<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>
<rss version="2.0">

<channel>
	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>				
	<pubDate>Thu, 01 February 2006 00:00:01 +0000</pubDate>
	<generator></generator>

	<language>de-de</language>
	<item>
		<title><![CDATA[Holocaust-Gedenktag 2007]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/54</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Thu, 01 February 2006 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
		<keywords><![CDATA[Langelsheim,holocaust,gedenktag]]></keywords>

		<description><![CDATA[Dokumentation der Veranstaltung in Langelsheim]]></description>
			<content><![CDATA[
<b>Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Region Langelsheim</b>
<br><br>
Der 27. Januar ist der internationale Gedenktag f&uuml;r die Opfer des Nationalsozialismus, denn am 27.1.1945 wurde das KZ Auschwitz befreit. An diesem Datum gedenkt auch der Verein Spurensuche Goslar e.V. traditionell des NS-Unrechts in der Harzregion. 2007 f&uuml;hrten wir die Veranstaltung in Langelsheim durch und legten unter gro&szlig;er &ouml;ffentlicher Resonanz auf den Gr&auml;bern der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Langelsheim ein Blumengebinde nieder.
<br><br>
<b>Die NS-Zeit in Langelsheim - wie der Terror begann</b>
<br><br>
Unter dem seit September 1931 im Land Braunschweig amtierenden NSDAP-Innen- und Volksbildungsminister und sp&auml;teren Ministerpr&auml;sidenten Dietrich Klagges und seinen Gefolgsleuten Friedrich Alpers und Friedrich Jeckeln begann schon fr&uuml;h die gewaltt&auml;tige Herrschaft des Nationalsozialismus. Mit massivem Terror der ihm bedingungslos ergebenen, aus der SA rekrutierten sog. "Hilfspolizei" wurden die Abgeordneten anderer Parteien zum Mandatsverzicht oder &uuml;bertritt in die NSDAP gezwungen. Die Strukturen von SPD und KPD wurden zerschlagen. &uuml;berfallkommandos der "Hilfspolizei" fuhren in Ortschaften des Landes Braunschweig, in denen die Arbeiterparteien bei den Reichstagswahlen am 5. M&auml;rz 1933 noch eine Mehrheit erhalten hatten. Diese Orte sollten - mit einem Polizeiausdruck gesprochen - "&uuml;berholt" werden, d.h. politische Gegner wurden schwer misshandelt und festgenommen. Um dem Terror zu entgehen, flohen NS-Gegner teilweise in die W&auml;lder; Frauen und Kinder versorgten sie heimlich mit Nahrung.
<br><br>
Lutter am Barenberge und Langelsheim geh&ouml;rten zu den ersten "&uuml;berholten" Orten der Nordharzregion. Am 27.3.1933 wurde Langelsheim von einem Braunschweiger SS-Rollkommando &uuml;berfallen. Anhand einer Liste wurden etwa 40 Antifaschisten aus ihren Wohnungen geholt und in der Kegelbahn des Gasthauses Bokenm&uuml;ller entsetzlich misshandelt. August Grotehenne, Sozialdemokrat und aktiver Gewerkschafter, starb am Morgen des n&auml;chsten Tages an diesen Folterungen. Auch der Langelsheimer SPDLandtagsabgeordnete und Gewerkschafter Heinrich Siems wurde ein Opfer der Naziterrors - er wurde mehrfach inhaftiert, kam 1944 in das KZ Sachsenhausen und starb 1945 im KZ Bergen-Belsen (Schl&uuml;ter 2005).
<br><br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-01.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-01.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right"><div style="font-size:11px;text-align:right;">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</div></a><br>
<i>Die Opfer der "&uuml;berholaktion" am 27.3.1933 in Langelsheim (nach Bein 2000)</i>
<br><br> 
Ende April 1933 waren alle andersdenkenden Mandatstr&auml;ger ausgeschaltet - die verk&uuml;ndete den ersten "rein nationalsozialistischen" Landtag. Die Erinnerung an August Grotehenne und Heinrich Siems halten zwei Langelsheimer Stra&szlig;ennamen aufrecht.
<br><br>
<b>R&uuml;stungswirtschaft im Harzraum und in Langelsheim</b>
<br><br>
In der Harzregion gab es w&auml;hrend des Dritten Reiches eine Vielzahl von R&uuml;stungsbetrieben und kriegswichtigen Zulieferbetrieben. Pr&auml;destiniert durch seine strategisch-geografisch g&uuml;nstige Lage in der Mitte des Deutschen Reiches, das vor Kriegsbeginn brachliegende industrieerfahrene Arbeitskr&auml;ftepotential dieser Region und nicht zuletzt die guten Tarnungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die neuen R&uuml;stungsbetriebe entwickelte sich im und rund um den Harz ein Schwerpunkt der nationalsozialistischen R&uuml;stungsproduktion. Allein im Bereich der heutigen Landkreise G&ouml;ttingen, Holzminden, Osterode, Goslar und Northeim arbeiteten w&auml;hrend des 2. Weltkrieges &uuml;ber 140 Betriebe an knapp 40 Standorten f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie. Etwa ein Viertel dieser Firmen stellten chemische Vorprodukte oder Sprengstoffe her. Im Harz befanden sich aber nicht nur kriegswichtige Betriebe der Chemie- und der Metallverarbeitungsbranche. Hinzu kamen strategisch wichtige Anlagen wie die Harzer Erzbergwerke und Metallh&uuml;tten oder der Fliegerhorst Goslar. Kriegswichtige Betriebe im Industrieraum Langelsheim waren z.B.:<br><br>
<ul type="disc">
<li>Chemische Werke Harz-Weser GmbH in Langelsheim (Aktivkohleproduktion, schwerpunktm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Gasmaskenfilter; heute Heubach GmbH)</li>
<li>Chemische Werke Minerva in Langelsheim (Sprengstoffproduktion)</li>
<li>Hans-Heinrich-H&uuml;tte (Lithiumprodukte f&uuml;r Wehrmacht und Luftwaffe; heute Chemetall GmbH)</li>
<li>Herzog-Julius-H&uuml;tte (kriegswichtiger H&uuml;ttenbetrieb; heute PPM Pure Metals GmbH)</li>
<li>Mitteldeutsche Sprengstoffwerke (Miedziankit) GmbH Langelsheim (enge Verbindung zu IG Farben AG und DAG, Herstellung von Gesteinssprengstoffen; heute MSW Chemie GmbH)</li>
<li>Paul Uhlig Metallwarenfabrik (Blech- und Stanzteile f&uuml;r Flugzeugmotoren; heute Uhlig Rohrbogen GmbH)</li>
<li>Silberh&uuml;tte Lautenthal (kriegswichtiger H&uuml;ttenbetrieb)</li>
<li>Wifo Langelsheim = I.G. S&auml;urefabrik (Produktion und Lagerung von hochkonzentrierter Salpeters&auml;ure (HOKO) f&uuml;r das Sprengstoffwerk Tanne in Clausthal-Zellerfeld).</li>
</ul>
<br>
<b>Zwangsarbeit in Langelsheim</b>
<br><br>
Praktisch alle kriegswichtigen Betriebe hatten Arbeitslager f&uuml;r Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen oder Kriegsgefangene. Denn in der Kriegswirtschaft, insbesondere im Metall- und Bergbausektor, herrschte ein eklatanter Arbeitskr&auml;ftemangel. Die vielen Millionen Fremdarbeiter, die ab Herbst 1941 nicht mehr nur in der Landwirtschaft, sondern mit der Umstellung auf einen langen Abnutzungskrieg auch in der Industrie zum "Arbeitseinsatz" kamen, lebten in einem System von Lagern und Barackenbehausungen, die zum Bild aller St&auml;dte und fast jedes Dorfes in Deutschland geh&ouml;rten. Nach Sch&auml;tzungen existierten auf dem Reichsgebiet &uuml;ber 20.000 Lager dieser Art und nur ein Teil ist bis heute namhaft gemacht.
<br><br>
Eine gute Quelle f&uuml;r die Lokalisierung der NS-Lager sind immer noch die von Weinmann (1990) kommentiert herausgegebenen beiden Lagerkataloge des International Tracing Service; hier sind etwa 7000 Lager und Gef&auml;ngnisse lokalisiert. Gr&ouml;&szlig;e und Art der Zwangsarbeitslager f&uuml;r Ausl&auml;nder, oft in verharmlosender Pauschalierung "Arbeitslager" oder "Zivilarbeiterlager" genannt, wichen stark voneinander ab. Viele hatten den Charakter streng bewachter Haftst&auml;tten; in anderen F&auml;llen waren es z.T. umz&auml;unte Unterk&uuml;nfte, die auf diese Weise leichter von der Polizei zu kontrollieren waren.
<br><br>
In einer Dienstanweisung der Staatspolizei-Leitstelle Braunschweig aus dem Jahr 1943 &uuml;ber die Behandlung sowjetischer Zivilarbeiter f&uuml;r die Betriebe in ihrem Zust&auml;ndigkeitsbereich, die in dieser Form in den Harzer Preussag-H&uuml;tten Anwendung fand, hei&szlig;t es u.a.:
<br><br>
<i>"... Lager: Das Lager ist kein Gemeinschaftslager, sondern wie ein Kriegsgefangenenlager einzurichten: Stacheldrahtz&auml;unung, Vergitterung der Fenster, Einbau einer Wachstube f&uuml;r die Bewachungsmannschaft, Krankenzimmer, Haftzelle. Das Verlassen des Lagers ist lediglich zum Wege der Arbeit in Begleitung des Wachpersonals gestattet. ...
<br>
Bewachung: Die Bewachung erfolgt durch die Werkswache. Die Werkswache ist ausger&uuml;stet mit Gewehr, Pistole und Gummikn&uuml;ppel. Sie ist berechtigt und verpflichtet bei den geringsten Anzeichen von Ungehorsam und Widersetzlichkeit r&uuml;cksichtslos durchzugreifen und zur Brechung von Widerstand auch von der Waffe schonungslos Gebrauch zu machen. Auf fl&uuml;chtige Russen ist sofort ohne Anruf zu schie&szlig;en mit der festen Absicht, zu treffen. ...
<br>
Verpflegung: Die Verpflegung ist die der sowjetischen Kriegsgefangenen. ... 
<br>
Verhalten der Russen und Strafen: Den russischen Arbeitern ist jeder nicht durch den Arbeitseinsatz bedingte Umgang mit Personen deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit, ausl&auml;ndischen Zivilarbeitern oder Kriegsgefangenen verboten; insbesondere ist jeder Verkehr mit weiblichen deutschen Staatsangeh&ouml;rigen verboten. Zuwiderhandelnde haben die Todesstrafe zu erwarten. Wer den jeweils erlassenen Anordnungen sich nicht f&uuml;gt oder seine Arbeit nachl&auml;ssig verrichtet, wird bestraft. Als Strafen sind zugelassen:
<br>
<ol>
<li>"Ordnungs&uuml;bungen" nach Beendigung der Arbeitszeit</li>
<li>Zuteilung zum Straftrupp. Zum Straftrupp geh&ouml;ren diejenigen, die nachl&auml;ssig oder tr&auml;ge arbeiten. Sie bewegen sich - solange sie dem Straftrupp angeh&ouml;ren - grunds&auml;tzlich im Laufschritt und erhalten keinerlei Verg&uuml;nstigungen. Sie sind mit besonderer H&auml;rte anzufassen (Gummikn&uuml;ppel).</li>
<li>Entziehung der warmen Tagesverpflegung bis zu 3 Tagen in der Woche.</li>
<li>Arrest auf die Dauer von h&ouml;chstens 3 Tagen. Die Arreststrafe wird in der Strafzelle bei Entzug der Arbeit, der Bewegung im Freien und des Bettlagers sowie unter Beschr&auml;nkung der Kost auf Wasser und Brot vollzogen.</li>
</ol><br>
Sonstiges: ... Die Annahme von Geschenken jeder Art ist den Russen verboten. F&uuml;r die &auml;rztliche Betreuung und bei eintretenden Todesf&auml;llen ist das Arbeitsamt zust&auml;ndig."</i>
<br><br>
Anders als die KZ lagen diese Zwangsarbeitslager zumeist im Wahrnehmungsfeld der Bev&ouml;lkerung - auch im Harz. Zur Normalit&auml;t des Lageralltags konnte geh&ouml;ren, dass die "Fremdv&ouml;lkischen" am Arbeitsplatz - immerhin zumeist mitten in deutschen Betrieben! - zusammenbrachen, weil ihre Nahrungsmittelrationen unter das Existenzminimum gesenkt worden waren. Es war "normal", dass bei Luftangriffen "den Ausl&auml;ndischen" der Zugang zu den Luftschutzkellern verwehrt war - sie waren f&uuml;r die Deutschen reserviert.In den Langelsheimer Gro&szlig;betrieben arbeiteten &uuml;ber 1000 Menschen als Fremd- oder Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. Die nachfolgenden Angaben wurden nach Kriegsende recherchiert und stellen somit mehr oder weniger l&uuml;ckenhaft die Lagersituation im April 1945 dar.
<br><br>
Im Katalog von Weinmann (1990) sind folgende Zwangsarbeitslager in und bei Langelsheim zu Kriegsende genannt (erg&auml;nzt):
<br><br>
<u>Langelsheim</u><br>
Lager Rumels: 200 Arbeiter<br>
Lager An der Innerste: 120 Arbeiter<br>
Lager Kalkr&ouml;secke: 50 Arbeiter<br>
Lager Mitteldeutsche Sprengstoffwerke: 220 Polen<br>
Lager Arkana: 100 Arbeiter (Lager der Hans-Heinrich-H&uuml;tte)<br>
<br>
<u>Herzog-Juliush&uuml;tte</u><br>
Lager Forstamt Langelsheim: 50 Arbeiter (&uuml;berwiegend Kulturfrauen)<br>
Lager H&uuml;ttenwerk Herzog-Juliush&uuml;tte: 85 Arbeiter<br>
<br>
<u>Lautenthal</u><br>
Lager Silberh&uuml;tte: 80 Arbeiter (Belgier und Holl&auml;nder)<br>
<br>
<u>Wolfshagen</u><br>
Lager Wolfshagen: 50 Arbeiter<br>
<br>
Fiedler & Ludewig (2003) nennen folgende Lager und Belegungszahlen zu Kriegsende (erg&auml;nzt):
<br><br>
<u>Herzog-Juliush&uuml;tte</u><br>
Eisenbahnarbeitslager: 30 Holl&auml;nder, 24 Italiener, 20 Russen, 34 Polen, Kriegsgefangene und freiwillige Arbeiter; insgesamt 108 Personen; Kriegsgefangene und freiwillige Arbeiter; Arbeit in Metallh&uuml;tte und Waldarbeit.
<br><br>
<u>Langelsheim</u><br>
Lager 10: 356 Russen, 54 Polen, 33 Franzosen, 15 Belgier, 51 Italiener und 4 Holl&auml;nder; insges. 513 Personen; Arbeit im Wald, in der Landwirtschaft und der Industrie; Baracken f&uuml;r die Firmen Mitteldeutsche Sprengstoff-Werke (92 Arbeiter), Hans-Heinrich-H&uuml;tte (68 Ostarbeiter), I.G. S&auml;urefabrik (13 Arbeiter), Steinbruchsbetrieb Telge und Eppers (21 Arbeiter), Hermann Wilgeroth (20 Arbeiter), Aug. Neufeldt (21 Arbeiter) und Frau Wwe. Raimer (9 Arbeiter).
<br><br>
<u>Wolfshagen</u><br>
Lager Nr. 257 und 258 bzw. Eisenbahnlager: 100 Polen und Franzosen; zwei Holzbaracken und eine Steinbaracke ohne Posten und Bewachung.
<br><br>
In Lautenthal gab es nach verschiedenen Quellen weiterhin ein Lager an der Roten Klippe, dessen Funktion noch nicht ganz klar ist. Weil es zu den ausl&auml;ndischen Zivilarbeitern der Silberh&uuml;tte Lautenthal detailliertere Daten gibt, ist hierzu eine separate Ausarbeitung geplant. Teilweise ist die genaue Zuordnung dieser Lager noch unklar. Das "Lager 10" nach Fiedler & Ludewig (2003) ist wahrscheinlich eine summarische Bezeichnung der "Belgischen Lagerliste", die von den Autoren ausgewertet wurde. Vom Lager Herzog-Julius-H&uuml;tte ist bekannt, dass hier 10 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren Zwangsarbeit leisteten, die im Herbst 1943 aus dem Gebiet des ukrainischen Dorfes Mirowe deportiert wurden. Gegen Jahresende 1943 wurden sie dem Rammelsberg zugewiesen. Zu ihnen geh&ouml;rte Michail Schapowalenko, der sp&auml;ter aus dem Lager Wintertal am Rammelsberg fl&uuml;chtete, wieder gefasst wurde, ins KZ Buchenwald kam, von dort einem Kommando im th&uuml;ringischen Jonastal zugewiesen wurde, dort erneut floh und dann spurlos verschwand (V&ouml;gel 2003).<br><br>
Zwei der Ostarbeiterinnen, die als Kulturfrauen im Forstamt Langelsheim arbeiteten, sind uns namentlich durch ihre in Langelsheim aufgefundenen Arbeitsb&uuml;cher bekannt: Sophia Tikanowa (Ausschnitte aus dem Arbeitsbuch siehe unten) und Praskowja Rischowa. 
<br><br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-02.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-02.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right"><div style="font-size:11px;text-align:right;">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</div></a><br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-03.jpg"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/54-03.jpg" style="width:100%;">
<br><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/ex.gif" style="width:11px;float:right"><div style="font-size:11px;text-align:right;">Bild vergr&ouml;&szlig;ern</div></a><br>
<i>Aus dem in Langelsheim aufgefundenen Arbeitsbuch einer Ostarbeiterin, die bis zum Kriegsende im Forstamt Langelsheim gearbeitet hat (Archiv Spurensuche Goslar e.V.). </i>
<br><br>
Bei der Aufkl&auml;rung noch offener Details k&ouml;nnten die Unterlagen der Langelsheimer Firmen eine wichtige Hilfe sein, sofern sie noch erhalten sind. Zu dieser Frage bitten wir die noch bestehenden Firmen bzw. die Nachfolgebetriebe um Unterst&uuml;tzung und Recherchehilfe. 
<br><br>
<b>Gr&auml;ber auf dem Langelsheimer Friedhof</b>
<br><br>
Auf dem Langelsheimer Friedhof finden sich zwei Erinnerungsst&auml;tten an die NS-Zeit.
<br><br>
Am westlichen Eingang des Friedhofs steht rechts vor den Gr&auml;bern der Gefallenen im leichten Halbbogen ein steinernes Ehrenmal mit zwei Metallgussplatten. W&auml;hrend linkerhand der Toten f&uuml;r Heimat und Vaterland 1939 - 1945 gedacht wird, hei&szlig;t es rechterhand: "Zum Ged&auml;chtnis der Opfer f&uuml;r Freiheit und Recht 1933 - 1945". Am Zaun an der Nordseite, nicht weit entfernt vom Ehrenmal, liegt am Rande des Friedhofs ein Massengrab f&uuml;r verstorbene Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die im April 1945 unter bisher unklaren Umst&auml;nden zu Tode kamen - acht Tote liegen in sieben Grabstellen. Der Pflegezustand ist zufriedenstellend; an Kopf- und Fu&szlig;ende gibt es eine Heckeneinfassung. Auf schlichten, jeweils auf einem Betonsockel stehenden Holzkreuzen sind die Namen und Daten der Verstorbenen angegeben:
<br><br>
Jankowski Aloisius * 12.10.1913 &#134; 28.4.1945<br>
Fedasz Josaphal * 15.11.1921 &#134; 28.4.1945<br>
Teodarch Joseph &#134; 28.4.1945<br>
Oleksiak Stanislav * 4.8.1894 &#134; 18.4.1945<br>
Ciechocinsky Tadeus * 1.6.1920 &#134; 18.4.1945<br>
Magiera Michael * 29.9.1894 &#134; 18.4.1945<br>
Szalaj Ludwiga * 6.9.1924 &#134; 17.4.1945<br>
Soika Genofeva * 29.2.1925 &#134; 15.4.1945<br>
<br><br>
Nach Angaben des Langelsheimer Stadtarchivs, die bei K&uuml;hlewind (1998) zitiert sind, ist nach Auswertung von Personendaten von Ludwiga Szalaj bekannt, dass sie bei den Mitteldeutschen Sprengstoffwerken gearbeitet hat. Stanislav Oleksiak hat demzufolge im Steinbruch Langelsheim gearbeitet. Die &uuml;brigen Namen finden sich in den Karteien des Stadtarchivs Langelsheim nicht wieder.
<br><br>
Die Todesumst&auml;nde der jeweils kurz nach dem Einmarsch der US-Truppen verstorbenen und hier zur letzten Ruhe Gebetteten sind bis heute unklar. Nach Angaben von Ernst Jago, Langelsheim, befinden sich auf dem Lautenthaler Friedhof u.a. auch 14 Gr&auml;ber mit osteurop&auml;ischen Namen und mit den Sterbetagen 13. - 15. April 1945. Diese Menschen h&auml;tten sich mit Methylalkohol vergiftet, den sie f&uuml;r trinkbaren Alkohol hielten. Sie h&auml;tten das Kriegsende im Lager Rote Klippe gefeiert und es sei anzunehmen, dass auch Bekannte aus Langelsheim daran beteiligt waren. Der Methylalkohol stand in mehreren gro&szlig;en Kessel- Eisenbahnwagen auf einem Steinbruch-Gleisanschluss in der N&auml;he des Lagers Rote Klippe. Sie waren f&uuml;r das Sprengstoffwerk Tanne in Clausthal-Zellerfeld bestimmt und vermutlich dort aus Luftsicherheitsgr&uuml;nden abgestellt. K&uuml;hlewind (1998) zitiert Ristig mit Informationen von Langelsheimern, die von Methylalkohol sprechen, der von der Hans-Heinrich-H&uuml;tte stamme. Wie dem auch sei - es ist tragisch, dass diese Menschen, die das NS-Regime und die Zwangsarbeit endlich und lebend &uuml;berstanden hatten, nun an solch einem Irrtum zugrunde gingen.
<br><br>
<b>Verantwortung der heutigen Firmen und Nachfolgefirmen</b>
<br><br>
Auf die allermeisten dieser Lager, in denen sich teilweise grausame Schicksale abgespielt haben, wie wir aus anderen Harzer Lagern wissen, verweisen keine Tafeln oder Gedenksteine. Die bisherigen Langelsheimer Chroniken gehen auf dieses Thema nicht ein - die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Langelsheim ist bisher nicht erforscht worden. Eine besondere Verantwortung kommt hierbei den Firmen bzw. Nachfolgefirmen zu, die heute f&uuml;r die Produktions- bzw. Lagerstandorte von damals verantwortlich sind. 
<br><br>
<b>Dank</b>
<br><br>
F&uuml;r hilfreiche Hinweise und Rechercheunterst&uuml;tzung danke ich den Kollegen Frank Jacobs, Ernst Jago, Wolfgang Janz, Michael Ohse, Frank Raimer, Renate Ristig &#134; und Dr. Peter Schyga.
<br><br>
<b>Literatur</b>
<br><br>
Baranowski, F. (1995): Geheime R&uuml;stungsprojekte in S&uuml;dniedersachsen und Th&uuml;ringen w&auml;hrend der NS-Zeit. - Verlag Mecke Druck, Duderstadt
<br><br>
Bein, R. (2000): Zeitzeichen - Stadt und Land Braunschweig 1930 - 1945. - Braunschweig
<br><br>
Bergwerks- und Geschichtsverein Bergstadt Lautenthal von 1976 e.V. (o.J., ca. 2002): Lautenthal - Bergstadt im Oberharz - Bergbau- und H&uuml;ttengeschichte.- Langelsheim- Lautenthal
<br><br>
Fiedler, G. & Ludewig, H.-U. (Hrsg., 2003): Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft im Lande Braunschweig 1939 - 1945. - Quellen Forsch. Braunschweig. Landesgesch., Bd. 39, 511 S., Appelhans-Verlag, Braunschweig
<br><br>
Janz, W. (2003): Erinnerungsst&auml;tten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar. - Goslar
<br><br>
Knolle, F. (1997): Zum nationalsozialistischen Lagersystem im Westharzgebiet - ein oft verdr&auml;ngtes St&uuml;ck Industrie- und Heimatgeschichte. - Unser Harz 45(6):106 - 108
<br><br>
K&uuml;hlewind, D. (1998): Arbeitskreis "Spurensuche" interessiert sich f&uuml;r die Gr&auml;ber polnischer Zwangsarbeiter - Den Details von acht Schicksalen auf der Spur.- Goslarsche Zeitung 19. August 1998
<br><br>Schl&uuml;ter, H. (2005): Die &uuml;berholungsaktion in Langelsheim am 27. M&auml;rz 1933. Die Auswirkungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Region Langelsheim. Dokumentation gegen das Vergessen. Ein Beitrag zur Ortschronik. - Eigenverlag, Langelsheim<br><br>
Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des Widerstandes 1933-1945 (Hrsg., 1985): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu St&auml;tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, 2, Niedersachsen I: Regierungsbezirke Braunschweig und L&uuml;neburg, K&ouml;ln
<br><br>
V&ouml;gel, Bernhild (2003): "Wir waren fast noch Kinder". Die Ostarbeiter vom Rammelsberg.- Rammelsberger Forum 2, Goslar
<br><br>
Weinmann, M. (Hrsg., 1990): Das nationalsozialistische Lagersystem (CCP). - 1. Aufl., 1169 S., Zweitausendeins, Frankfurt a. M. (kommentierter Nachdruck des "Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories")
<br><br>
www.vernetztes-gedaechtnis.de
<br><br>
Dr. Friedhart Knolle, Spurensuche Harzregion e.V., <a href="mailto:fknolle@t-online.de">fknolle@t-online.de</a>

]]></content>
		</item>
	</channel>
</rss>
