanzen wie ein Schatzbildner. Noch wenige Tage vor der W&auml;hrungsreform im Juni 1948, als auch dem Naivsten endg&uuml;ltig klar sein musste, dass neues Geld mit einer drastischen Abwertung der Reichsmark einhergehen w&uuml;rde, br&uuml;stete man sich im Rathaus gegen&uuml;ber der &ouml;ffentlichkeit mit seinen Spareinlagen. 14 Mio. Mark verlor die Stadt durch die W&auml;hrungsreform. <sub>(BZ 20.7.1948)</sub> 
<br><br>
Eine Erkl&auml;rung f&uuml;r solche Knauserei angesichts gro&szlig;er Not blieb der Rat den Stadtb&uuml;rgern und der Nachwelt schuldig. Retrospektiv lobte man sich Mitte der 50er Jahre f&uuml;r die weise Stadtplanung, war stolz, dass man im Unterschied zu vielen anderen St&auml;dten Stadtgestaltung ernst genommen habe. Die Tatsache, dass diese Spar- und St&auml;dtebaupolitik jahrelang die auf Kosten der fremden Menschen gegangen war, wurde gern ausgeblendet. 
<br><br>
Sie sehen an der Grafik (diese ist am Ende dieser Zeilen abgebildet), dass erst im Jahr 1949 nennenswert gebaut wurde. Hier werden nur die Wohnungen der Wohnst&auml;tten GmbH aufgef&uuml;hrt, doch die frei finanzierten Wohnungen machten nur einen Bruchteil des Bauens aus. Die Erz&auml;hlung, wie unter welchen ziemlich komplizierten Verhandlungen nun der Flugplatz zum Gebiet der neuen Trabantenstadt wurde, ist hier in der Stadt Allgemeingut. Wir k&ouml;nnen auch im Gespr&auml;ch darauf eingehen. 
<br><br>
Lassen Sie mich in den letzten Minuten meiner verbleibenden Zeit meine Erkenntnis, die ich mir angeeignet habe und von denen hier nur ein winziger Bruchteil berichtet werden konnte, res&uuml;mieren. 
<br><br>
Fl&uuml;chtlingsminister Heinrich Albertz erkl&auml;rte anl&auml;sslich der &uuml;bergabe einer Denkschrift zur Fl&uuml;chtlingsnot in Niedersachsen an die zust&auml;ndige Kommission des amerikanischen Senats: "Es handelt sich bei dem Fl&uuml;chtlingsproblem nicht um Wohlfahrt, nicht um Caritas, nicht um Almosen, auch nicht um bestgemeinte, helfende Tat menschlicher Liebe, so sehr diese Dinge wichtig sind 
und so sehr wir sie n&ouml;tig haben, sondern um die Folgen eines zerst&ouml;rten Rechts." Damit meinte er zwar nicht das Fl&uuml;chtlingsproblem als Folge des NS, der das Recht zerst&ouml;rt hatte, sondern die Tatsache, dass in Niedersachsen und Schleswig-Holstein viel mehr Fl&uuml;chtlinge untergebracht waren als im Rest der Republik. "Das wirkliche Fl&uuml;chtlingsnotland des deutschen Westens reicht von Flensburg bis G&ouml;ttingen und von Helmstedt bis B&uuml;ckeburg." <sub>(HAZ 20.9.1949)</sub> 
<br><br>
Doch er hatte insofern recht, als das Recht der Fl&uuml;chtlinge als selbstbestimmte Staatsb&uuml;rger anerkannt und behandelt zu werden, die auf Grund ihrer Lage einer rechtlich abgesicherten und rechtsverbindlichen besonderen Unterst&uuml;tzung bed&uuml;rfen, lange fehlte. 
<br><br>
Fl&uuml;chtlingsgesetz, Fl&uuml;chtlingsr&auml;te: 
<br><br>
Erst im nds. Fl&uuml;chtlingsgesetz vom Juni 1947, das im Laufe des Jahres 1948 umgesetzt wurde, war Fl&uuml;chtling &uuml;berhaupt definiert: 
<br><br>
"Fl&uuml;chtlinge im Sinne des Gesetzes sind nicht nur diejenigen deutschen Staats- und Volksangeh&ouml;rigen, die bis zum 1.1.1945 ihren Wohnsitz in den Ostprovinzen oder im Ausland hatten ('echte' Fl&uuml;chtlinge), sondern auch diejenigen, die infolge der Kriegsereignisse ihr Hab und Gut im Wesentlichen verloren haben ('unechte' Fl&uuml;chtlinge). Die Fl&uuml;chtlinge erhalten einen Fl&uuml;chtlingsausweis, dieser beweist nur die Fl&uuml;chtlingseigenschaft." <sub>[aus: Fl&uuml;chtlingsrecht in Niedersachsen Stand 
1.121948 in: Zeitschriftensammlung f&uuml;r die Gemeindeverwaltung in Niedersachen, Stuttgart 12/1948.]</sub> 
<br><br>
Mit den dem Gesetz folgenden Durchf&uuml;hrungsbestimmungen f&uuml;r die unteren Verwaltungsebenen wurden erst 1948 Vertretungen eingerichtet, die - mehrheitlich mit Fl&uuml;chtlingen besetzt - deren materielles Recht vertraten, das dann sp&auml;ter auf Bundesebene im Vertriebenengesetz und dem Lastenausgleichsgesetz auf eine gesicherte Ebene gestellt wurde. 
<br><br>
Der &ouml;rtliche "Stadt-Fl&uuml;chtlingsausschusses(-rat)" konstituierte sich am 27. Febr. 1948 mit der Besetzung: OB Bruns, Ratsherrin Br&ouml;kelschen, Ratsherr Weise, Ratsherr K&ouml;nig; aus dem Kreis der Fl&uuml;chtlinge: Herren Johnsdorf, Rehberg, Behrend, Schilinski. Erst jetzt wurde aus Fremden, die F&uuml;rsorge zugestanden bekamen, Rechtsb&uuml;rger, die gesetzlichen Anspruch auf Unterst&uuml;tzung und etwa Existenzgr&uuml;ndungsdarlehen hatten. Erst jetzt konnten sie ihre Interessen so artikulieren, dass die einheimischen Ratsherren und -frauen reagieren mussten.
<br><br>
Ich glaube, dass etwa die Verweigerung von spezifischen Minderheitenrechten und ihre Ersetzung durch F&uuml;rsorge viel dazu beigetragen hat, dass die Integration der Vertriebenen eine schwere Hypothek im politischen Leben der 
Bundesrepublik geworden ist. 
<br><br>
Ich komme zum Schluss: Mit diesen "Altlasten" von NS-Diktatur und Zweitem Weltkrieg war es mit Einwanderung hierher nicht getan. Die Migration von Fl&uuml;chtenden hielt in Sch&uuml;ben an. Ich erw&auml;hne nur kurz: 
<br><br>
DDR Fl&uuml;chtlinge in den 50er Jahren. Vergessen ist, dass aus Algerien in den sp&auml;ten 50er, fr&uuml;hen 60er Jahren etliche Fl&uuml;chtlingen kamen wie auch in den 60er Jahren aus dem Griechenland der Obristen oder nach 1968 aus der CSSR des niedergeschlagenen Prager Fr&uuml;hlings. Nach 1973 wurden Opfer des Pinochet-Regimes nicht nur in der DDR aufgenommen, ebenso kamen Boat-People als Folge des Vietnamkrieges. In den 80er Jahren flohen Iraner vor dem Ajatollah-Regime, T&uuml;rken und Kurden vor der Milit&auml;rdiktatur. Und in den 90er kamen B&uuml;rgerkriegsfl&uuml;chtlinge aus dem zerfallenden Jugoslawien und tausende sogenannte Russlanddeutsche siedelten in die nun neue Bundesrepublik um. 
<br><br>
Und um die Dimension des Themas Zuwanderung mit einer konkreten Zahl weiter zu veranschaulichen: Zwischen 1950 und 2007 sind rund 4,5 Millionen Umsiedler nach Deutschland gekommen. Und - von den sogenannten Gastarbeitern, der Aufnahme und Integration der Arbeitsmigranten aus der Peripherie Europas habe ich noch gar nicht gesprochen. <br><br>
Wer heute noch die Tatsache leugnet, dass wir eine lange Einwanderungstradition haben, ein Einwanderungsland sind, ignoriert, aus welchen interessierten Gr&uuml;nden auch immer, historische Realit&auml;t. Doch wenn diese und die Realit&auml;t der Gegenwart nicht als Grundlage f&uuml;r politisches Handeln genommen werden, f&uuml;hrt man ideologisch gepr&auml;gte Feldz&uuml;ge gegen imaginierte Feindbilder und um einen v&ouml;lkischen Nationenbegriff, der im 20. Jahrhundert unendliche viel Leid und Zerst&ouml;rung hervorgerufen hat. Solche 
Politik brauchen wir wirklich nicht mehr. 
<br><br>
Ich danke Ihnen. 
<br><br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/156-01.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/156-01.jpg" width="80%" style="float:left;margin:3px;"></a> 
<br><br>
Aus: Goslar, kommunales Leben. Statistik von gestern und heute, Goslar 1955, S. 

43.
 ]]></content>
        </item>
    </channel>
</rss>
