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	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>				
	<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>
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	<language>de-de</language>
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		<title><![CDATA[Arbeiten f&uuml;r Gro&szlig;deutschland - Teil 4]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/26</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[bad lauterberg,regionalgeschichte,zwangsarbeit]]></keywords>

		<description><![CDATA[Zwangsarbeit in Bad Lauterberg ]]></description>
			<content><![CDATA[
Stadtarchiv Bad Lauterberg<br>
KptLt a.D. Helmut L&uuml;der
<br><br>
<b>Arbeitgeber</b>
<br><br>
Die neu aufgekommene Diskussion um die Zwangsarbeit w&auml;hrend des Zweiten Weltkrieges und um die heutigen Entsch&auml;digungen der damaligen Arbeiter hat den Eindruck erweckt, als seien ausl&auml;ndische Arbeiter vornehmlich in Industrie und Bergbau eingesetzt worden. F&uuml;r Bad Lauterberg stimmt das wohl, es mu&szlig; aber nicht auf andere St&auml;dte oder Gemeinden der Region zutreffen. Landwirtschaft, Handwerk, St&auml;dtische- oder Gemeindeverwaltungen, Reichsbahn, Reichsforst, andere staatliche Dienstleistungsunternehmen und privilegierte Haushalte waren ebenfalls Nutzer der ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;fte in Bad Lauterberg.
<br><br>
Leider ist es nicht m&ouml;glich, aus den Quellen des Stadtarchivs ein umfassendes Bild &uuml;ber alle Arbeitgeber der Stadt zu machen, welche ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte besch&auml;ftigt hatten. Es haben Verlagerungen von Betrieben nach und von Bad Lauterberg stattgefunden. In den Wirtschaftsbereichen Handwerk, Handel und Landwirtschaft waren vielfach saisonale Faktoren bestimmend f&uuml;r den Einsatz von ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften. Die vorhandenen Meldedaten enthielten im Regelfall nur den Wohnort und nicht den Arbeitgeber. Daher ist bei den in Kleinstunternehmen t&auml;tig gewesenen Zivilarbeitern, eine Zuordnung des Betriebes nicht oder nur eingeschr&auml;nkt m&ouml;glich, denn sie waren vielfach in den gro&szlig;en Arbeitslagern der R&uuml;stungsindustrie mit untergebracht. So hat es in der Landwirtschaft F&auml;lle gegeben, da&szlig; ein ausl&auml;ndischer Arbeiter f&uuml;r zwei Kleinstbetriebe t&auml;tig war, z.B. f&uuml;r eine Molkerei und einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb. Jegliche Art der Ausleihe von ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften zwischen Industriebetrieben, Landwirtschaft, Handwerk, Verwaltungen, Reichsbahn, Reichsforst, anderen Dienstleistungsunternehmen und privaten Haushalten wurden bei der Recherche zu dieser Ausarbeitung festgestellt.
<br><br>
Entscheidend war, da&szlig; die wirtschaftliche T&auml;tigkeit des Arbeitgebers kriegswichtig war. Die Zuweisung von Fremdarbeitern wurde nach Bedarf vorgenommen, gegebenenfalls mu&szlig;te die Bedeutung des Einsatzes durch Best&auml;tigung des jeweils zust&auml;ndigen R&uuml;stungskommandos nachgewiesen werden<sup>23</sup>. Der Bedarf war gegeben, wenn unentbehrliche Leistungen wie z.B. die Nahrungsmittelproduktion nach Einberufung deutscher Arbeitnehmer oder des Hofeigners - im Fall der Landwirtschaft - nicht mehr zu erbringen waren, oder dadurch, da&szlig; Firmen kriegswichtige G&uuml;ter herstellten und dazu einen Arbeitskr&auml;ftebedarf bekamen, der vor dem Krieg nicht bestanden hatte. Der Nutzen, den die Wirtschaft der Stadt aus der Pr&auml;senz der Ausl&auml;nder zog, war also breit gestreut und beschr&auml;nkte sich nicht nur auf Industrie und Bergbau mit ihren Gro&szlig;unternehmen. In Bad Lauterberg gab es 136 Arbeitgeber<sup>24</sup>, die ausl&auml;ndische Arbeitnehmer besch&auml;ftigten. Der Kernbereich, die Masse der Arbeitsstellen lag selbstverst&auml;ndlich bei den Industrieunternehmen, gefolgt vom Bergbau und dem Baugewerbe.
<br><br>
Folgende Industrieunternehmen bzw. landwirtschaftliche Betriebe und staatliche Unternehmen hatten zivile ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte und teilweise auch Kriegsgefangene aus den in Bad Lauterberg eingerichteten Kriegsgefangenenlagern (M.-Kdo. 1117, 1872 und 6241) besch&auml;f-tigt. Die nachstehende Tabelle listet Arbeitgeber der Stadt auf, die w&auml;hrend des Krieges zehn oder mehr Ausl&auml;nder besch&auml;ftigt<sup>25</sup> hatten. 
<br><br>
Tabelle 2
<br><br>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="1">
<tr><th>Arbeitgeber</th><th>besch&auml;ftigte Ausl&auml;nder</th></tr>
<tr><td>Fa. Adler Pinselfabrik GmbH, Lutterstra&szlig;e</td><td align="right">40</td></tr>                                                        
<tr><td>Fa. Max B&ouml;hme KG Holzwarenfabrik , Lutterstra&szlig;e</td><td align="right">35</td></tr>
<tr><td>Fa. Deutsche Baryt Industrie Dr. Rudolf Alberti, Bahnhofstra&szlig;e</td><td align="right">(81)</td></tr>
<tr><td>Fa. Albert Haltenhoff, Odertal</td><td align="right">76</td></tr>
<tr><td>Fa. Harzer Eisengie&szlig;erei Gebr. Horre, Zollweg</td><td align="right">13</td></tr>
<tr><td>Fa. Hoch Tief AG, Odertal</td><td align="right">207</td></tr>
<tr><td>Fa. Carl Grunewald, Betonbau, Baustelle Bad Lauterberg</td><td align="right">15</td></tr>
<tr><td>Fa. K&ouml;nigsh&uuml;tte - Hans Ohle KG, H&uuml;ttenstra&szlig;e</td><td align="right">63</td></tr>
<tr><td>Fa. K&ouml;nigsh&uuml;tte - Westf&auml;lische Maschinenbau Gesellschaft, H&uuml;ttenstra&szlig;e</td><td align="right">72</td></tr>
<tr><td>Fa. Franz Kuhlmann, Sebastian Kneipp Promenade</td><td align="right">134</td></tr>
<tr><td>Fa. Metallwerk-Odertal GmbH, Odertal</td><td align="right">1898</td></tr>
<tr><td>Fa. MIAG M&uuml;hlenbau & Industrie AG., Scharzfelderstra&szlig;e</td><td align="right">206</td></tr>
<tr><td>Fa. Mook & Koop, Scharzfelderstra&szlig;e</td><td align="right">69</td></tr>
<tr><td>Fa. Otto Schickert & Co. KG, Odertal</td><td align="right">789</td></tr>
<tr><td>Fa. Faserholz GmbH, G&ouml;ttingen, Odertal</td><td align="right">(10)</td></tr>
<tr><td>Fa. Schmetz, Segelflugzeugbau, Lutterstra&szlig;e</td><td align="right">13</td></tr>
<tr><td>Fa. Wistoba Pinselfabrik Wilhelm Stollberg, Barbis</td><td align="right">18</td></tr>
<tr><td>Fa. Bernhard Heckmann, Baustelle Osterhagen</td><td align="right">62</td></tr>
<tr><td>Stadtverwaltung Bad Lauterberg, Wissmannstra&szlig;e</td><td align="right">10</td></tr>
<tr><td>Reichsbahn, Bad Lauterberg</td><td align="right">25</td></tr>
<tr><td>Dom&auml;ne Scharzfels, L. Knobloch, Barbis</td><td align="right">13</td></tr>
</table>
<br>
<small>Die in Klammern gesetzte Zahlenwerte sind unsicher.</small>
<br><br>
Aus der obigen Tabelle kann man erkennen, da&szlig; das Metallwerk Odertal GmbH der bedeutendste Arbeitgeber f&uuml;r Ausl&auml;nder im Stadtgebiet war. Seit Beginn des Masseneinsatzes von ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften in der R&uuml;stungsindustrie (1942) waren neben deutschen Arbeitnehmern, 1934 Arbeitskr&auml;fte einschlie&szlig;lich 36 Kinder aus 14 Nationen dort gemeldet.
<br><br>
Die Zahlen der Meldedatei f&uuml;r Ausl&auml;nder der damaligen Stadtverwaltung Bad Lauterberg und die Zahlen der Arbeitsverwaltung und der Ortskrankenkasse des Kreises Osterode<sup>26</sup>, aus der die obige Tabelle 2 erstellt wurde, sind nicht kongruent und ergeben daher Abweichungen.
<br><br>
<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/26-01.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/26-01.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
<br>
Das Gros der ausl&auml;ndischen Besch&auml;ftigten im Metallwerk Odertal war weiblichen Geschlechts 65,1% und in der Massenproduktion von Munition f&uuml;r Handfeuer- und Maschinenwaffen eingesetzt. Unter der Leitung von deutschen Vorarbeiterinnen produzierten sie Gewehr- und Pistolenmunition im Zweischichtbetrieb<sup>27</sup> von je 12 Stunden. Eine deutsche Vorarbeiterin hatte zwischen 10 und 13 Fertigungshalbautomaten mit ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften zu kontrollieren, die Maschinen bei Bedarf zu justieren und die ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;fte zu &uuml;berwachen.
<br><br>
<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/26-02.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/26-02.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
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Der hohe Anteil an jungen sowjetischen Frauen 82,9% brachte nat&uuml;rlich eine breite Palette an sozialen und geschlechtsspezifischen Problemen mit sich, die im Kapitel "Lebensbedingungen" angesprochen werden.
<br>
<hr width="40%">
<small>Fu&szlig;noten<br>
23 Spoerer, Zwangsarbeit. P. 96.
<br>

24 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, Tabelle 3, P. 42.
<br>
25 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, Tabelle 4, P. 43 - 46. SA Bad Lauterberg, Verstorbene Zwangsarbeiter in Bad Lauterberg, P. II-2 ff., KptLt. a.D. Helmut L&uuml;der
<br>
26 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 43.
<br>
27 SA Bad Lauterberg, Brief der Mathilda Danco, Juli 2004 zur Best&auml;tigung ihrer Zwangsarbeit.
</small>
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