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	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>				
	<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>
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	<language>de-de</language>
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		<title><![CDATA[Arbeiten f&uuml;r Gro&szlig;deutschland - Teil 1]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/23</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[bad lauterberg,regionalgeschichte,zwangsarbeit]]></keywords>

		<description><![CDATA[Zwangsarbeit in Bad Lauterberg ]]></description>
			<content><![CDATA[
Stadtarchiv Bad Lauterberg<br>
KptLt a.D. Helmut L&uuml;der
<br><br>
<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/23-01.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/23-01.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
Unbekannte russische Arbeiterin<br>
<br><br>
Bad Lauterberg im Harz
<br><br>
2006
<br><br>
<u><b>Inhaltsverzeichnis</b></u><br><br>
<br>Vorwort</b><br><br>
<i>Einleitung</i><br><br>
<i>Politische und demographische Rahmenbedingungen</i><br><br>
-     Entwicklung des Einsatzes, politische Rahmenbedingungen<br>
-     Herkunft, Altersstruktur und Geschlechterverteilung<br>
<br>
<i>Arbeitgeber</i><br>
<br>
<i>Rekrutierung</i><br>
<br>
-     Rekrutierung im Herkunftsland<br>
-     Wanderungen/ Versetzungen innerhalb Deutschlands<br>
-     Entlassungen von Kriegsgefangenen in den Zivilarbeiterstatus<br>
<br>
<i>Lebensbedingungen</i><br>
<br>

-     Unterbringung<br>
-     Lebensumst&auml;nde, Versorgung<br>
-     Gesundheitszustand der Ausl&auml;nder<br>
-     Krankenf&uuml;rsorge<br>
-     Todesf&auml;lle und Todesursachen<br>
-     Familien, Geburten und Eheschlie&szlig;ungen<br>
<br>
<i>Kontakte zwischen deutscher Bev&ouml;lkerungn und Ausl&auml;ndern</i><br>
<br>
<i>&uuml;berwachung und Repression</i><br>
<br>
<i>Zusammenfassung</i><br>
<br>
<i>Anlagen</i><br><br>

-     Dokumente und Lagepl&auml;ne<br><br>
<i>Quellen- und Literaturverzeichnis</i>
<br><br><hr>
<br>
<b>Vorwort</b>
<br><br>
Zwangsarbeit, Deportation und Arbeitseins&auml;tze von Kriegsgefangenen sind Themen, welche in den Jahren nach dem "Zweiten Weltkrieg" von vielen B&uuml;rgern verdr&auml;ngt wurden. "Nur nicht daran r&uuml;hren, es gibt Wichtigeres zu tun" war die Devise dieser Zeit. Aber auch in den Schulen wurde dieses Problemfeld nicht angesprochen. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, da&szlig; in den f&uuml;nfziger Jahren dieses Thema &uuml;berhaupt im Unterricht behandelt wurde. Die damals noch vorhandenen Rudimente der Barackenlager in Bad Lauterberg/Odertal waren Fl&uuml;chtlingslager oder Sozialunterk&uuml;nfte, das was sie vorher waren, Unterk&uuml;nfte f&uuml;r ausl&auml;ndische Arbeiter und Kriegsgefangene (POWs), wurde nicht erw&auml;hnt. Das wu&szlig;te man, behielt es aber f&uuml;r sich. Heute, nach mehr als 50 Jahren, wei&szlig; kaum noch ein Einwohner etwas &uuml;ber diese Zeit und die Menschen, die dort unter teilweise menschenunw&uuml;rdigen Verh&auml;ltnissen arbeiten und leben mu&szlig;ten. 
<br><br>
Im Archivbestand der Stadt Bad Lauterberg gab es bisher keine zusammenfassende Darstellung &uuml;ber die Zwangsarbeit von ausl&auml;ndischen Arbeitnehmern und alliierten Kriegsgefangenen der Jahre 1939 bis 1946. Die vom Stadtarchiv aufgrund von Anfragen der Landeskoordinierungs-stelle f&uuml;r die Nachweisbeschaffung von Unterlagen f&uuml;r Zwangsarbeiter im HSA Niedersachsen in Hannover im Jahr 2002 initiierte Zusammenfassung der noch vorhandenen Dokumente beruht ausschlie&szlig;lich auf st&auml;dtischen und kirchlichen Unterlagen. Die historische Aufarbeitung dieses Kapitels der Stadtgeschichte kommt leider 50 Jahre zu sp&auml;t. Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen und noch weniger Personen, die auch bereit sind, &uuml;ber diese Zeit zu sprechen. Viele L&uuml;cken in den Personenstandsdaten konnten nicht geschlossen und standesamtliche, sowie auch kirchliche Daten nicht vorbehaltlos &uuml;bernommen werden. Die amtlichen und kirchlichen Beurkundungen sind, nach heutigem Verst&auml;ndnis, unvollst&auml;ndig und teilweise nur unter Vorbehalt zu betrachten. Erschwerend kommt hinzu, da&szlig; f&uuml;r Bad Lauterberg und die Ortsteile Barbis und Osterhagen nur unvollst&auml;ndige Meldekarteien oder Meldeb&uuml;cher vorhanden sind und f&uuml;r den Ortsteil Bartolfelde die Meldekarteien bzw. Meldeb&uuml;cher f&uuml;r Ausl&auml;nder fehlen und nicht mehr existent sind.
<br><br>
Die urkundlichen Eintr&auml;ge in die Kirchenb&uuml;cher der ev.-luth. Kirchen, St. Andreas, St. Petri, St. Bartoldi, und St. Martini, der r&ouml;m.-kath. Kirche St. Benno, der Friedhofsverwaltungen und dem Standesamt Bad Lauterberg sind vielfach nicht kongruent. Die Namen, Vornamen, Nationalit&auml;ten und Lebensdaten weichen in Schreibweise und kalendarischen Gr&ouml;&szlig;en in vielen F&auml;llen voneinander ab. Als Todeszeugen f&uuml;r den urkundlichen Nachweis im Standesamt wurden z.B. keine wirklichen Todeszeugen angegeben, sondern nur ein Eintrag:
<br><br>
<i>Todesanzeige erstattet die "verantwortliche Pflegerin der Krankenbaracke" oder "der Beerdigungs&uuml;bernehmer XYZ".</i>
<br><br>
Nach intensiven Gespr&auml;chen mit den wenigen noch vorhandenen Zeitzeugen wurde deutlich, da&szlig; in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 nur eine Notbesetzung in der Stadtverwaltung t&auml;tig war. Der B&uuml;rgermeister der Gemeinde war F&uuml;hrer der SS und vielfach mit anderen Aufgaben betraut. Ab 1942/43 war er nicht mehr in der Stadt und wurde von einem Ratsmitglied (Beigeordneten) vertreten. Einige Amtstr&auml;ger der Partei (NSDAP) waren gleichzeitig in die st&auml;dtische Verwaltung eingebunden und &uuml;bernahmen Verwaltungsarbeiten in ganzen Teilbereichen. Aufgrund der Gleichschaltung von Amt und Mandat war es verst&auml;ndlich, da&szlig; eine parteilose Verwaltung nicht mehr gegeben war und jeder Verwaltungsakt durch die nationalsozialistische Brille betrachtet wurde.
<br><br>                                              
Die kirchlichen Verwaltungen wurden aufgrund der kritischen Distanz zwischen Kirche und Staat im NS- Regime nicht unbedingt kontaktiert. Daher ist es auch zu erkl&auml;ren, da&szlig; z.B. Bestattungen von Zwangsarbeitern und ausl&auml;ndischen Kriegsopfern auf dem kircheneigenen Bergfriedhof von Bad Lauterberg und den anderen Friedh&ouml;fen der heutigen Ortsteile stattgefunden haben, ohne Kenntnis der Kirchen- oder der Friedhofsverwaltung. 
<br><br>
<b>Einleitung</b>
<br><br>
Diese Abhandlung wurde allein von der Archivgemeinschaft der Stad Bad Lauterberg erstellt, sie hat sich ohne Auftrag dieses Themas angenommen. Befragungen von Zeitzeugen im Rahmen der monatlichen Zusammenk&uuml;nfte des "Kurhausstammtisches"<sup>1</sup> erbrachten nicht die erhofften Informationen dieser Zeit. Im Verlauf der zweij&auml;hrigen Recherche konnte dann ein Schattenriss der Arbeit erkannt werden und mit der Zusammenstellung der einzelnen Kapitel begonnen werden. Die Arbeit wurde 2004 in einer ersten Druckversion erstellt. Die Aufbereitung f&uuml;r die Internetver&ouml;ffentlichung erfolgte 2006.
<br><br>
Die Sichtung des noch verbliebenen Materials ergab, da&szlig; es nicht sinnvoll sein w&uuml;rde, das Thema Zwangsarbeit insgesamt zu behandeln, sondern nur einen Teilbereich daraus. Unfreiwillige Arbeit wurde von den unterschiedlichsten Personengruppen w&auml;hrend des Zweiten Weltkrieges geleistet. Sie begann bei den deutschen Arbeitnehmern, die aufgrund von Verordnungen und Erlassen zur Arbeit in der Bad Lauterberger R&uuml;stungsindustrie zwangsverpflichtet wurden und endete bei den zwangsverpflichteten ausl&auml;ndischen Zivilarbeitern. F&uuml;r Ausl&auml;nder kamen vor allem vier Einsatzm&ouml;glichkeiten in Frage<sup>2</sup>:
<br><br>
1.       die Arbeit als Kriegsgefangener,<br>
2.       die Arbeit als H&auml;ftling in einem Konzentrationslager,<br>
3.       die Arbeit als Angeh&ouml;riger der Organisation "Todt" (OT), und<br>
4.       die Arbeit als sogenannter ausl&auml;ndischer Zivilarbeiter.
<br><br>
Diese Ausarbeitung beschr&auml;nkt sich, abgesehen von kleinen Anmerkungen, auf die Gruppe der ausl&auml;ndischen Zivilarbeiter und ihrer Familien {4.)}. Auf den Terminus "Zwangsarbeiter" wurde nach M&ouml;glichkeit verzichtet, da wie bereits vermerkt auch andere Personengruppen, z.B. deutsche Arbeitnehmer mehr oder weniger gro&szlig;em Zwang bei der Wahl des Arbeitsplatzes ausgesetzt waren. F&uuml;r die anderen Personengruppen {1. bis 3.} sind im Stadtarchiv Bad Lauterberg keine ausreichenden Archivalien vorhanden um qualifizierte Aussagen machen zu k&ouml;nnen. Die Quellenlage bei den ausl&auml;ndischen Zivilarbeitern erlaubt allerdings keine l&uuml;ckenlose Dokumentation aller Facetten des Einsatzes dieser Personengruppen in Bad Lauterberg. Sie gestattet aber einen hinreichenden Einblick in die totalit&auml;ren Strukturen der NS-Arbeitswelt. Da eine genaue Unterscheidung zwischen Zwangsarbeit und freiwilliger Arbeit von ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften aus der vorhandenen Aktenlage heraus nicht erkennbar ist, wird in der Abhandlung der generalisierende Begriff Zwangsarbeiter vermieden und durch eine neutrale Benennung wie z.B. ausl&auml;ndischer Arbeitnehmer ersetzt. Selbst dieses ist noch problematisch<sup>3</sup>, denn Polen und Tschechen waren z.T. Einwohner des Deutschen Reiches oder kamen aus Gebilden, deren staatsrechtlicher Status ihnen nach Ansicht des nationalsozialistischen Regimes keine eigene Staatsangeh&ouml;rigkeit zugestand (Protektorat B&ouml;hmen und M&auml;hren oder Generalgouvernement).
<br><br>
Bei den Graphiken und Tabellen werden f&uuml;r die Nationen, die in dieser Arbeit mehr oder weniger angesprochen werden, jeweils die u.a. internationalen Kennbuchstaben eingesetzt. Diese Tabelle wurde noch um die Personenzahl erg&auml;nzt, wobei zu bemerken ist, da&szlig; diese Personen in Bad Lauterberg von 1939 bis 1945 gemeldet bzw. zeitweilig gemeldet waren. 
<br><br>
Tabelle 1
<br><br>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="2">
<tr><th>Kennung</th><th>Nation</th><th>Anzahl der Personen</th></tr>
<tr><td>A</td><td>&ouml;sterreich ??</td><td>1      Person</td></tr>
<tr><td>B</td><td>Belgien</td><td>415    Personen</td></tr>
<tr><td>CH</td><td>Schweiz</td><td>1      Person</td></tr>
<tr><td>CZ</td><td>Tschechien und Slowakei</td><td>35    Personen</td></tr>
<tr><td>D/NL</td><td>unsichere Nationalit&auml;t Deutschland/Niederlande</td><td>1      Person</td></tr>
<tr><td>DK</td><td>D&auml;nemark</td><td>1      Person</td></tr>
<tr><td>EST</td><td>Estland</td><td>76     Personen</td></tr>
<tr><td>F</td><td>Frankreich</td><td>308    Personen</td></tr>
<tr><td>GB</td><td>Gro&szlig;britannien</td><td>14     Personen</td></tr>
<tr><td>H</td><td>Ungarn</td><td>6      Personen</td></tr>
<tr><td>HR</td><td>Kroatien </td><td>43     Personen</td></tr>
<tr><td>I</td><td>Italien </td><td>709    Personen</td></tr>
<tr><td>LV</td><td>Lettland </td><td>3      Personen</td></tr>
<tr><td>LT</td><td>Litauen</td><td>6      Personen</td></tr>
<tr><td>NL</td><td>Niederlande </td><td>141    Personen</td></tr>
<tr><td>PL</td><td>Polen</td><td>400    Personen</td></tr>
<tr><td>PL/SU/STL</td><td>unsichere Nationalit&auml;t, Polen/ehemalige Sowjetunion/staatenlos</td><td>3      Personen</td></tr>
<tr><td>RO</td><td>Rum&auml;nien</td><td>10     Personen</td></tr>
<tr><td>SLO</td><td>Slowenien</td><td>16     Personen</td></tr>
<tr><td>SU</td><td>ehemalige Sowjetunion</td><td>1929   Personen</td></tr>
<tr><td>YU</td><td>ehemaliges Jugoslawien </td><td>23     Personen</td></tr>
<tr><td>(*)</td><td>ungekl&auml;rte Nationalit&auml;t</td><td>22     Personen</td></tr>
<tr><td>(**)</td><td>Volksdeutsche</td><td>66     Personen</td></tr>
</td><td></td><td>Summe</td><td>4259   Personen</td></tr>
</table>

<br>
<hr width="40%">
<small>Fu&szlig;noten<br>
1 Lockere Zusammenkunft von alteingesessenen Bad Lauterberger B&uuml;gern zur Pflege von heimatlichen Gegebenheiten und Geschehnissen.
<br>
2 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 9.
<br>
3 ebd. P. 11.
</small>
<br>


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