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	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>				
	<pubDate>Thu, 10 June 2003 00:00:01 +0000</pubDate>
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	<language>de-de</language>
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		<title><![CDATA[Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 1]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/19</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Thu, 10 June 2003 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[mittelbau-dora,todesmarsch,wegzeichen,stelen,westharz,1945]]></keywords>

		<description><![CDATA[Eine Spurensuche auf der Route der Todesm&auml;rsche der S&uuml;dharzer KZ-H&auml;ftlinge vom April 1945 im Westharz]]></description>
			<content><![CDATA[
Margret Klinger, Joachim Neander, Dirk Schirmer, Firouz Vladi, Jens-Christian Wagner (Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der S&uuml;dharzregion)
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Friedhart Knolle, Frank Jacobs, Wolfgang Janz (Spurensuche Goslar e.V.)
<b><br><br> 
<bVon "Dora" bis zum Bahnhof Oker:
<br><br>
Das Wegzeichenprojekt Westharz
<br><br>
und der Marsch des Lebens</b>
<br><br> 
Eine Spurensuche auf der Route der
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Todesm&auml;rsche der S&uuml;dharzer KZ-H&auml;ftlinge
<br><br>
vom April 1945 im Westharz und &uuml;ber das
<br><br>
Gedenken an ihre Leiden und Opfer
<br><br>
*
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Internet-Kurzfassung des Originaltextes
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Die sich des Vergangenen nicht erinnern,<br>
sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben.<br>
(George Augustin Nicolas de Santayana, 1863-1952)
<br><br>
<b>1. Das Wegzeichenprojekt</b>
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Die Todesm&auml;rsche der Mittelbau-Lager
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In den ersten Apriltagen des Jahres 1945 wurden allein im s&uuml;dlichen und westlichen Harzvorland aus dem KZ Mittelbau-Dora und seinen zahlreichen Au&szlig;enlagern zwischen Osterode und Sangerhausen &uuml;ber 40.000 KZ-H&auml;ftlinge nach Nordwesten in Marsch gesetzt. Vier Wochen sp&auml;ter, bei Kriegsende, waren gut ein Viertel davon tot: verhungert, verdurstet, erstickt, erschlagen, erschossen, bei lebendigem Leibe verbrannt oder an Krankheiten (vor allem an Typhus) gestorben. Nicht ohne Grund nannte der britische Historiker Gerald Reitlinger die KZ-Evakuierungen "das letzte und schlimmste der von den Nazis im Kriege begangenen Massenverbrechen."
<br><br>
Auf dem mit 34 km gr&ouml;&szlig;ten dieser Gewaltm&auml;rsche &uuml;berquerten ca. 3.500 H&auml;ftlinge aus dem KZ Mittelbau-Dora am 8. April 1945 den Harz von Osterode nach Oker. Vier Tage vorher waren ca. 450 H&auml;ftlinge des KZ Gandersheim zu einem Marsch &uuml;ber Bad Grund und Clausthal-Zellerfeld in Richtung Wernigerode aufgebrochen, wo die &uuml;berlebenden am 7. April ankamen. Wernigerode war auch das Ziel des Gewaltmarsches von 800 noch "gehf&auml;higen" H&auml;ftlingen der 1.150 Mann umfassenden III. SS-Baubrigade. Diese waren am 6. April 1945 von den KZ-Au&szlig;enlagern in Osterhagen, N&uuml;xei und Mackenrode nach Wieda aufgebrochen; sie marschierten von dort am n&auml;chsten Tag nach Braunlage, nachdem noch in der Nacht in Wieda sechs Mann beim Einsturz der total &uuml;berbelegten dreist&ouml;ckigen Bettgestelle ums Leben gekommen waren. Sehr eindringlich werden Willk&uuml;r, Qualen und Tod, denen die H&auml;ftlinge w&auml;hrend der M&auml;rsche und Bahntransporte ausgesetzt waren, in mehreren gleich nach dem Kriege publizierten Erinnerungsberichten festgehalten: Aim&eacute; Bonifas, Albert van Dijk und Marcel Orset.
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Die etwa 3.500 H&auml;ftlinge, die am 8. April 1945 &uuml;ber den Harz getrieben wurden, geh&ouml;rten zum sogenannten "Letzten Transport" des Lagers Dora. Ein am Abend des 5. April 1945 aus etwa 50 G&uuml;terwaggons zusammengestellter Zug sollte die letzten 4.000 Insassen des Lagers Dora nach Neuengamme transportieren. Schon w&auml;hrend der zweit&auml;gigen Fahrt von Nordhausen nach Osterode ermordeten die SS-Bewacher Dutzende von H&auml;ftlingen, so in Tettenborn und am Osteroder S&uuml;dbahnhof. Dort endete der Eisenbahntransport, weil die Weiterfahrt nach einem Luftangriff auf den Bahnhof nicht mehr m&ouml;glich war. Der Transportf&uuml;hrer entschloss sich daher, die Gefangenen zu Fu&szlig; &uuml;ber den Harz zu treiben. Am fr&uuml;hen Morgen des 8. April 1945 lie&szlig; die SS am Osteroder S&uuml;dbahnhof etwa 3.500 H&auml;ftlinge vor den Waggons antreten - etwa 400 "Marschunf&auml;hige" blieben zur&uuml;ck - und anschlie&szlig;end unter SS-Bewachung durch Osterode, Freiheit und Lerbach in Richtung Clausthal-Zellerfeld marschieren. Auf dem Weg wurden immer wieder H&auml;ftlinge, die nicht mehr mithalten konnten, von ihren Bewachern erschossen. Am Mittag des 8. April erreichten die ersten Marschgruppen Clausthal-Zellerfeld. In den Nachmittagsstunden schleppte sich die zwei Kilometer lange Marschkolonne durch die von Einheimischen ges&auml;umten Stra&szlig;en. Einzelne Deutsche machten zaghafte Versuche, den durstigen H&auml;ftlingen Wasser zu reichen, wurden von den Bewachern jedoch daran gehindert. Die Mehrheit verhielt sich distanziert-indifferent; manche - meist waren es die J&uuml;ngeren - zeigten den H&auml;ftlingen auch offenen Hass.
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Nach Erreichen des Waldes am n&ouml;rdlichen Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld erschoss die SS erneut H&auml;ftlinge, die am Ende ihrer Kr&auml;fte waren. Anschlie&szlig;end wurde die Kolonne &uuml;ber Schulenberg in das Okertal getrieben. Auch dabei schossen die Bewacher immer wieder H&auml;ftlinge nieder. Schlie&szlig;lich erreichten die &uuml;berlebenden dieses Todesmarsches am sp&auml;ten Abend den Bahnhof in Oker. Dort wurden sie in G&uuml;terwaggons gepfercht. Nun schloss sich eine Irrfahrt durch die heutigen Bundesl&auml;nder Sachsen-Anhalt und Brandenburg an, die am 14. April 1945 im KZ Ravensbr&uuml;ck endete. Auch dort blieben die noch Lebenden nicht lange, denn knapp zwei Wochen sp&auml;ter wurde auch dieses Lager vor der Roten Armee ger&auml;umt. F&uuml;r die Dora-H&auml;ftlinge bedeutete das den zweiten Todesmarsch, diesmal zu Fu&szlig; nach Nordwesten. Die &uuml;berlebenden wurden Anfang Mai 1945 im westlichen Mecklenburg-Vorpommern von Amerikanern und Sowjets befreit.
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Heute geh&ouml;ren Begriffe wie "Auschwitz" oder "Buchenwald" zur kollektiven Erinnerung. Von den Todesm&auml;rschen wei&szlig; man dagegen wenig. Von den Morden im diffusen "Osten" oder in den vermeintlich hinter W&auml;ldern versteckten gro&szlig;en Konzentrationslagern nichts gewusst zu haben, konnte man sich leicht einreden. Die Tat wurde gleichsam exterritorialisiert. Die Todesm&auml;rsche fanden dagegen in aller &ouml;ffentlichkeit statt, und gerade deshalb wurde die Erinnerung daran verdr&auml;ngt, h&auml;tte sie doch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld bedeutet.
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Mit dem Generationswechsel ist jedoch in den vergangenen Jahren ein Perspektivwechsel eingetreten. Den Erben der T&auml;tergeneration wird nun langsam bewusst, was die NS-Verfolgten schon lange wissen: Die NS-Verbrechen fielen nicht aus dem Himmel, und sie befanden sich auch nicht im isolierten, gesellschaftslosen Raum. Sie geh&ouml;rten sp&auml;testens im Krieg mit der Pr&auml;senz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und den Insassen von Hunderten von KZ-Au&szlig;enlagern zum Kriegsalltag der deutschen Bev&ouml;lkerung.
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Die Erinnerung an die NS-Verbrechen und ihre Opfer wachzurufen und zur Auseinandersetzung mit diesem lange verdr&auml;ngten Teil der Lokalgeschichte beizutragen, ist der Zweck des Wegzeichenprojektes. Diesen Sinn erf&uuml;llen die aufgestellten Gedenksteine jedoch nur, wenn sie dazu beitragen, dass wir gegen&uuml;ber der heutigen Politik die Augen nicht verschlie&szlig;en und eine politische und moralische Haltung entwickeln, die rechtsextreme Gewalttaten zu verhindern hilft.
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W&auml;hrend dieses Geschehen im Ostharz schon fr&uuml;h aufgearbeitet und an geeigneten St&auml;tten mit Gedenkeinrichtungen dokumentiert wurde, so um Gardelegen und am S&uuml;dharz im Kreis Nordhausen, sind die umfangreicheren Ereignisse und Verbrechen, die sich auf der nieders&auml;chsischen Harzseite abspielten, vergessen oder verdr&auml;ngt worden. Es ist das Verdienst von Joachim Neander aus Clausthal-Zellerfeld, zusammen mit Sch&uuml;lern des Robert-Koch-Gymnasiums in Clausthal durch Archivrecherchen und Zeitzeugenbefragungen diese Ereignisse bis in ersch&uuml;tternde Details hinein recherchiert und im Rahmen einer Dissertation (NEANDER 1997) publiziert zu haben. Dr. Joachim Neander erhielt daf&uuml;r 1998 den Kulturpreis des Regionalverbandes Harz e.V.
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Projektbeteiligte und Unterst&uuml;tzer
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Den Ansto&szlig; zum Wegzeichenprojekt Westharz gab der Wunsch ehemaliger H&auml;ftlinge des KZ Mittelbau-Dora, durch Gedenksteine an die Fu&szlig;m&auml;rsche im Rahmen der Lageraufl&ouml;sung zu erinnern. Diesen Wunsch trugen sie 1999 an die KZ-Gedenkst&auml;tte Mittelbau-Dora und die Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der S&uuml;dharzregion heran. Die Arbeitsgemeinschaft nahm den Wunsch in Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) im Landkreis Osterode auf. Die Einbeziehung von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen wurde von Vertretern der ehemaligen H&auml;ftlinge aus den S&uuml;dharzer KZ-Lagern in der Sitzung des H&auml;ftlingsbeirates am 3.10.1999 ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;t.
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Zur p&auml;dagogischen Zielsetzung
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Das BBS-Projekt bietet die M&ouml;glichkeit der Revision des politischen und historischen Unterrichts im Sinne einer Verwirklichung des ganzheitlichen Ansatzes (kognitive, sozio-affektive und psychomotorische Ziele). Mit seiner Hilfe k&ouml;nnen die Sch&uuml;ler/-innen Regionalgeschichte entdecken und selbstt&auml;tig den Spuren der Vergangenheit nachgehen. Die &uuml;ber die Faktenvermittlung hinaus beabsichtigte Betroffenheit soll Verst&auml;ndnis wecken, politisches Interesse hervorrufen und Wege politischer Beteiligung zeigen. Insgesamt steht das Projekt im Kontext handlungsorientierten Unterrichts. Besonders wertvoll sind die Kontakte mit Zeitzeugen, insbesondere den &uuml;berlebenden der Todesm&auml;rsche und der Konzentrationslager. Dieses Modell zeigt neue Wege der Zusammenarbeit auf. Neben der &ouml;ffnung der Schulen gegen&uuml;ber dem Geschehen in der Region sollen Erfahrungen in der Kooperation mit au&szlig;erschulischen Partnern gesammelt werden.
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Die Stelen
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Es werden ca. 20 Stelen zur Markierung folgender Marschstrecken im Westharz aufgestellt: Osterode - Clausthal-Zellerfeld - Oker, Wieda - Braunlage und Gandersheim - M&uuml;nchehof - Bad Grund - Clausthal-Zellerfeld - Braunlage. Bei den Stelen handelt es sich um von den BBS Osterode im Rahmen des Unterrichts hergestellte Betonprismen mit dreieckiger Grundfl&auml;che, oben angeschr&auml;gt, mit 90 cm H&ouml;he und 25 cm Seitenst&auml;rke. Auf den beiden der Stra&szlig;e zugewandten Seiten befindet sich ein Dreieck als Symbol der farbigen H&auml;ftlingskennzeichnungen auf der KZ-Kleidung, der sog. "Winkel", darunter steht "April 1945", auf der anderen Seite "Todesmarsch".
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Als Aufstellungsorte wurden unter wissenschaftlicher Betreuung von Dr. Joachim Neander &uuml;berwiegend Stellen besonderer Vorkommnisse (meist Erschie&szlig;ungen) ausgew&auml;hlt. Da die Todesm&auml;rsche &uuml;ber &ouml;ffentliche Stra&szlig;en f&uuml;hrten, folgt das Gedenken notwendigerweise diesen Spuren; die Stelen m&uuml;ssen von den Stra&szlig;en aus wahrgenommen werden k&ouml;nnen. Die Standorte wurden unter Ber&uuml;cksichtigung von Verkehrssicherheit und Stra&szlig;enunterhaltung ausgew&auml;hlt.
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Die erste Stele zur Erinnerung an den Todesmarsch Osterode - Oker wurde am 11. Juli 2000 in Anwesenheit &uuml;berlebender H&auml;ftlinge durch den Osteroder Landrat Bernhard Reuter mit gro&szlig;er &ouml;ffentlicher Beteiligung eingeweiht. Sie steht auf einem Rasenstreifen oberhalb des Osteroder Ortsteils Freiheit. Nach Passieren des Ortes ermordete die SS hier einen franz&ouml;sischen H&auml;ftling.
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Zur Einweihung eingeladen wurde von den Sch&uuml;lern und Sch&uuml;lerinnen der BBS I und II Osterode. Dr. Joachim Neander sprach &uuml;ber die Evakuierung der KZ gegen Kriegsende als letztem NS-Massenverbrechen. Auch die ehemaligen H&auml;ftlinge des KZ Mittelbau-Dora, Leopold F. Claessens aus Belgien, Max Dutillieux aus Frankreich und Ewald Hanstein aus Bremen, waren gekommen, um bei der Gedenkfeier zu sprechen und im Anschluss in ausf&uuml;hrlichen Gespr&auml;chen Sch&uuml;lern und Sch&uuml;lerinnen &uuml;ber Erlebtes zu berichten.
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Eine weitere &ouml;ffentliche Steleneinweihung erfolgte am 24. September 2000 im Rahmen der Buchpr&auml;sentation "Zwangsarbeit im Raketentunnel - Geschichte des Lagers Dora" des ehemaligen H&auml;ftlings und franz&ouml;sischen Historikers Andr&eacute; Sellier, veranstaltet durch die KZ-Gedenkst&auml;tte Mittelbau-Dora und den Verband der franz&ouml;sischen Deportierten "Amicale des D&eacute;port&eacute;s &agrave; Dora-Ellrich, Harzungen et Kommandos Annexes" unter Schirmherrschaft des Deutsch-Franz&ouml;sischen Kulturrates.
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Hierbei wurden eine Stele vor der Kirche in Clausthal zur Erinnerung an den Marsch von Osterode nach Oker aufgestellt und eine weitere Stele vor der Zellerfelder Kirche zur Erinnerung an die &uuml;bernachtung der Gandersheimer H&auml;ftlinge in der Kirche; es war eine Kooperation von Sch&uuml;lern der Robert-Koch-Schule mit den Berufsbildenden Schulen Osterode. Der Autor Andr&eacute; Sellier und andere Deportierte des KZ Mittelbau-Dora nahmen an der Gedenkveranstaltung ebenso teil wie Angeh&ouml;rige, Freunde und Sch&uuml;ler/-innen aus Worbis und Eupe. Dr. Jens-Christian Wagner , Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der S&uuml;dharzregion und Mitarbeiter der Gedenkst&auml;tte Buchenwald, beschrieb die Todesm&auml;rsche aus der Sicht des Historikers, w&auml;hrend Andr&eacute; Sellier von seinen pers&ouml;nlichen Erinnerungen an den Marsch durch Clausthal-Zellerfeld berichtete. Im Anschluss an die Vortr&auml;ge fand eine von Sch&uuml;lern/-innen der BBS Osterode und Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der S&uuml;dharzregion zusammengestellte Ausstellung zum EXPO-Projekt Spurensuche und den Todesm&auml;rschen im Westharz reges Interesse.
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Am 23. April 2001, etwa am 56. Jahrestag des Todesmarsches, wurde eine Gedenkst&auml;tte mit Stele am Bahnhof Oker der &ouml;ffentlichkeit &uuml;bergeben. Hier waren noch zwei polnische H&auml;ftlinge ums Leben gekommen; sie fanden sp&auml;ter auf dem Goslarer Friedhof "Hildesheimer Stra&szlig;e" ihre letzte Ruhest&auml;tte.
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Am Totensonntag, den 25. November 2001 wurde die Gedenkstele an der ev.-luth. Trinitatis-Kirche in Braunlage unter aktiver Mitwirkung der Kirchengemeinde eingeweiht.
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Erleben und Nachvollziehen
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Die Todesmarsch-Stelen sprechen nicht unmittelbar f&uuml;r sich. Man wird sie entlang der Stra&szlig;en im Harz vereinzelt entdecken; ein r&auml;umlicher oder historischer Zusammenhang erschlie&szlig;t sich dabei noch nicht. Auch muss vermieden werden, dass die Stelen zum Halten z.B. an gef&auml;hrlichen Kurven einladen. Deshalb soll der Hintergrund in Textform verf&uuml;gbar gemacht werden, insbesondere als Faltblatt, im Internet auf den Seiten der Harzer Spurensuche-Gruppen, mit Hilfe von Erl&auml;uterungstafeln an wenigen ausgew&auml;hlten Standorten und letztlich mit einer Tafel an der Fassade des Bahnhofes Oker, dem Endpunkt der "Gro&szlig;en Harz&uuml;berquerung". Die Texterstellung in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Spurensuche in der S&uuml;dharzregion soll Teil des politischen bzw. historischen Unterrichts an den BBS in Osterode sein.
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Nachsatz
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"Ich spreche frei von Ha&szlig;. Ich hege gegen niemanden den Wunsch nach Rache. Ich gebe nur zu bedenken, da&szlig; die Anf&uuml;hrer und Befehlsgeber ihr Handwerk nicht h&auml;tten ausf&uuml;hren k&ouml;nnen, wenn sie nicht die aktive Unterst&uuml;tzung von so vielen gehabt h&auml;tten. Vieles war &ouml;ffentlich - wie man die Verhafteten aus den Wohnungen holte, was hier in Nordhausen getrieben wurde, oder die Transporte in Vieh- und Kohlewaggons, die ja offen waren. Erlaubt mir, da&szlig; ich meine verst&ouml;rten Gedanken der Gegenwart zuwende und einige Folgerungen zu formulieren versuche. Da wir doch genauer als viele, viele andere wissen, was Todes&auml;ngste sind, meine ich, da&szlig; wir eine Verpflichtung haben, in diese Welt zu schreien. Never again! Nie wieder! Auch wissen wir, da&szlig; wir viel zu schwach sind, die bestialische Brutalit&auml;t, mit der sich Menschen allerorts verfolgen, zu mildern. Dennoch haben wir zumindest die Pflicht, wo immer es m&ouml;glich ist, lautstark das f&uuml;nfte Gebot anzumahnen: Du sollst nicht t&ouml;ten!" (SALZ 2000). 
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