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	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>				
	<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>
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	<language>de-de</language>
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		<title><![CDATA[Arbeiten f&uuml;r Gro&szlig;deutschland - Teil 5]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/27</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Thu, 10 July 2006 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[bad lauterberg,regionalgeschichte,zwangsarbeit]]></keywords>

		<description><![CDATA[Zwangsarbeit in Bad Lauterberg ]]></description>
			<content><![CDATA[
Stadtarchiv Bad Lauterberg<br>
KptLt a.D. Helmut L&uuml;der
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<b>Rekrutierung</b>
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Generell gab es drei Wege, auf denen die Arbeitgeber der Stadt zu ausl&auml;ndischen Arbeitern kommen konnten<sup>28</sup>:
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<ul>
<li>es bestand (abgesehen von der Endphase des Krieges) die M&ouml;glichkeit, ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte direkt aus den Heimatl&auml;ndern zu bekommen,</li>
<li>es konnten bereits im Arbeitseinsatz in Deutschland stehende Ausl&auml;nder in die jeweilige Firma umgesetzt werden,</li>
<li>es wurden Kriegsgefangene und Milit&auml;rinternierte, die bis dahin der Wehrmacht unterstanden, aus Lagern und Arbeitskommandos im Reichsgebiet in den Status von Zivilarbeitern bei zahlreichen Arbeitgebern &uuml;berf&uuml;hrt.</li>
</ul>
Die deutsche Arbeitsverwaltung war an allen drei Rekrutierungsformen in unterschiedlichem Ausma&szlig; beteiligt. Die umfassende Organisation des Arbeitseinsatzes aller Kategorien von Arbeitskr&auml;ften lag beim Reichsarbeitsministerium. W&auml;hrend des Krieges wurde 1942 die Unterstellung ge&auml;ndert und das neugeschaffene Amt des Generalbevollm&auml;chtigten f&uuml;r den Arbeitseinsatz (GBA), mit dem th&uuml;ringischen Gauleiter Fritz Sauckel an der Spitze, war zust&auml;ndig f&uuml;r den Arbeitseinsatz aller Arbeitskr&auml;fte im deutschen Machtbereich. 
<br><br>
Rekrutierung im Herkunftsland
<br><br>
Die Anwerbung, Verpflichtung und Verteilung von Arbeitskr&auml;ften oblag grunds&auml;tzlich den deutschen Arbeits&auml;mtern. Die Arbeits&auml;mter hatten bereits vor 1939 Au&szlig;enstellen an den Grenzen, um Saisonarbeiter vermitteln zu k&ouml;nnen. Die Beamten dieser Au&szlig;enstellen r&uuml;ckten sofort nach Besetzung durch die deutsche Wehrmacht in Polen ein, um ihre T&auml;tigkeiten zu forcieren. Diese neugeschaffenen Arbeits&auml;mter im Generalgouvernement und in den anderen annektierten Gebieten waren jeweils mit bestimmten Landesarbeits&auml;mtern im Reich (Patenschaften) verkn&uuml;pft<sup>29</sup>. Die Struktur und die Zust&auml;ndigkeit der Arbeits&auml;mter ist mit den im Stadtarchiv vorliegenden Dokumenten nicht zu kl&auml;ren. Insgesamt sind in 83 Meldekarten Angaben und Informationen von Arbeits&auml;mtern eingetragen. Die Arbeits&auml;mter Northeim und L&uuml;neburg sind als zuweisende oder versetzende &Auml;mter auf den 83 Meldekarten festgehalten. Ein System von Patenschaften der inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Arbeitsverwaltungen bei der Rekrutierung kann bei den wenigen Informationen nicht erkannt werden. In Verbindung mit der Zuweisung sowjetischer Arbeitskr&auml;fte nach Bad Lauterberg durch das Arbeitsamt Northeim waren die St&auml;dte Kiew, Charkow und Sumy mit ihren Einzugsbereichen eindeutiger Schwerpunkt der Rekrutierung. Ansonsten lassen die vorhandenen Quellen keine geographische Schwerpunkte der Rekrutierung erkennen.
<br><br>
In die Zust&auml;ndigkeit der deutschen Arbeits&auml;mter bzw. Landesarbeits&auml;mter fiel nicht nur das Kontakthalten zu den neuen Arbeits&auml;mtern im Osten, sondern bis Ende 1943 auch die aktive Teilnahme an der Rekrutierung von Arbeitskr&auml;ften durch Entsendung von Werbern und Transportbegleitpersonal<sup>30</sup>. Ostarbeiter und Polen wurden nach ihrer Verpflichtung in ihrer Heimat und den dazugeh&ouml;rigen Gesundheitsuntersuchungen mit Sammeltransporten der Bahn in Durchgangslager in das Reichsgebiet verbracht. F&uuml;r den Kreis Osterode war dieses Durchgangslager bis Mitte 1942 in Reppner bei Salzgitter, danach in Lehrte<sup>31</sup>. Von dort aus erfolgte die Weiterverteilung erneut in geschlossenen Transporten zu den Bahnh&ouml;fen der Zielgemeinden und Firmen, in denen der Arbeitseinsatz vorgesehen war.
<br><br>
Aus der Meldekartei ist in vielen F&auml;llen ersichtlich, da&szlig; die Auswahl und Zuweisung von ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften zu einem Industriebetrieb durch die Arbeitsverwaltung willk&uuml;rlich erfolgte. Es ist zu erkennen, da&szlig; zu einem Anmeldedatum bei der Stadtverwaltung, ganze Gruppen von Arbeitskr&auml;ften, aus einem Geburtsort kommend, angemeldet wurden und einer Firma zugewiesen wurden. Die Auswahl der Arbeitskr&auml;fte erfolgte demnach nicht nach Qualifikationen und zuk&uuml;nftigem Arbeitseinsatz in den Betrieben, sondern nach einem Auswahlverfahren mit den Kriterien, Ort, Alter und Geschlecht. Nur so ist es zu erkl&auml;ren, da&szlig; z.B. ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte aus den St&auml;dten und Regionen:
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Tabelle 3
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<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="1">
<tr><th>Ort</th><th>Anzahl</th><th>Geschlecht</th><th>Datum</th><th>Firma</th></tr>
<tr><td>Andrejewka</td><td>12</td><td>Frauen</td><td>17.05.1942</td><td>Metallwerk Odertal</td></tr>
<tr><td>Charkow</td><td>13</td><td>Frauen</td><td>09.04.1942</td><td>Miag-M&uuml;hlenbau</td></tr>
<tr><td>Sumy</td><td>19</td><td>M&auml;nner</td><td>08.05.1942</td><td>Metallwerk Odertal und Miag-M&uuml;hlenbau</td></tr>
<tr><td>Pologi</td><td>24</td><td>Frauen</td><td>30.05.1942</td><td>Metallwerk Odertal</td></tr>
<tr><td>Saporoschje</td><td>16</td><td>Frauen</td><td>30.05.1942</td><td>Metallwerk Odertal</td></tr>
<tr><td>Kortschiwka</td><td>15</td><td>Frauen</td><td>16.11.1942</td><td>Metallwerk Odertal</td></tr>
<tr><td>Paris</td><td>21</td><td>M&auml;nner</td><td>22.02.1943</td><td>Metallwerk Odertal</td></tr>
</table>
<br>
kamen und den hiesigen R&uuml;stungsfirmen als geschlechtlich, homogener, ethischer Block zugeteilt wurden. Tabelle 3 ist nur ein Auszug und k&ouml;nnte noch weiter fortgesetzt werden. Festzustellen ist, da&szlig; die den Firmen zugewiesenen Personengruppen in den Jahren 1943 und 1944 kleiner wurden, aber daf&uuml;r mehrmals Zuweisungen im Jahr erfolgten.
<br><br>
Die f&uuml;r diese Arbeit ausgewerteten Quellen sagen nichts dar&uuml;ber aus, ob der jeweilige Ausl&auml;nder zwangsinterniert wurde, oder sich freiwillig gemeldet hat. F&uuml;r die Meldebeh&ouml;rde in Bad Lauterberg war die Tatsache einer Dienstverpflichtung unerheblich und wurde somit auch nicht festgehalten.
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Wanderungen/ Versetzungen innerhalb Deutschlands
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Bei der Recherche zu diesem Beitrag wurde festgestellt, da&szlig; zwischen den einzelnen Lagern und den arbeitgebenden Firmen eine nicht unerhebliche personelle Fluktuation stattfand. Neben der Rekrutierung im Ausland kamen viele Arbeitgeber auch innerhalb Deutschlands zu ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften, indem sie Arbeitskr&auml;fte von anderen Firmen oder Niederlassungen &uuml;bernahmen. Ab 1942 dienten die Lager der gro&szlig;en Firmen Metallwerk Odertal/ Hauxkopf und Otto Schickert und Co. KG. in Bad Lauterberg als Pool, aus dem immer wieder Arbeitskr&auml;fte aller Nationalit&auml;ten verschoben und anderen, oft kleineren Firmen und Kleinstunternehmen zur Verf&uuml;gung gestellt wurden.
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<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-01.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-01.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
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Insgesamt wurden 558 ausl&auml;ndische Arbeiter und Arbeiterinnen aus Bad Lauterberger Betrieben oder Arbeitsverh&auml;ltnissen weitervermittelt, bzw. in ihre Heimatl&auml;nder entlassen, oder kamen aus dem Urlaub nicht wieder zur&uuml;ck. Die folgende Graphik zeigt die Anzahl der personellen Bewegungen auf die Nation bezogen.
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<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-02.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-02.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
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&Uuml;ber die Gr&uuml;nde des amtlich angeordneten Arbeitsplatzwechsels ist so gut wie nichts bekannt. Anhand der dokumentierten Verschiebungen des Personals ist allerdings erkennbar, da&szlig; landwirtschaftliche Kampagnen (z.B. Zuckerr&uuml;benernte und Verarbeitung) oder andere bestimmte Sondereins&auml;tze wie z.B. die Sicherung der Versorgung der Bev&ouml;lkerung mit Brennholz ausschlaggebend waren. In die Zahlen der o.a. Graphiken sind die geflohenen ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;fte mit einbezogen. Insgesamt verlie&szlig;en 105 Zivilarbeiter<sup>32</sup> ihren Arbeitsplatz in Bad Lauterberg. Sie kamen aus dem Urlaub nicht zur&uuml;ck, sie flohen oder sie wurden wegen Krankheit und Arbeitsunf&auml;higkeit in die Heimat zur&uuml;ckgeschickt. Ein franz&ouml;sischer Zivilarbeiter wurde z.B. von der franz. Marine (Marine National) einberufen und sein Arbeitsverh&auml;ltnis durch die franz&ouml;sische Einberufungsbeh&ouml;rde in Deutschland reklamiert, seine Freistellung bei den Schickertwerken in Bad Lauterberg erwirkt und daraufhin nach Frankreich zur&uuml;ckgeschickt. Von den 71 belgischen Arbeitskr&auml;ften verlie&szlig;en 18 (25,4%) ihre Arbeitsstelle ohne Vertragsaufl&ouml;sung. Bei den franz&ouml;sischen Arbeitern war der Trend noch h&ouml;her. Von 110 Franzosen verlie&szlig;en 43 (39,1%) unerlaubt ihre vertragliche Arbeitsstelle. Von 162 Ostarbeitern, welche eine Ortsver&auml;nderung vollzogen, taten dieses 43 (26,5%) ohne beh&ouml;rdliche Genehmigung. Die Effizienz der Arbeitsleistung kann bei dieser Art von Arbeitskr&auml;ftebeschaffung gem. den o.a. Zahlen nicht sehr hoch gewesen sein. Diese Zahlen sind aber ein Ma&szlig;stab f&uuml;r die Wertsch&auml;tzung des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland.
<br><br>
Entlassung von Kriegsgefangenen in den Zivilarbeiterstatus
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&Uuml;berstellungen von Kriegsgefangenen in den Status eines Zivilarbeiters sind in Bad Lauterberg aus den im Stadtarchiv vorhandenen Quellen nicht zu erkennen, au&szlig;er bei den italienischen Milit&auml;rinternierten. Diese wurden am 11. November 1944 als Milit&auml;rinternierte zum gro&szlig;en Teil entlassen und als Zivilarbeiter im Lager Odertal/Reichsstra&szlig;e oder Lager Metallwerk Odertal/Hauxkopf neu angemeldet. Insgesamt konnten 220 POWs aus den Meldeb&uuml;chern, Meldekarteien und aus standesamtlichen, kirchlichen und privaten Dokumenten ermittelt werden.
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<div style="font-size:11px;text-align:right;"><a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-03.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/27-03.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</a></div>
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Ansonsten sind aufgrund fehlender Dokumente genaue Zahlen &uuml;ber ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte, die vor ihrem Einsatz als ausl&auml;ndischer Zivilarbeiter, Kriegsgefangene (POWs) waren, nicht zu erbringen. Die vorhandenen Quellen im Stadtarchiv geben dar&uuml;ber keine Auskunft.
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<small>Fu&szlig;noten<br>
28 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 63.
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29 Herbert, Fremdarbeiter, P. 67
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30 Beil, Albert Sammlung von Verwaltungsvorschriften f&uuml;r Landesarbeits&auml;mter und Arbeits&auml;mter 1942 - 1944, 5. Nachtrag 2060/33.
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31 Der Ausl&auml;ndereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 69.
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32 18 Belgier, 43 Franzosen, 1 Pole und 43 Russen.
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