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	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>
	<pubDate>Thu, 31 Jul 1999 00:00:01 +0000</pubDate>
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	<language>de-de</language>
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		<title><![CDATA["Gebt uns unsere W&uuml;rde wieder"]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/6</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Jul 1999 00:00:01 +0000</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[begleittext,ausstellung,zwangsarbeit,w&uuml;rde]]></keywords>

		<description><![CDATA[Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945]]></description>
			<content><![CDATA[<b>Kriegsproduktion und Zwangsarbeit<br>
in Goslar 1939 - 1945</b>
<br><br>
Dr. Peter Schyga unter Mitarbeit von
Frank Jacobs & Friedhart Knolle
<br><br>
<b>Einleitung</b>
<br><br>
Am 2.6.1945 &uuml;bersandte das Erzbergwerk Rammelsberg der provisorischen Nachkriegs-Stadtverwaltung Goslar eine Liste der im "Ostarbeiterlager" im Bergtal unterhalb des Herzberger Teiches untergebrachten ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Ukraine. "Displaced Persons", kurz DPs, wurden diese Menschen nun genannt, die das Naziregime von 1939 bis 1945 aus ganz Europa zusammengetrieben hatte, um f&uuml;r die deutsche Kriegswirtschaft zu arbeiteten. Viele der DPs wussten nicht wohin. Sie waren seit Jahren fern ihrer Heimat, insbesondere diejenigen, die aus dem Osten Europas ins Reich zwangsverschleppt worden waren. Viele hatten Angst zur&uuml;ckzukehren, denn in der Sowjetunion wurden sie, so zynisch es auch war, als Verr&auml;ter angesehen und oft genug in Stalins GULAG gesteckt. So wurden sie von den Alliierten zusammengefasst und kamen in ehemaligen Zwangsarbeiterlagern unter. Nach der genannten Liste war die &auml;lteste Arbeiterin 69 Jahre alt, das j&uuml;ngste Kind gerade ein Jahr.
<br><br>
Nach einer amtlichen Statistik des Gauarbeitsamtes S&uuml;dhannover-Braunschweig vom Juni 1944 waren im Gau bei einer Anzahl von insgesamt 868.000 Besch&auml;ftigten knapp 300.000 Ausl&auml;nder t&auml;tig, davon 227.000 "Zivilarbeiter" und 70.500 Kriegsgefangene. Sie arbeiteten in gro&szlig;en und kleinen Fabriken, in der Landwirtschaft, bei Handwerkern, bei der Reichsbahn und in st&auml;dtischen Betrieben. In Goslar waren es nach Mitteilung an die Gestapo Braunschweig im Juni 1944 2.300 Ausl&auml;nderinnen und Ausl&auml;nder. Insgesamt arbeiteten w&auml;hrend des Krieges etwa 5.000 Menschen aus dem europ&auml;ischen Ausland in der Stadt und ihrer Umgebung. 61 Betriebe bedienten sich in diesem Zeitraum ihrer Arbeitskraft.
<br><br>
Die gr&ouml;&szlig;ten Arbeitgeber waren die Chemische Fabrik Gebr. Borchers A.G./H.C. Starck, die Unterharzer Berg- und H&uuml;ttenwerke G.m.b.H. mit dem Erzbergwerk Rammelsberg, der Fliegerhorst Goslar, ab August 1944 die Betriebe bzw. &auml;mter B&uuml;ssing, Chemische Fabriken Oker & Braunschweig, Harzer Weinbrunnen, Harzer Grauhof-Brunnen, Greifwerke, Dr. Genthe & Co., Luther-Werke & Jordan, Bleiwerk Goslar, Ernst Schmutzler, Reichsbahnbetriebsamt Goslar, Maschinenfabrik H. Weule, Stadtforstamt Goslar, Joseph Gastrich und List. Die Arbeiterinnen und Arbeiter waren in folgenden Sammellagern untergebracht:
<br>
<ul>
<li>Lager des Erzbergwerks Rammelsberg
<li>Unterk&uuml;nfte der Firma Borchers Im Schleeke und Sudmerberg 7 und 8a
<li>Unterk&uuml;nfte der Greifwerke in der Zehntstra&szlig;e 6 und Bergstra&szlig;e 4
<li>Baracken auf dem Flugplatz und an der Astfelder Stra&szlig;e
<li>Wohnlager Petersberg
<li>Goslar-Halle
<li>Lager auf den Dom&auml;nen
</ul>
<br>
Etliche wohnten auch in anderen speziellen Unterk&uuml;nften ihrer Arbeitgeber.
<br><br>
Seit dem &uuml;berfall auf Polen rekrutierten die H&auml;scher des NS-Regimes aus den besetzten L&auml;ndern Arbeitskr&auml;fte, um die zur Wehrmacht eingezogenen Arbeiter und Angestellten zu ersetzen und die R&uuml;stungsmaschinerie am Laufen zu halten. Noch waren es nicht viele, denn noch war die Kriegsr&uuml;stung nicht "total". Doch mit dem &uuml;berfall auf die Sowjetunion &auml;nderte sich das, erst recht nach der Niederlage von Stalingrad. Die Betriebe mussten ihr Personal an die Wehrmacht und Waffen-SS abgeben. Ersetzt wurden die Deutschen durch ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte, die systematisch &uuml;ber die Arbeitsamtsverwaltung des Reichs in die Zwangsarbeit gepresst wurden.
<br><br>
Wo die Wehrmacht auch hinmarschierte, das Stadtbild wurde "bunter". Erst kamen Tschechen und Slowaken, dann Polen. Nach dem "Frankreichfeldzug" kamen Holl&auml;nder, Belgier und Franzosen. Im "Balkanfeldzug" wurden Slowenen und Serben &uuml;berw&auml;ltigt und ins Reich geschafft. Nach dem &uuml;berfall auf die Sowjetunion bem&auml;chtigten sich die Organisationen Todt und Sauckel der Menschen der V&ouml;lker der Sowjetunion; nach Goslar kamen im wesentlichen Ukrainer und Russen.
<br><br>
Goslar wurde aus einer vertr&auml;umten, mittelalterlich anmutenden, von Handwerk, Mittelstand und Fremdenverkehr gepr&auml;gten Stadt zu einem wichtigen Ort der R&uuml;stungsproduktion des Naziregimes. Blei, Kupfer und Zink des Rammelsberges und der H&uuml;tten im Okertal waren begehrt, die Stahlveredelungsprodukte und Arsenverbindungen der Firma Borchers A.G./H.C. Starck ebenso. Beide Betriebe wurden mit staatlichen Mitteln ab 1935/36 ausgebaut, Produktion und Belegschaften mehr als verdoppelt.
<br><br>
Das UNESCO-Weltkulturerbeprojekt Rammelsberg w&uuml;rde heute nicht existieren, wenn die Nazis nicht durch millionenschwere Investitionen ein volks- und betriebswirtschaftlich unrentables Bergwerk f&uuml;r ihre Kriegswirtschaft erhalten h&auml;tten.
<br><br>
Der vorliegende Text will dem Zusammenhang zwischen Kriegsvorbereitung, verbrecherischem Raubkrieg und Zwangsarbeit des NS-Regimes nachgehen und somit auch einen Beitrag zum besseren historischen Verst&auml;ndnis der Goslarer Zeitgeschichte leisten. Es geht uns nicht darum, bestimmte Betriebe oder Personen an den Pranger zu stellen. Im Gegenteil m&ouml;chten wir mit allen Betroffenen zusammenarbeiten mit dem Ziel, dass Zwangsarbeit endlich als das anerkannt wird was es war: ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, eine Entw&uuml;rdigung von Menschen, manchmal bis in den Tod. "Gebt uns unsere W&uuml;rde wieder", lautet der einhellige Wunsch aller ehemaligen Opfer des Zwangsarbeitssystems.
<br><br>
<b>Die Preussag und der Rammelsberg -</b><br>
ein St&uuml;ck Industriegeschichte der ersten H&auml;lfte dieses Jahrhunderts
<br><br>
Am 13.12.1923 wurde die "Preu&szlig;ische Bergwerks- und H&uuml;tten-Aktiengesellschaft" gegr&uuml;ndet. Grundlage war das "Gesetz betr. &uuml;bertragung der Verwaltung und Ausbeutung des staatlichen Bergwerksbesitzes an eine Aktiengesellschaft" mit dem Ziel, eine Einheitsgesellschaft privaten Rechts zur Bewirtschaftung des gesamten Bergwerks- und H&uuml;ttenbesitzes des preu&szlig;ischen Staates zu erhalten. Am 30.12.1924 gr&uuml;ndeten auf der Grundlage eines Staatsvertrages zwischen Braunschweig und Preu&szlig;en die Preussag und die Braunschweig GmbH die Unterharzer Berg- und H&uuml;ttenwerke (U.H.B.H.W.). Die Preussag hielt 4/7, die Braunschweig GmbH 3/7 des Eigenkapitals. Gegenstand des Unternehmens war der Betrieb des Erzbergwerks Rammelsberg und der H&uuml;tten in Herzog-Julius-H&uuml;tte, Langelsheim, Oker und Harlingerode. Ziel war es, unter einheitlicher F&uuml;hrung eine Kuppelproduktion zu organisieren: Die im Rammelsberg gef&ouml;rderten Blei-, Zink- und Kupfererze sollten auf den H&uuml;tten zu Metall und Metallverbindungen weiterverarbeitet werden. H&uuml;tten und Bergwerk waren produktionstechnisch aufeinander angewiesen und erhielten jetzt eine einheitliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung. Die stark verwachsenen Erze des Rammelsberges erforderten besondere Verfahren bei der Verh&uuml;ttung, die H&uuml;tten waren auf diese Form der "R&ouml;stung" spezialisiert.
<br><br>
Das Bergwerk war in Goslar seit langem entscheidender Arbeitgeber. Nicht nur, dass dort viele Menschen arbeiteten, auch wurden die Produkte ihrer Arbeit in der Region weiterverarbeitet und gaben vielen Menschen Lohn und Brot. Die H&uuml;tten wurden in der Folge des Abbaus der Rammelsberger Erze errichtet; Glas- und Chemieindustrie hatte sich im Raum Goslar und dem weiteren Nordharzgebiet angesiedelt, um H&uuml;ttenprodukte zu nutzen. Die Bergleute selbst hatten einen guten Ruf in der Stadt, und diese setzte sich auch f&uuml;r ihre Belange ein. So gelang es im Fr&uuml;hjahr/Sommer 1932 dem damaligen Oberb&uuml;rgermeister Klinge, mittels einer konzertierten Aktion von Politik, Industrie und Gewerkschaft, dem Reich und Preu&szlig;en Subventionszahlungen f&uuml;r das Bergwerk abzuringen und damit die geplante Stillegung im Sommer des Jahres zu verhindern. Im Strudel der Weltwirtschaftskrise war die Belegschaft von 497 (1929) auf 261 (1932) geschrumpft, die Gesamtf&ouml;rderung war von 121.000 t (1930) auf 64.000 t im Jahre 1932 gesunken. Die Weltmarktpreise f&uuml;r NE-Metalle waren seit 1929 um 50% gesunken, eine Konjunkturerholung nicht in Sicht. Erst mit massiver Aufr&uuml;stung zur Abwehr der deutschen und japanischen Aggressoren und dem Kriegseintritt der USA stiegen die Metallpreise auf dem Weltmarkt wieder an.
<br><br>
Neben den Preisen setzte aber auch die F&ouml;rdertechnik und Verh&uuml;ttung einer F&ouml;rderung am Rammelsberg mengenm&auml;&szlig;ige Grenzen. Die Kapazit&auml;t der H&uuml;tten war wegen des aufwendigen R&ouml;stprozesses begrenzt. So lag die F&ouml;rderung am Rammelsberg auch in Zeiten guter Konjunktur bei ca. 100.000 t Roherz pro Jahr. Mit der neu zu errichtenden Flotationsanlage sollte sich das &auml;ndern. Ziel war es, den H&uuml;tten Konzentrate, insbesondere Zink- bzw. Zinkmischkonzentrate und kupferarme Bleikonzentrate zu liefern. Dadurch sollte es m&ouml;glich werden, dass die H&uuml;tten 98% des Zinks ausbringen konnten. Bislang stellten die Unterharzer H&uuml;tten lediglich Zinkoxid her in einem R&ouml;stprozess, bei dem 25% des Zinkinhalts der Erze verloren ging. Durch eine verbesserte Aufbereitung und den Neubau einer Zinkh&uuml;tte in Harlingerode sollte ein produktiverer Verh&uuml;ttungsprozess m&ouml;glich werden.
<br><br>
Die weltweite Konjunkturschw&auml;che der Zwischenkriegszeit und erst recht die Weltwirtschaftskrise 1929 hatten den Erzbergbau im Harz heftig getroffen. Die Metallpreise des Weltmarktes waren drastisch gesunken; in den Vorst&auml;nden der Bergbau- und H&uuml;ttenindustrie wurden Krisenstrategien entwickelt. Doch deren unterschiedliche Interessen lie&szlig;en sich kaum unter einen Hut bringen. W&auml;hrend die H&uuml;tten an Rhein und Ruhr, angeschlossen an g&uuml;nstige Verkehrswege, die fallenden Weltmarktpreise f&uuml;r Metallerze begr&uuml;&szlig;ten, st&ouml;hnten die Bergwerksbetriebe unter der Last der ausl&auml;ndischen Konkurrenz. Von ihnen ging der Ruf an die Politik nach Einfuhrz&ouml;llen und Subventionen aus. Wortf&uuml;hrer war R&ouml;chling in V&ouml;lklingen, der massiv eine Autarkiepolitik, wie sie sp&auml;ter die Nazis verfolgten, forderte, sich aber gegen&uuml;ber den einflussreichen Rhein-Ruhr-Verb&auml;nden nicht durchsetzen konnte.
<br><br>
Auch die Gesch&auml;ftsleitung des Rammelsberges betonte noch zu Beginn des Jahres 1933 ihren weltmarktorientierten Kurs, so im Jahresbericht des Unternehmens vom Fr&uuml;hjahr 1933: "Die deutsche Bergbau- und H&uuml;ttenindustrie hat sich gegen den Versuch einer deutschen Metallautarkie ausgesprochen, aber den Schutz der heimischen Metallgewinnung verlangt. Die Forderung nach Einf&uuml;hrung von Metallz&ouml;llen ist noch nicht verwirklicht worden. Die deutsche Regierung hat es f&uuml;r richtiger gehalten, dem Erzbergbau durch Subventionen die Weiterarbeit zu erm&ouml;glichen."
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Doch nach der Realisierung der Folgen der "Machtergreifung" begann die Gesch&auml;ftsleitung des Rammelsberges zu handeln. Schon 1930 hatte die Preussag im Oberharz eine selektive Flotationsanlage zu Versuchszwecken in Betrieb genommen. Diese Anlage war Ergebnis jahrelanger Kleinversuche, die Metallgewinnung aus den Erzen des Harzes zu effektivieren. Ziel der Versuche war die Einf&uuml;hrung der selektiven Flotation am Rammelsberg, doch die betriebswirtschaftlichen Kosten schienen angesichts der Weltmarktentwicklung zu hoch.
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Das &auml;nderte sich nach der Macht&uuml;bernahme Hitlers. Im Mai 1934 wurden staatliche F&ouml;rderpr&auml;mien f&uuml;r NE-Metallbetriebe eingef&uuml;hrt - und die neue Rammelsbergleitung reagierte prompt. Im Laufe der Jahre 1933/34 waren die Bergr&auml;te Paul-Ferdinand Hast, Willhelm Sauerbrey, Hans Hermann v. Scotti und Karl Bodife&eacute; in die Leitung des Rammelsberges aufger&uuml;ckt, 1936 folgte ihnen als Finanzdirektor K. Rudolph. Sie erkannten die Chance, die Flotationsversuche jetzt mit Reichsmitteln in einer Gro&szlig;anlage umzusetzen. Ab dem 1.9.1934 koppelte das NS-Regime den deutschen Metallmarkt von der Weltmarktentwicklung ab. F&uuml;r Zink und Blei, den beiden wesentlichen Metallen des Rammelsbergs, wurden 201 bzw. 210 RM/t als Abnahmepreis festgesetzt. Da auch diese Preise die Gestehungskosten der deutschen Erzbergwerke nicht decken konnten, wurden f&uuml;r die Differenz zwischen Gestehungskosten und Inlandspreisen F&ouml;rderpr&auml;mien gezahlt, die in die Finanzierung von Investitionen gesteckt werden konnten.
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Am 13.12.1935 widmete die Goslarsche Zeitung (GZ) der Ank&uuml;ndigung eines neuen Industriekonzepts am Rammelsberg zwei Druckseiten. Bergrat v. Scotti hatte Teile einer Denkschrift zum sogenannten "Rammelsbergprojekt" einer ausgesuchten &ouml;ffentlichkeit aus Goslar vorgestellt: "Der Rammelsberg ist die bedeutendste Erzlagerst&auml;tte in Deutschland. Aufgeschlossen in Form von Erz ist dort ein Metallvorrat von nahezu 2.000.000 t an Zink, Blei und Kupfer, von 1.000.000 kg Silber und 7.500 kg Gold nachgewiesen. Alles spricht daf&uuml;r, da&szlig; au&szlig;erdem noch einmal die gleiche Erzmenge unaufgeschlossen der sp&auml;teren Erschlie&szlig;ung harrt. Trotzdem wurde der Rammelsberg bisher nicht gen&uuml;gend zur deutschen Metallversorgung herangezogen, obwohl mehr als die H&auml;lfte des deutschen Metallverbrauchs aus dem Ausland bezogen werden m&uuml;ssen. Er konnte unserer Volkswirtschaft bisher j&auml;hrlich nur 23.000 t an Zink, Blei und Kupfer, 16.000 kg Silber und 130 kg Gold liefern. Der Grund daf&uuml;r liegt darin, da&szlig; eine Steigerung der Erzeugung durch blo&szlig;e Erweiterung der Anlagen unter Beibehaltung des alten und veralteten Gewinnungsverfahrens heute nicht mehr zul&auml;ssig ist und noch dazu ein wirtschaftlicher Unsinn w&auml;re.
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Die Rammelsberger Erze sind zwar metallreich, in sich aber so unendlich fein verwachsen, da&szlig; ihre Verarbeitung auf Metall sehr schwierig ist. Erst neuerdings ist es gelungen, f&uuml;r die Verarbeitung der mengenm&auml;&szlig;ig bei weitem &uuml;berwiegenden Bleizinkerze ein befriedigendes Verfahren zu finden. Erst dieses neue Verfahren bietet technisch die M&ouml;glichkeit zur Steigerung der Erzeugung. Wir haben uns deshalb entschlossen, dieses jetzt unverz&uuml;glich durchzuf&uuml;hren.
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Unser Rammelsbergprojekt sieht eine Steigerung unserer Metalljahreserzeugung auf 66.000 t Zink, Blei und Kupfer, 35.000 kg Silber und 200 kg Gold vor. F&uuml;r ein Viertel der Erzf&ouml;rderung, n&auml;mlich f&uuml;r die auf unserer Okerh&uuml;tte verh&uuml;tteten kupferhaltigen Melierterze, gen&uuml;gt eine Erg&auml;nzung der Anlagen ohne wesentliche Ver&auml;nderung des Verfahrens. F&uuml;r die &uuml;brigen drei Viertel, n&auml;mlich f&uuml;r die bisher auf unseren beiden anderen H&uuml;tten verh&uuml;tteten Bleizinkerze, m&uuml;ssen eine Aufbereitung und eine H&uuml;tte von Grund auf neu gebaut werden. F&uuml;r die Metallerzeugung ergibt sich hierbei neben der Steigerung vor allem auch eine wesentliche Verbilligung ... Dabei wird der Devisenwert einer einzigen Jahreserzeugung an Metallen aus dem Rammelsberg nach heutigen niedrigen Weltmarktpreisen berechnet, von bisher 5.500.000 RM auf 14.000.000 RM steigen. Hierzu ist eine einmalige Aufwendung von 19.000.000 RM f&uuml;r Neuanlagen erforderlich. Neben diesen bedeutenden nationalwirtschaftlichen und privatwirtschaftlichen Gr&uuml;nden sprechen dringende wehrpolitische und soziale Gr&uuml;nde f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Projekts."
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Die Kosten waren viel zu niedrig angesetzt. 98,87 Mio. RM an F&ouml;rderpr&auml;mien steckte das NS-Regime in das Projekt. Noch drei Jahre vorher war das Bergwerk und mit ihm die H&uuml;tten von der Schlie&szlig;ung bedroht. Nur mit F&ouml;rdermitteln der damaligen L&auml;nder Preu&szlig;en und Braunschweig sowie des Reichs in H&ouml;he von 8 Mio. RM konnte im Juni 1932 eine Schlie&szlig;ung der Betriebe verhindert werden. Am 7.10.1936 fiel das erste Bleikonzentrat des Rammelsbergprojekts vom Filter.
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Die U.H.B.H.W. erhielten 1934 1,8 Mio., 1935 5,5 Mio., 1938 17,2 Mio., 1940 14,1 Mio., 1943 8,5 Mio. und 1944 9,6 Mio. RM F&ouml;rderpr&auml;mien, insgesamt netto 98,87 Mio. RM. Nur so war das aufwendige Rammelsbergprojekt zu finanzieren. Unter den Bedingungen eines freien Weltmarktes h&auml;tte es aus betriebswirtschaftlichen Gr&uuml;nden nie finanziert werden k&ouml;nnen; erst die Autarkiepolitik des NS-Regimes hatte den Bau der Anlage m&ouml;glich gemacht.
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Die R&uuml;stungsausgaben Deutschlands stiegen von 5,5 Mrd. RM (1935) auf &uuml;ber 16 Mrd. RM (1938). Sie wurden finanziert &uuml;ber die sogenannten Mefowechsel und sp&auml;ter mit Reichsanleihen und Steuergutscheinen. Die Staatsverschuldung stieg von 14 Mrd. (1933) auf 42 Mrd. RM (1938). Mit Verk&uuml;ndung des zweiten Vierjahresplans auf dem Parteitag der NSDAP im September 1936 wurde G&ouml;ring als "Beauftragter f&uuml;r den Vierjahresplan" mit umfangreichen Vollmachten ausgestattet, um die Armee in sp&auml;testens vier Jahren "einsatzf&auml;hig" und die Wirtschaft "kriegsf&auml;hig" zu machen. Unmittelbarer Anlass waren eingetretene Engp&auml;sse im Rohstoffsektor. Der devisenverbrauchende Einfuhr&uuml;berschuss bei Eisen- und Nichteisenmetallen sollte gemindert werden. Der Aufbau der "Reichswerke Hermann G&ouml;ring" in Salzgitter war das wohl bedeutendste Projekt f&uuml;r Erzgewinnung und -verarbeitung des NS-Regimes. Seit 1933 war bis 1938 der Einfuhr&uuml;berschuss bei Aluminium, Kupfer und Blei gestiegen. Dem sollte durch einheimische Produktion ein Riegel vorgeschoben werden. 1938 betrug z.B. der Anteil importierten Bleis mit 809.000 t 28,6 % des Gesamtverbrauchs, zwei Jahre sp&auml;ter nur noch 12 %. Bei Kupfer und Zink waren die Verh&auml;ltnisse &auml;hnlich.
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Was machte die Rammelsberger Erze f&uuml;r das Regime so interessant? Zink und Kupfer, die Haupterzeugnisse des Bergwerks und der H&uuml;tten, ben&ouml;tigte man zur Produktion von Messing; Kupfer war f&uuml;r die Herstellung von Granatenf&uuml;hrungsringen unverzichtbar. Aus Blei wurden Akkumulatoren (Batterien) und nat&uuml;rlich Geschosse produziert. Aus dem Messing wurden nicht nur T&uuml;rklinken oder Kronleuchter gefertigt, sondern vorwiegend Geschossh&uuml;lsen und Armaturen f&uuml;r die Wehrmacht. Aber auch der Silbergehalt der Rammelsberger Erze war &ouml;konomisch bedeutend.
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Ab 1937 stiegen die F&ouml;rdermengen an Roherz sowie entsprechend die Konzentratproduktion und der Aussto&szlig; der Okerh&uuml;tten. Wurden 1937 noch 107.526 t Roherz gef&ouml;rdert, steigerte sich diese Menge kontinuierlich auf die Maximalf&ouml;rderung w&auml;hrend des Krieges von 223.760 t im Jahr 1944. Die Produktionssteigerung machte auch einen Ausbau der Untertageanlagen n&ouml;tig und m&ouml;glich. Am 15.1.1938 wurde der neue Rammelsbergschacht in Betrieb genommen. Die Belegschaft erh&ouml;hte sich von 289 im Jahr 1933 auf den H&ouml;chststand von 910 im Jahr 1938 und schwankte dann bis zum Kriegsende um ca. 850. Eine Chronik der Preussag-Hauptverwaltung aus dem Jahre 1981 vermeldet f&uuml;r das Jahr 1939: "Gute Besch&auml;ftigung und hoher Leistungsstand in allen Betrieben." 881 Arbeiter und Angestellte arbeiteten 1939 auf dem Rammelsberg. Die belegschaftsbezogene Tonnenleistung, d.h. die Arbeitsproduktivit&auml;t, erh&ouml;hte sich im Jahr der Machtergreifung 1933 auf 327 Manntonnen/Jahr, stieg 1934 auf 438 Manntonnen und sank dann wieder ab, um 1944 bei 274 Manntonnen zu liegen. Die aus dem Erz gewonnen Metallkonzentrate (Blei, Kupfer und Zink) erh&ouml;hten sich durch die Aufbereitung betr&auml;chtlich, doch blieben sie danach mehr oder weniger konstant. Das gef&ouml;rderte Erz wurde 1938 zu 101.687 t Konzentrat verarbeitet, aus dem 20.000 t Handelsblei, 8.600 t H&uuml;ttenzink, 21.000 t Zinkoxid und 49.000 t Schwefels&auml;ure gewonnen wurden. Die Produktion von Blei in Goslar/Oker machte immerhin fast ein Drittel der reichsdeutschen Produktion aus.
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<b>Das Zwangsarbeitsregime am Beispiel des Erzbergwerkes Rammelsberges</b>
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Mit Kriegsbeginn versch&auml;rfte sich das seit 1937 latent vorhandene Problem der Arbeitskr&auml;fteversorgung. Schon 1937 waren Oberschlesier und Saarl&auml;nder angeworben worden; nun, nach der Einberufung von 143 Besch&auml;ftigten zur Wehrmacht, waren sechzig Oberschlesier dienstverpflichtet. Mit der sogenannten "G&ouml;ringverordnung" vom Mai 1939 wurde die Arbeitszeit f&uuml;r die Untertagebelegschaft auf 8,75 Stunden, f&uuml;r die &uuml;bertagearbeiter auf 10 Stunden festgelegt. Das erh&ouml;hte zwar das Lohnvolumen, aber nicht die Leistung, wie der Jahresbericht von 1940 bem&auml;ngelt. Sechzehn "Wanderarbeiter" und 31 Els&auml;sser wurden angeworben, von denen aber im Laufe des Jahres 22 wieder verschwanden. Im Gegensatz zu anderen Betrieben, etwa der Firma Gebr. Borchers A.G./H.C. Starck, war die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung des Rammelsbergs auf qualifizierte Arbeitskr&auml;fte, insbesondere im Untertagebetrieb, angewiesen. Der Jahresbericht von 1940 beklagt: "Das Jahr 1940 war ein Kriegsjahr. Dem geregelten Ablauf des Betriebes stellen sich zahlreiche Schwierigkeiten entgegen: Die Einziehung von Gefolgschaftsmitgliedern zum Wehrdienst sowie der allgemeine Mangel an Arbeitskr&auml;ften, die schwierige Beschaffung von Eisen, Holz und Material aller Art sowie die mit der nahezu restlos durchgef&uuml;hrten Planwirtschaft verbundenen Erschwerungen, die Mehrarbeit durch die Versorgung der Gefolgschaft mit Zusatzkarten bzw. Bezugsscheinen f&uuml;r Lebensmittel, Berufskleidung, Arbeitsschuhe, Sohlenleder und Seife".
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Das Regime verlangte von der Betriebsleitung eine deutliche Erh&ouml;hung der Kupferproduktion. Die Abh&auml;ngigkeit von Importkupfer war wesentlich h&ouml;her als bei anderen NE-Metallen. Noch 1939 betrug die Einfuhr fast die H&auml;lfte des Verbrauchs. Das wurde ab 1940 zwar ge&auml;ndert, doch konnte die einheimische Kupfererzeugung die Importl&uuml;cken nicht schlie&szlig;en. Ab 1941 wurden durch die Flotation 12.000 t, 1942 31.000 t und 1943 39.000 t Bleikupfer-Konzentrat gewonnen.
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Mit dem &uuml;berfall auf die Sowjetunion versch&auml;rfte sich die Lage der arbeitenden Bev&ouml;lkerung zunehmend. Wer nicht eingezogen wurde, musste drastische K&uuml;rzungen der Lebensmittelrationen hinnehmen. Die Bergwerksleitung richtete daraufhin unterhalb des Herzberger Teichs eine Schweinezucht ein und lie&szlig; Getreide und Kartoffeln anbauen. Die Produktion musste aufrechterhalten, die eingezogenen Arbeitskr&auml;fte ersetzt werden. Frauen, die seit 1941/42 massenhaft in der R&uuml;stungsproduktion eingesetzt waren, kamen wegen der schweren Arbeitsbedingungen unter Tage nicht in Frage; es wurden daher Zwangsarbeiter angefordert.
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Dieses Verfahren lief folgenderma&szlig;en ab: Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung eines Betriebes stellte einen Anforderungsantrag an das &ouml;rtliche Arbeitsamt. Das sondierte durch die &uuml;bergeordneten Beh&ouml;rden in den besetzten Gebieten und den in Deutschland befindlichen Auffanglagern f&uuml;r verschleppte Menschen. Das Goslar am n&auml;chsten gelegene Lager befand sich in Lehrte bei Hannover. Die so Erfassten wurden dann den Betrieben zugeleitet. Vom 13.-17.10.1941 kamen die ersten gefangenen "Zivilrussen", 22 Arbeiter unterschiedlicher Berufe, am Rammelsberg an. Am 7.5.1942 folgte der n&auml;chste Massentransport aus Charkow in der heutigen Ukraine. Dort hatte die SS ein Sammellager eingerichtet, in dem sie die im dortigen Erz- und Kohlerevier Arbeitenden zusammentrieb. 24 junge M&auml;nner wurden auf diese Weise erstmals im Rammelsberg eingesetzt. Sechs Wochen sp&auml;ter kamen am 18.6.1942 weitere 46 Grubenarbeiter aus diesem Gebiet, der n&auml;chste Transport mit 36 Menschen, unter ihnen 18 Frauen, wurde am 11. November in Empfang genommen. Sieben Monate sp&auml;ter trafen weitere 16 Sowjetb&uuml;rger am Rammelsberg ein. Im Fr&uuml;hjahr 1943 waren 40 Franzosen aus dem besetzten Teil ihres Landes zum Rammelsberg verschleppt worden.
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Entsprechend den beh&ouml;rdlichen Anweisungen wurden die ausl&auml;ndischen Zwangsarbeiter unterschiedlich behandelt und untergebracht. Die "Ostarbeiter" genannten russischen Zivilgefangenen stellten die unterste Stufe der perversen Nazi-Rassenhierarchie dar. Sie mussten in bewachten Lagern leben und waren den Schikanen der Gestapo und der betrieblichen Aufseher besonders stark ausgesetzt. Der Rammelsberg hatte solch eine Unterkunft noch nicht. Im Jahresbericht 1943 vom 17.1.1944 hei&szlig;t es: "Zur Unterbringung weiterer ausl&auml;ndischer Arbeitskr&auml;fte wurde hinter der alten Inspektion mit dem Bau eines Barackenlagers begonnen. Auf Grund einer Anordnung des Baubevollm&auml;chtigten Hannover mu&szlig;ten die Baracken in Holzzementplatten der Firma L&uuml;ddemann (Oker) ausgef&uuml;hrt werden. Am Ende des Berichtsjahres waren vom 1. Bauabschnitt von 5 Barackeneinheiten 3 Einheiten fertiggestellt. Davon dienen zun&auml;chst 2 1/2 Einheiten als Wohn- und eine 1/3 Einheit als Wasch- und Abortbaracke. Die R&auml;ume wurden mit Ostarbeitern belegt. Die hier bisher wohnenden Ostarbeiterinnen wurden in der ehemaligen Maschinistenwohnung neben dem Umspannwerk I untergebracht."
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Im Fr&uuml;hjahr 1944 wurden die restlichen Baracken fertiggestellt, so dass &uuml;ber 200 Menschen untergebracht werden konnten. Die Kosten bezifferte die Werksleitung auf 60.000 RM. 1944 arbeiteten 3.013 Arbeiter und Angestellte f&uuml;r die Preussag im Raum Astfeld-Goslar-Oker-Harlingerode: 858 im Erzbergwerk Rammelsberg, 1.256 in der Blei-Kupferh&uuml;tte und der Zinkoxydfabrik Oker, 618 in der Zinkh&uuml;tte Harlingerode, 196 in der Herzog-Julius-H&uuml;tte, 85 waren der Direktion zugeordnet. 40% der Arbeitenden waren jetzt Ausl&auml;nder. Ende 1944 arbeiteten am Rammelsberg 351 Zwangsarbeiter: Ukainer, Russen, Italiener, Franzosen, Polen, Holl&auml;nder, Tschechen, Slowaken, Ungarn und Jugoslawen; unter ihnen waren 37 Frauen.
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Die meisten von ihnen waren f&uuml;r den Untertagebetrieb gar nicht oder unzureichend ausgebildet. Die Versorgung mit Nahrung und Kleidung, schon f&uuml;r die deutsche Bev&ouml;lkerung problematisch, verschlechterte sich zusehends. Seit Beginn des Krieges waren immer mehr Waren rationiert und die f&uuml;r Marken erh&auml;ltlichen Lebensmittelzuteilungen gek&uuml;rzt worden. Das Regime unterschied f&uuml;r die Betriebs- und Lagerverpflegungen f&uuml;nf Kategorien. In die unterste wurden sowjetische Arbeiter in der R&uuml;stungsindustrie als Kriegsgefangene oder Zivilarbeiter eingestuft. Ihnen stand etwas mehr als die H&auml;lfte der Normalverpflegung an Brot und Kartoffeln zu. Fett und Fleisch waren von ihrem Speiseplan ganz gestrichen. Die Arbeiter aus den westeurop&auml;ischen L&auml;ndern konnten sich relativ frei bewegen. Streng bewacht wurden die "Ostarbeiter" und Polen. Zust&auml;ndig war daf&uuml;r der jeweilige Betriebsobmann der DAF, am Rammelsberg gleichzeitig Leiter der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation/NSBO, der Bergmann Bertram. Die Bewachung wurde schichtweise durch Belegschaftsangeh&ouml;rige organisiert.
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Konnte einem Zwangsarbeiter ein Vergehen wie "Bummelantentum" oder die Organisierung von Lebensmitteln bewiesen werden, drohte die &uuml;berf&uuml;hrung an die Gestapo und in ein "Arbeitserziehungslager". Solch eine Meldung lautete dann: "Betr. Pol. Arbeiter Marjan Podruska, geb. 8.9.20. Nach Mitteilung der geheimen Staatspolizei Bad Harzburg wurde der Obengenannte wegen erneuten Versto&szlig;es gegen die Lagerordnung am 21.1.44 festgenommen und auf die Dauer von 56 Tagen in das Arbeitserziehungslager Watenstedt eingewiesen. Er wird am 16.2.1945 mit der Auflage entlassen, die Arbeit im dortigen Betriebe wieder aufzunehmen. Der Aushang dieser Mitteilung im Betriebe ist statthaft."
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Dokumentiert sei auch der Fall Maquaire: "Anzeige gem&auml;&szlig; Anordnung Nr. 13 vom 1.11.43. Der franz&ouml;sische Zivilarbeiter Fernand Maquaire hat am 1.4.44 willk&uuml;rlich gefeiert. Da es sich um einen Wiederholungsfall handelt, haben wir den M. nach Beratung im Vertrauensrat mit einer Geldbu&szlig;e in H&ouml;he von zwei durchschnittlichen Tagesarbeitsverdiensten belegt. 11. April 1944." Am besagten 1. April war diesem Arbeiter sein "Weiterverpflichtungsbescheid als Grubenarbeiter am Rammelsberg auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung des Kr&auml;ftebedarfs f&uuml;r Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung vom 13. Februar 1939 (RGBl. I S. 206) und der Dienstpflicht-Durchf&uuml;hrungsverordnung vom 2. M&auml;rz 1939 (RGBl. I S. 403)" vom Arbeitsamt zugestellt worden. Maquaire war Konditor, kam aus Vitri/Seine und war seit dem 26.3.1943 am Rammelsberg t&auml;tig. Am 20.5.44 schickt das Bergwerk der Unterharzer Gesch&auml;ftsleitung folgende Nachricht: "Betr. Entfernung des franz. Zivilarbeiter Fernand Maquaire. In Best&auml;tigung unseres fernm&uuml;ndlichen Anrufes vom 20.5.44 &uuml;bersenden wir anliegend in doppelter Ausfertigung ausgef&uuml;llten Vordruck &uuml;ber den Kontraktbruch des franz. Zivilarbeiter Fernand Maquaire ... Maquaire hat seine Nachtschicht vom 18. auf 19.5. nicht verfahren und ist auch nicht ins Lager zur&uuml;ckgekehrt. M. hat sich k&uuml;rzlich zur Waffen-SS gemeldet, scheinbar aber auch nur aus dem Grunde, um vom Rammelsberg fortzukommen, da er sich schlecht mit der Arbeitsordnung abfindet und auch schon einige Male gebummelt hat." Am 20.6.1944 erh&auml;lt die Bergwerksleitung die Nachricht: "Betr.: Mitteilung der Gestapo Braunschweig zu Gesch.-Nr. IV 1 c- 2287/44 ... da&szlig; der franz. Zivilarb. Fernand Maquaire am 5.6.44 wegen Arbeitsbummelei auf die Dauer von 21 Tagen einem Arbeitserziehungslager zugef&uuml;hrt wurde. Die Entlassung erfolgt am 25.6.1944."
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Mancher versuchte zu fliehen. Einigen gl&uuml;ckte das, andere wurden auch in ihren Heimatl&auml;ndern aufgegriffen. Am 22.4.1944 gab der Rammelsberg die Arbeitsb&uuml;cher von 14 Franzosen und Belgiern dem Arbeitsamt zur&uuml;ck, weil sie "vertragsbr&uuml;chig" geworden seien und "mit ihrer R&uuml;ckkehr in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei". Zwei der Gefl&uuml;chteten, die Belgier Jean Gerard Heremans und Florent Aerts, wurden "der Feldgendarmerie aufgegeben und werden nach ihrer Festnahme und &uuml;berf&uuml;hrung in ein A.E.L. in Belgien nach hier zur&uuml;ckgef&uuml;hrt", teilte Arbeitssachbearbeiter Wittig dem Erzbergwerk am 13.4.1944 mit.
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Was in diesen Korrespondenzen mit "Kontraktbruch" bezeichnet wird, ist mehr als irref&uuml;hrend. Die "Verpflichtungsbescheide" wurden vom Sachbearbeiter des Arbeitsamts unterschrieben und den Betrieben zugesandt; damit war der "Vertrag" besiegelt. Von einer K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit durch den "Verpflichteten" konnte gar keine Rede sein. Manch einer musste seinen Arbeitseinsatz im Reich mit dem Leben bezahlen. Am 26.10.1944 starb unter Tage der Arbeiter Chariton Kowaltschuk aus Kuschinzi, 14 Tage nach seinem 19. Geburtstag. Der nur drei Jahre &auml;ltere Holl&auml;nder Berend Mulder erlitt schon einen Tag sp&auml;ter das gleiche Schicksal. Am 11.3.1944 war der franz&ouml;sische Zwangsarbeiter Licien Guignant, G&auml;rtner von Beruf, geboren am 1.1.1919 in Paris, ums Leben gekommen. Er hinterlie&szlig; nach einer Aufstellung des Lagerwachmanns Sch&auml;fer: "1 Anzug, 1 Mantel 1 Arbeitsanzug, 1 blaue Jacke, 2 Hemden, 2 Unterhemden, 4 p. Str&uuml;mpfe, 1 Pullover, 1 Vorhemd, 3 Handt&uuml;cher, 1 Waschlappen, 1 Kragenschoner, 1 Krawatte, 1 Kopfsch&uuml;tzer, 1 Wolldecke, 1 p Halbschuhe, 1 Brotbeutel, 1 B&uuml;ndel Stoffreste, 2 Schwei&szlig;hemden. Kleiner Koffer mit folgendem Inhalt: 1 Brieftasche mit Inhalt, Photos, Milit&auml;rpapiere, Arbeitsbescheinigung (Frankreich), Arbeitsvertrag f&uuml;r Deutschland, Lohnzettel, Notizbuch mit Adressen, 1 Geldbeutel, 1 Reisepass, 1 Taschenuhr, 1 H&auml;ngeschloss, 1 Feuerzeug, 1 Bleistift, 1 F&uuml;llhalter, 1 Tabakbeutel, 1 Kleiderb&uuml;rste, 1 T. Messer, 2 Tabakpfeifen, 1 Sprachw&ouml;rterbuch, 1 Schere, 1 Rasierzeug, 1 Kamm, 1 Spiegel, 2 Leibriemen, Seifenzeug, 1 Mappe Briefpapier, 3,81 RM Bargeld."
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Das Zwangsarbeitsregime am Beispiel der Chemischen Fabrik Gebr. Borchers A.G./H.C. Starck
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Das Erzbergwerk Rammelsberg war nur einer von 61 Arbeitgebern in Goslar, die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter besch&auml;ftigten. Neben der Preussag war die Chemische Fabrik Gebr. Borchers A.G./H.C. Starck der gr&ouml;&szlig;te Arbeitgeber - und ein kriegswichtiger Betrieb. Spezialisiert war die Firma seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auf die Herstellung von Stahlveredelungsmetallen. Bei der Gewinnung der Stahllegierungselemente Wolfram und Molybd&auml;n war die Firma technologisch f&uuml;hrend. 1935 &uuml;bernahm die Firma H.C. Starck von der Hildesheimer Bank die Aktienmehrheit der Firma Gebr. Borchers. Ein Konsortium aus Krupp AG, Gesellschaft f&uuml;r Metallurgie, I.G. Farben und H.C. Starck/Borchers wurde gegr&uuml;ndet, um die Gewinnung einheimischer Rohstoffe f&uuml;r die Stahlveredelung zu forcieren. Dieses sogenannte "Ofensauenkonsortium" hatte die Aufgabe, aus den R&uuml;ckst&auml;nden der Verschmelzung des Mansfelder Kupferschiefers Molybd&auml;n zu gewinnen, ein technologisch energieintensiver und &auml;u&szlig;erst umweltsch&auml;dlicher Prozess. Die Anlagen f&uuml;r diese Produktion wurden ab 1935 in Oker gebaut. Ein weiteres Standbein der Produktion war die Arsengewinnung f&uuml;r die Produktion von Sch&auml;dlingsbek&auml;mpfungsmitteln. Auf diesem Gebiet war Borchers seit Jahren Marktf&uuml;hrer in Deutschland.
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Die Firma Borchers war von ihrem Werksgel&auml;nde in der Glockengie&szlig;erstra&szlig;e (heutiger Standort der Goetheschule) ab 1924 nach Oker umgezogen, weil sie im Stadtgebiet Goslars aus Umweltschutzgr&uuml;nden keine Baugenehmigung mehr erhielt. Bald kam es auch in Oker zu ersten Protesten und Beschwerden der Anwohner. Am 7.8.1925 meldeten die Feldgeschworenen der Gemeindeverwaltung Oker, dass in G&auml;rten von Anwohnern Obst und Gem&uuml;se im Wert von 180,- RM durch "Abd&auml;mpfe der Chemischen Fabrik Gebr. Borchers" gesch&auml;digt worden w&auml;ren. Dies war der Beginn einer schier unendlichen Geschichte der Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern, Arbeitenden und der Firma Borchers um die umwelt- und gesundheitssch&auml;dlichen Folgen der Produktion. Der 1926 gegr&uuml;ndete Heimatschutzverein Oker e.V. hatte als vordringliches Ziel, die durch die Chemiebetriebe am Ort entstehenden Umweltbelastungen einzud&auml;mmen. Sogar in Zeiten nationalsozialistischer Diktatur war der Verein rege und aktiv. Er hatte auch allen Grund dazu. Borchers/Starck expandierte als Teil des Ofensauenkonsortiums nach 1935 kr&auml;ftig. Die Belegschaft wurde 1936 verdreifacht. Mit einem neuen Verfahren zur Verarbeitung des Mansfelder Kupferschiefers stieg z.B. der Stromverbrauch enorm. 1936 verbrauchte Borchers 900.000 kWh Strom, die H&auml;lfte dessen, was in der gesamten Stadt Goslar ben&ouml;tigt wurde. 1939 waren es schon 3,1 Mio. kWh, alle &uuml;brigen Abnehmer der Kraftwerke in der Stadt verbrauchten 2 Mio. kWh.
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Wie die Arbeitsbedingungen im Betrieb gewesen sind, erschlie&szlig;t sich nur aus den Klagen und Protesten der Anwohner und den Gutachten amtlicher Stellen; betriebsinterne Dokumente hat die Firma bislang nicht zur Verf&uuml;gung gestellt. Im Fr&uuml;hjahr 1939 hatte die Preu&szlig;ische Landesanstalt f&uuml;r Wasser-, Boden- und Lufthygiene nach Beschwerden von Bewohnern ein Umweltgutachten erstellt, das der Goslarer Stadtbaurat Karl Schneider in einem Vermerk v. 17.5.1939 wie folgt zusammenfasste: "Nach dem Gutachten ... &uuml;ber die von der Chem. Fabrik Gebr. Borchers A.G. in Oker ausgehenden Abgaseinwirkungen sind f&uuml;r Klagen &uuml;ber Nachbarbel&auml;stigungen von allen Teilbetrieben lediglich die Anlage f&uuml;r Wolframs&auml;ure und metallisches Wolfram verantwortlich zu machen. Die Ausscheidung von Arsen aus der Arsenh&uuml;tte und Chlor aus der Kobalt-Nickellaugerei soll durch entsprechende Ma&szlig;nahmen unterbunden bezw. auf das zul&auml;ssige Ma&szlig; herabgesetzt sein. Vorausgesetzt ist dabei, da&szlig; die entsprechenden Schutzvorrichtungen auch tats&auml;chlich eingeschaltet sind. Bei der Arsenanlage z.B. wurde wiederholt fr&uuml;her die Vermutung ausgesprochen, da&szlig; nicht immer, namentlich des nachts, die vorgeschriebenen Filter vorgeschaltet seien. ... Auf alle F&auml;lle erscheint es mir zweckm&auml;&szlig;ig, weitere Anlagen, die die Nachbarschaft bel&auml;stigen, innerhalb der jetzigen Borchers'schen Anlagen nicht mehr zuzulassen." Daraus wurde nichts, denn Hitlers Krieg hatte h&ouml;chste Priorit&auml;t.
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Am 19.6.1939 wurde dem F&uuml;hrer ein Brief aus Oker geschickt, in dem es hie&szlig;: "Mein F&uuml;hrer! Ich halte es f&uuml;r meine Pflicht, Ihnen im Interesse der Gesundheit und Daseinsfreude von ca. 1.000 Volksgenossen folgendes mitzuteilen: Die Anwohner der Galgheitstra&szlig;e, Goslarschestra&szlig;e sowie Bewohner der erst vor Jahresfrist erstandenen B&auml;ckerkampsiedlung - s&auml;mtlich im Ortsteil Unter-Oker gelegen - werden fast st&auml;ndig von den gesundheitssch&auml;dlichen Abgasen des Betriebes der Firma Chemische Fabriken Gebr. Borchers A.G., Werk Oker, derart bel&auml;stigt, dass hier schnellste Abhilfe geschaffen werden mu&szlig;. Au&szlig;er der von genannter Firma betriebenen Arsen- und Molybd&auml;nh&uuml;tte ist es vornehmlich die seit einigen Jahren in ganz primitiven, niedrigen Geb&auml;uden (Fachwerk mit Pappdach und Dachentl&uuml;ftungsklappen) untergebrachte Wolframabteilung, deren Gase und D&auml;mpfe bei dem hier fast immer wehenden Westwind in den genannten Ortsteil geblasen werden; in ganz besonderem Ausma&szlig; nachts. Die ersten H&auml;user liegen ca. 50 m von dem Werk entfernt! Von materiellen Sch&auml;den m&ouml;chte ich hier nichts erw&auml;hnen. Die gasgeschw&auml;ngerte Luft reizt vor allem Schleimh&auml;ute, ruft Nasen- und Halsentz&uuml;ndungen, Luftr&ouml;hrenkatarrhe, Brechdurchfall, Kopfschmerzen usw. hervor. Es ist ein Elend, die kleineren Kinder in dieser verpesteten Luft spielen zu sehen. Die Lehrer einer Schule, die in dem betroffenen Gebiet liegt, wollen k&uuml;nftig den Unterricht ausfallen lassen, bei starker Vergasung. Der Wille zum Kind erstickt hier immer mehr, denn welche Eltern k&ouml;nnten es vor ihrem Gewissen verantworten, unter solchen Umst&auml;nden Kinder aufwachsen zu lassen. Die beiden Fleischerl&auml;den der Galgheitstra&szlig;e sind ebenfalls oft mit Rauch und Gas angef&uuml;llt, so dass die Kunden dieser Gesch&auml;ftsleute bald darauf verzichten, ihren Bedarf hier zu decken! Ein &ouml;ffnen der Fenster und Durchl&uuml;ften der Zimmer ist nicht m&ouml;glich, nur bei dem hier selten str&ouml;menden Ostwind. Der einzige Gespr&auml;chsstoff in unserem Ortsteil ist Borchers. Die Volksgenossen sind angesichts der sich immer mehr steigernden Produktion und der damit vermehrten Rauch- und Gasplage emp&ouml;rt und verzweifelt, wann hier wohl endlich Abhilfe geschaffen wird. Es geht um unsere Gesundheit ... und doch nur um frische Luft. Es erf&uuml;llt mich mit Bitternis, eine kranke Frau und ein elendes Kind durch diese schlechten Luftverh&auml;ltnisse zu besitzen und weiterhin machtlos zusehen zu m&uuml;ssen, wie 1.000 andere Volksgenossen - darunter unsere teure Jugend - r&uuml;cksichtslos dem allm&auml;hlichen Siechtum preisgegeben werden ... Es soll der einzige Betrieb dieser Art in Deutschland sein und die Produkte sollen wehrwirtschaftlich eine wichtige Rolle spielen. Es soll von oben gew&uuml;nscht werden, dass die Produktion immer mehr und mehr gesteigert werden m&ouml;ge ... Wir sind nicht bereit, unsere Scholle ohne Kampf zu verlassen und wenden uns daher an Sie, mein F&uuml;hrer, in dem festen Glauben, dass auch hier Ihr gesunder, so edler Geist in K&uuml;rze helfend eingreifen wird. Sollte es jedoch nach ihrem Ermessen nicht m&ouml;glich sein, hier Abhilfe zu schaffen, so bitte ich und zugleich auch die &uuml;brigen Betroffenen um ihren ausdr&uuml;cklichen Befehl, mein F&uuml;hrer, weiter auszuharren und durchzuhalten f&uuml;r Sie, f&uuml;r Deutschland ... aber nicht f&uuml;r die Firma Borchers. Heil Hitler! gez. Erich Klotz."
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Die Umweltbelastungen m&uuml;ssen extrem gewesen sein, wenn sich unter der Diktatur des NS-Regimes eine Koalition von Anwohnern, &auml;rzten, NSV, DAF, B&uuml;rgermeister und Landrat gegen die Firma Borchers gebildet hatte. Aufgrund dieses Drucks beauftragte der Leiter der Reichsstelle f&uuml;r Wirtschaftsaufbau in Berlin am 24.8.1939 das Institut f&uuml;r Medizinische Chemie und Hygiene der Universit&auml;t G&ouml;ttingen damit, ein "Gutachten &uuml;ber die Wirkung der von der chemischen Fabrik Gebr. Borchers A.G. ausgehenden Fabrikgase auf den Ortsteil Unter-Oker in Oker (Harz)" zu erstellen. Und dies wenige Tage vor Beginn des 2. Weltkriegs, in einer Zeit, da R&uuml;stungsproduktion h&ouml;chste Priorit&auml;t hatte, St&ouml;rungen des Produktionsablaufs schnell den Sabotagevorwurf und damit massive Strafverfolgung nach sich ziehen konnten! In dem 59 Schreibmaschinenseiten umfassenden Gutachten kommen die Professoren Sch&uuml;tz (Hygiene) und Schoen (Innere Medizin) zu der Auffassung, dass es "eindeutig bewiesen (sei), da&szlig; von der Borchers'schen Fabrik Bel&auml;stigungen ausgehen, die zu einer 'erheblichen Beeintr&auml;chtigung der Gesundheit' f&uuml;hren, ja, zu 'Vergiftungszust&auml;nden, die als chronische Gesundheitsgef&auml;hrdungen anzusprechen sind." Das Gutachten h&auml;lt eine Verbesserung des Emissions- und Immissionsschutzes nicht f&uuml;r m&ouml;glich. Da "andererseits eine Erhaltung, ja, eine Vergr&ouml;&szlig;erung des Werks gerade in der heutigen Zeit unbedingt von allen Seiten gefordert werden mu&szlig;," wird empfohlen, die Erweiterung des Werks an anderer Stelle vorzunehmen und "dann das alte Werk nach und nach in neue, einwandfrei gebaute Fabrikh&auml;user" umziehen zu lassen.
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Folgender Zahlenvergleich vermittelt einen Eindruck, mit welchen Verh&auml;ltnissen die Menschen konfrontiert waren: Bei der Untersuchung von Haarproben auf Arsen stellten die Gutachter bei Personen, die in unmittelbarer N&auml;he des Werkes wohnten, eine As2O3-Konzentration von 51,7 mg/kg fest. Das bedeutete eine &uuml;ber 170-fache Erh&ouml;hung gegen&uuml;ber in G&ouml;ttingen gemessenen Normalwerten. Bei Schulkindern, die nicht in Unteroker wohnten, dort aber zur Schule gingen, war die Konzentration noch um das 65-fache erh&ouml;ht.
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Platzgr&uuml;nde gestatten es nicht, hier ausf&uuml;hrlicher auf das Gutachten einzugehen; es war aber nicht die einzige alarmierende Einsch&auml;tzung der Umweltsituation der Borchers A.G. Wohnen mussten die Menschen dort weiterhin, doch wer von den Besch&auml;ftigten konnte, suchte sich eine andere Arbeit bei den Reichswerken Hermann G&ouml;ring in Salzgitter, die h&auml;nderingend Arbeitskr&auml;fte suchten. Das war zwar unter dem System der Dienstverpflichtung &uuml;ber das Arbeitsamt nicht so einfach zu bewerkstelligen, doch G&ouml;rings Projekt hatte Priorit&auml;t. Es gibt keine verf&uuml;gbaren betrieblichen Unterlagen &uuml;ber die Krankenst&auml;nde im Betrieb. Doch wenn au&szlig;erhalb der Firmenmauern schon solche katastrophalen Zust&auml;nde herrschten, welche Schadstoffbelastungen mag es im Betrieb gegeben haben? In einem britischen Geheimdienstbericht, dem B.I.O.S. Final Report No. 690, wird dies nur angedeutet. Unter dem Kapitel "Calcium Arsenate - Borchers A.G. Oker" wird dort aufgrund einer Inspektion nach Kriegsende formuliert: "The works is excessively dirty and dusty. The chlorine absorption system is unsatisfactory and the general conditions of operation are such as would not be tolerated in England." ("Das Werk ist &auml;u&szlig;erst schmutzig und staubig. Die Chlorabsorptionsanlage ist unzureichend und die Produktionsbedingungen w&auml;ren in dieser Form in England nicht genehmigungsf&auml;hig.")
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Der Firma waren die nach dem &uuml;berfall auf die Tschechoslowakei ankommenden Fremdarbeiter gerade recht. Fast 80 waren es im Fr&uuml;hjahr 1939. Sie mussten untergebracht werden, doch Baumaterial war knapp. Weil aufgrund einer Forderung der Hitlerjugend Goslar der Bau eines neuen HJ-Heims (der heutigen Goslarer Jugendherberge) anstand, erwarb die Firma von der Stadt die alte Jugendherberge, zerlegte sie und baute sie auf dem Betriebsgel&auml;nde Im Schleeke als Ledigenwohnheim wieder neu auf. Borchers war derjenige Goslarer Betrieb, der die meisten Fremd- und Zwangsarbeiter, m&auml;nnliche wie weibliche, w&auml;hrend des Krieges besch&auml;ftigte. 823 Menschen insgesamt mussten hier unter &uuml;belsten Bedingungen arbeiten und leben. Dem Bericht eines franz&ouml;sischen Gefangen entnehmen wir Anhaltspunkte &uuml;ber die Arbeitsbedingungen im Werk: "Wieder andere m&uuml;ssen jede Viertelstunde Beh&auml;lter umr&uuml;hren, in denen verschiedene Stoffe kochen, die giftige D&auml;mpfe abgeben. Die Zivilarbeiter erhalten Milch, die Gefangenen nicht. Die Schutzmasken sind nach 15 Tagen zerfressen. Ein Gefangener hat in zwei Monaten drei Hosen verschlissen. Ein Kamerad ist krank geworden, aber er wurde nicht krank geschrieben. Die Gefangenen, die als Mechaniker in der Fabrik arbeiten, bekommen Ausschlag, wenn sie &uuml;ber den Beh&auml;ltern arbeiten ... Die Zivilarbeiter dagegen haben neue Kleidung, die Gefangenen sind in Lumpen. Weder die Handschuhe noch die Holzschuhe noch die Arbeitskleidung wird ausgewechselt. Der Arzt der Fabrik schreibt keinen krank. Nur das Reservelazarett in Goslar, wenn sie dahingeschickt werden, schreibt sie sofort krank."
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&uuml;ber die Ausma&szlig;e der Unterk&uuml;nfte gibt die Notiz einer Ortsbesichtigung nach dem Krieg Auskunft: "Das Lager besteht aus 5 Kleinh&auml;usern f&uuml;r je zwei Familien, 1 Behelfsheim, 1 Sechs-Familienhaus, 1 Haus f&uuml;r Gemeinschaftsr&auml;ume, 2 massiven Baracken und 1 Holzbaracke. Nach den Erkl&auml;rungen des Lagerf&uuml;hrers sind etwa 110 Ausl&auml;nder zur&uuml;ckgeblieben, die z.Zt. in dem gesamten Lager verstreut wohnen. Nach den Erkl&auml;rungen von Ratsherrn Wiesener hat das Lager niemals 400 Personen, wie die Milit&auml;rregierung behauptet, beherbergt, sondern in Zeiten der st&auml;rksten Belegung etwa 360. Bei dieser Belegung liegt jedoch eine f&uuml;r die Dauer untragbare Belegung als Massenquartier vor."
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Die lange Erfahrung mit Sch&auml;dlingsbek&auml;mpfungsmitteln auf Arsenbasis veranlasste das Regime, die Borchers A.G. zum Ausbau der Arsengewinnung zu nutzen, doch sicherlich nicht nur zur Verbesserung des Pflanzenschutzes. Dass das Regime chemische Kampfmittel produzierte, ist bekannt, und da die Borchers A.G. auf dem Gebiet der Herstellung von Arsenverbindungen f&uuml;hrend war, wurde hier die Produktion massiv ausgedehnt. Aber ob Borchers auch auf dem Gebiet der chemischen Kampfstoffe forschte, entzieht sich bisher der historischen Kenntnis.
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<b>Ab 1939 herrschte Kriegsproduktion</b>
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Mit dem 28.8.1939 wurden Bezugsscheine f&uuml;r Lebensmittel und andere wichtige Dinge des t&auml;glichen Lebens vom Ern&auml;hrungsamt der Stadt erstellt. 4 Tage sp&auml;ter begann die deutsche Wehrmacht mit dem &uuml;berfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Der deutschen Reichsf&uuml;hrung war klar, dass die Moral der Bev&ouml;lkerung nicht nur mit Hetze und Propaganda aufrechterhalten werden konnte, sondern dass die Ern&auml;hrungsgrundlage gesichert sein musste.
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Reichsbauernf&uuml;hrer und Landwirtschaftsminister Darr&eacute;, der als agrarpolitischer Fachmann in Hitlers F&uuml;hrungsriege geholt wurde, hatte das schon im Jahre 1936 seinem F&uuml;hrer eindringlich klar gemacht. Die Hungertage des 1. Weltkriegs waren der Bev&ouml;lkerung noch im Ged&auml;chtnis; eine &auml;hnliche Situation sollte sich nicht wiederholen. So war die NS-Agrarpolitik von Beginn an unter kriegswirtschaftlichen Gesichtspunkten planwirtschaftlich organisiert worden.
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Das Problem war nur, die Ern&auml;hrungsgrundlage auch tats&auml;chlich zu sichern. Wohl war klar, dass der Osten ausgepl&uuml;ndert werden sollte, doch das reichte allein nicht. Schon die letzten Vorkriegsjahre waren angespannt, denn dem Reichsn&auml;hrstand standen wenig Devisen zur Lebensmitteleinfuhr zur Verf&uuml;gung - die wurden f&uuml;r notwendige Rohstoffbeschaffungen der R&uuml;stungsproduktion gebraucht. Gleichzeitig standen auch die n&ouml;tigen materiellen Mittel zur Hebung der Produktivit&auml;t der Landwirtschaft nicht zur Verf&uuml;gung, Stahl wurde f&uuml;r Panzer und Gewehre ben&ouml;tigt, nicht f&uuml;r Pfl&uuml;ge und Trecker. Hinzu kam eine seit 1936 zunehmende Landflucht. Da mit dem Vierjahresplan die industrielle Produktion mit Staatsanleihen forciert worden war, die Industrie also wieder Arbeitskr&auml;fte suchte, verlie&szlig;en viele Landarbeiter die Bauernh&ouml;fe, um bequemere und besser bezahlte Arbeit in den Industriebetrieben aufzunehmen. Das war zwar nicht so einfach, weil die Arbeits&auml;mter die Arbeitskr&auml;fte verteilten, doch gerade im boomenden Goslarer Raum liefen den Bauern die Arbeitskr&auml;fte davon. Kreisbauernf&uuml;hrer v. L&ouml;bbecke vom Rittergut Dorstadt beklagte diesen Missstand h&auml;ufig in seinen monatlichen Berichten an den Gau.
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Traditionell kamen in die Region Erntehelfer aus Polen, die auch ab 1936 verst&auml;rkt angeworben wurden. Ab 1938 suchten die Anwerber der Arbeits&auml;mter in Italien nach Landarbeiterinnen und Landarbeitern. Viele kamen aus den verarmten Regionen des Mussolini-Staates auf die H&ouml;fe und G&uuml;ter der Umgebung. Immer wieder erreichten den Kreisbauernf&uuml;hrer Beschwerden &uuml;ber deren angeblich schlechte Arbeitsmoral und ihre s&uuml;dl&auml;ndischen Essgewohnheiten.
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Mit dem &uuml;berfall auf Polen wurde aus Anwerbung Zwang. Die G&uuml;ter Ohlhof, Grauhof und Riechenberg bekamen die ersten Zwangsarbeiter. Unter den 431 Ausl&auml;ndern, die sich laut Mitteilung der Goslarer Polizeif&uuml;hrung an das Regierungspr&auml;sidium am 10.11.1939 in Goslar befanden, waren 137 Menschen aus Polen, davon knapp &uuml;ber drei&szlig;ig, die aus "Ostoberschlesien", d.h. dem polnischen Teil Oberschlesiens als "deutschst&auml;mmig" vom Rammelsberg angeworben waren. Die Mehrzahl aber, vorwiegend Frauen, wurde auf den G&uuml;tern eingesetzt.
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Wie die "Pflichten der Zivilarbeiter und -arbeiterinnen polnischen Volkstums w&auml;hrend ihres Aufenthalts im Reich" ausgesehen hatten, geht aus einem nur f&uuml;r den Dienstgebrauch verfassten Schreiben hervor: "Jedem Arbeiter polnischen Volkstums gibt das Gro&szlig;deutsche Reich Arbeit, Brot und Lohn. Es verlangt daf&uuml;r, da&szlig; jeder die ihm zugewiesene Arbeit gewissenhaft ausf&uuml;hrt und die bestehenden Gesetze und Anordnungen sorgf&auml;ltig beachtet. F&uuml;r alle Arbeiter und Arbeiterinnen polnischen Volkstums im Gro&szlig;deutschen Reich gelten folgende besondere Bestimmungen:
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<li>Das Verlassen des Aufenthaltsortes ist streng verboten.
<li>W&auml;hrend des von der Polizeibeh&ouml;rde angeordneten Ausgehverbots darf auch die Unterkunft nicht verlassen werden.
<li>Die Benutzung der &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel, z. B. Eisenbahn, ist nur mit besonderer Erlaubnis der Ortpolizeibeh&ouml;rde gestattet.
<li>Alle Arbeiter und Arbeiterinnen polnischen Volkstums haben die ihnen &uuml;bergebenen Abzeichen stets sichtbar auf der rechten Brustseite eines jeden Kleidungsst&uuml;ckes zu tragen. Das Abzeichen ist auf dem Kleidungsst&uuml;ck fest anzun&auml;hen.
<li>Wer l&auml;ssig arbeitet, die Arbeit niederlegt, andere Arbeiter aufhetzt, die Arbeitsst&auml;tte eigenm&auml;chtig verl&auml;&szlig;t usw., erh&auml;lt Zwangsarbeit im Arbeitserziehungslager. Bei Sabotagehandlungen und anderen schweren Verst&ouml;&szlig;en gegen die Arbeitsdisziplin erfolgt schwerste Bestrafung, mindestens eine mehrj&auml;hrige Unterbringung in einem Arbeitserziehungslager.
<li>Jeder gesellige Verkehr mit der deutschen Bev&ouml;lkerung, insbesondere der Besuch von Theatern, Kinos, Tanzvergn&uuml;gen, Gastst&auml;tten und Kirchen, gemeinsam mit der deutschen Bev&ouml;lkerung, ist verboten. Tanzen und Alkoholgenu&szlig; ist nur in den den polnischen Arbeitern besonders zugewiesenen Gastst&auml;tten gestattet.
<li>Wer mit einer deutschen Frau oder einem deutschen Mann geschlechtlich verkehrt oder sich ihnen sonst unsittlich n&auml;hert, wird mit dem Tode bestraft.
<li>Jeder Versto&szlig; gegen die f&uuml;r die Zivilarbeiter polnischen Volkstums erlassenen Anordnungen und Bestimmungen wird in Deutschland bestraft, eine Abschiebung nach Polen erfolgt nicht.
<li>Jeder polnische Arbeiter und jede polnische Arbeiterin hat sich stets vor Augen zu halten, da&szlig; sie freiwillig zur Arbeit nach Deutschland gekommen sind. Wer diese Arbeit zufriedenstellend macht, erh&auml;lt Brot und Lohn. Wer jedoch l&auml;ssig arbeitet und die Bestimmungen nicht beachtet, wird besonders w&auml;hrend des Kriegszustandes unnachsichtig zur Rechenschaft gezogen.
<li>&uuml;ber die hiermit bekanntgegebenen Bestimmungen zu sprechen oder zu schreiben ist streng verboten."
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Diese Mitteilung der Gauleitung S&uuml;dhannover-Braunschweig vom Februar 1940 unterstrich ein Rundschreiben des Reichsf&uuml;hrers SS vom 23.12.1939 an die lokalen Beh&ouml;rden: "Betrifft: Behandlung arbeitsunwilliger polnischer Arbeiter. Nach vorliegenden Berichten h&auml;ufen sich in der letzten Zeit die F&auml;lle, da&szlig; sich polnische Staatsangeh&ouml;rige, die in das Reichsgebiet zur Besch&auml;ftigung in der Landwirtschaft oder zu gewerblichen Arbeiten hereingeholt worden sind, ohne Genehmigung ihre Arbeitsstelle verlassen und ziel- und mittellos, meist auch ohne g&uuml;ltige Arbeitspapiere, im Lande herumziehen. Diese arbeitsscheuen Polen bedeuten in jeder Hinsicht eine Gefahr f&uuml;r die &ouml;ffentliche Sicherheit. Ich ersuche nach derartigen Personen zu fahnden. Werden solche polnischen Staatsangeh&ouml;rige polnischer Nationalit&auml;t ergriffen, ist ihre Bestrafung wegen Landstreicherei und wegen Zuwiderhandlung gegen die Verordnung &uuml;ber die Behandlung von Ausl&auml;ndern vom 5. September 1939 (RGBl. I  S. 1667) - polnische Staatsangeh&ouml;rige unterliegen als feindliche Ausl&auml;nder dem Abschnitt I dieser Verordnung -, gegebenenfalls auch wegen Pa&szlig;vergehens herbeizuf&uuml;hren. Nach der Strafverb&uuml;&szlig;ung sind sie dem zust&auml;ndigen Arbeitsamt zur Zuweisung in Arbeit zuzuf&uuml;hren; dabei ist ihnen die Unterbringung in ein Konzentrationslager anzudrohen, falls sie ihre Arbeitsstelle erneut unerlaubt verlassen sollten. Werden Polen betroffen, die trotz der Bestrafung und erneuter Zuweisung einer Arbeitsstelle diese wieder ohne Genehmigung verlassen haben, sind sie in ein Konzentrationslager einzuweisen. Im Auftrage, gez. Dr. Best."
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Auch wenn die Schreiben als vertraulich galten, mussten sie doch scheibchenweise an die &ouml;ffentlichkeit gebracht werden, damit die Deutschen auch als Herrenmenschen unter dem Motto: "Deutsche, seid zu stolz, euch mit Polen einzulassen" handeln konnten.
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So schrieb Lokalredakteur G&ouml;bel in der GZ vom 14.8.1940: "In den Stra&szlig;en Goslars bewegt sich jetzt auch eine ganze Anzahl Gestalten, die wir auf den ersten Blick als nicht zu uns geh&ouml;rig erkennen. Das "P" auf dem gelben kopfstehenden Viereck warnt uns: es sind unsere Kriegsfeinde, polnische Zivilgefangene oder Arbeiter. Hinweise in der Zeitung und die Plakate in den Schaufenstern m&uuml;ssen jedem Deutschen klargemacht haben, da&szlig; es mit diesen Menschen keinen, aber auch gar keinen Umgang gibt. In Goslar wird diese Selbstverst&auml;ndlichkeit gegen Angeh&ouml;rige eines Volkes, das Zehntausende Deutsche wie Vieh abschlachtete, auch beachtet. F&uuml;r die Polizei geben die Polen besondere Aufgaben. Hier wie auf dem Lande sind besondere Beamte bestimmt, sie st&auml;ndig zu beaufsichtigen. Diese Aufsicht geht bis zur Kontrolle in den Wohnungen der Polen, die jetzt im Sommer von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, vom 1. Oktober ab zwischen 20 und 6 Uhr nachts das Haus nicht verlassen d&uuml;rfen. Die Polizei achtet auch scharf darauf, da&szlig; sie das vorgeschriebene P-Abzeichen tragen und zwar an allen Kleidungsst&uuml;cken. Sie versuchen allerdings immer wieder, sich um diese unbequeme Ma&szlig;nahme zu dr&uuml;cken. Die Polen geh&ouml;ren auch nicht in unsere Lokale. Darum ist in jeder Stadt, in der sie in gr&ouml;&szlig;erer Anzahl leben, eine Schankst&auml;tte ausgesucht, die sie besuchen d&uuml;rfen und wo sie mit den Einheimischen nicht in Ber&uuml;hrung kommen. Auch in Goslar ist ein solches Lokal bestimmt."
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Der Krieg in Polen wurde von der Deutschen Wehrmacht und der SS unmenschlich gef&uuml;hrt, doch die Menschen in der Heimat behandelten die zwangsverpflichteten Polen noch nicht wie Untermenschen. Insbesondere in den Geh&ouml;ften der Umgebung waren die polnischen Arbeitskr&auml;fte notwendiger Ersatz f&uuml;r die fehlenden deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Ernte und der Fr&uuml;hjahrsaussaat. Noch waren auch keine zwangsrekrutierten Arbeitskr&auml;fte aus den Benelux-Staaten und Frankreich zu erhalten, auch wenn der "Westfeldzug" schon "erfolgreich abgeschlossen" war. Die Anwerbemaschinerie musste erst in Gang kommen. Als allerdings die Arbeits&auml;mter Zugriff auf dieses Arbeitskr&auml;ftepotential hatten, nahmen die Repressionen gegen&uuml;ber den Polinnen und Polen zu. Sie standen nun in der Rassenideologie der Nationalsozialisten an unterster Stelle menschlicher Hierarchie. Niederl&auml;nder, Belgier, Franzosen erfuhren eine "bessere" Behandlung als die immer st&auml;rker ausgegrenzten Polen. Sie konnten sich au&szlig;erhalb der Arbeitszeit relativ frei in der Stadt bewegen, wohnten in besseren Quartieren und hatten auch die M&ouml;glichkeit zum Urlaub, der den Polen nur theoretisch zustand. Aber auch das sollte sich mit zunehmendem Arbeitskr&auml;ftebedarf wegen der Einberufungen in Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion &auml;ndern. Von Herbst 1940 bis Mitte 1941 kamen 118 Niederl&auml;nder und 25 Belgier zum Arbeiten in die Stadt. Mit einem Transport im November waren es allein 16 Holl&auml;nder, die zur Firma Gebr. Borchers verbrachten wurden und in ihren Baracken unterkamen. Insgesamt erhielt Borchers in diesem Zeitraum 210 neue Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Anwerbung Freiwilliger aus Italien hielt an. Anfang Dezember 1940 traf ein Transport von 73 italienischen M&auml;nnern ein. Sie erhielten zwischen dem 6. und 10. Dezember eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsgenehmigung, die bei den meisten von ihnen bis August 1942 verl&auml;ngert wurde. Gearbeitet haben 62 von ihnen bei der Firma Gebr. Borchers, gewohnt haben auch sie im Barackenlager Im Schleeke 42.
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Die Unterbringung der ausl&auml;ndischen Arbeiterinnen und Arbeiter war allm&auml;hlich zu einem ernsten Problem geworden. Der B&uuml;rgermeister von Oker, Bernd, wandte sich am 6. Juni 1941 gegen ein Ersuchen der Wehrmacht, Unterbringungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Offiziere w&auml;hrend eines Man&ouml;vers zugeteilt zu bekommen: "Infolge der Unterbringung der zahlreichen, in den hiesigen und auf dem Stadtgebiet Goslar in Oker liegenden kriegswichtigen Betrieben besch&auml;ftigten fremden Arbeitskr&auml;ften ist wegen der dadurch hervorgerufenen Wohnungs- und Zimmernot eine weitere Unterbringungsm&ouml;glichkeit ... ausgeschlossen."
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Die Betriebe stellten neue Baracken auf. Am 13.6.1940 erhielt Borchers die Baugenehmigung f&uuml;r eine 600 m3 gro&szlig;e Wohnbaracke, zwei Monate sp&auml;ter baute die Glasfabrik Genthe & Co. im Schleeke 30/31 eine ebenso gro&szlig;e Baracke. Harzer Grauhof erhielt am 29.11.1941 die Baugenehmigung f&uuml;r eine "Mannschaftsbaracke". Ende 1942 konstituierte sich die "Wohnlagergemeinschaft Goslarer Betriebe e.V.", die am Petersberg ein Barackenlager f&uuml;r 200 Zwangsarbeiter errichtete, die in Betrieben der Stadt arbeiteten. Nach dem deutschen &uuml;berfall auf die Sowjetunion wurden immer mehr Arbeitnehmer zur Wehrmacht eingezogen. Ihre Arbeitskraft wurde ersetzt durch die herbeigeschafften Zwangsarbeiter. Hatte die Wehrmacht zu Beginn des Feldzugs noch auf den Arbeitseinsatz hunderttausender sowjetischer Kriegsgefangener verzichtet und mehr als die H&auml;lfte von ihnen mehr oder weniger systematisch durch Hunger und Krankheit dahinsiechen lassen, wurde wenig sp&auml;ter der Arbeitskr&auml;ftemangel im Reich so sp&uuml;rbar, dass Hitler Fritz Sauckel, seit 1927 Gauleiter von Th&uuml;ringen, am 21.3.1942 zum Generalbevollm&auml;chtigten f&uuml;r den Arbeitseinsatz ernannte. Am 22.8. des Jahres wurde ein Erlass genehmigt, nach dem jeder Arbeitsf&auml;hige in den besetzten L&auml;ndern sowie alle Kriegsgefangenen offiziell zur Zwangsarbeit herangezogen werden konnten. Ein Jahr sp&auml;ter pr&auml;sentierte Sauckel, der sich mit der Einrichtung des KZ Buchenwald "Verdienste" erworben hatte, seine Bilanz: 3.638.056 "neue fremdv&ouml;lkische Arbeitskr&auml;fte" habe er ins Reich gebracht.
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Diese wurden jetzt auch vermehrt in kleineren Betrieben eingesetzt. Zur Auff&uuml;llung der Wehrmacht hatte das Regime im Jahr 1943 zu einer "Ausk&auml;mm"aktion ausgeholt. Dadurch wurden die Belegschaften kleinerer Betriebe so reduziert, dass sie wirtschaftlich zusammenzubrechen drohten. Da sich dies mit der Ideologie des Mittelstands als tragende S&auml;ule der "Volksgemeinschaft" jedoch schlecht vereinbaren lie&szlig;, wurde von dem Vorhaben schnell wieder Abstand genommen. Daher wurden Zwangsarbeiter auch in Betriebe gesteckt, die nicht unter die Kategorie "kriegswirtschaftlich wichtig" fielen. So hatte denn in Goslar 1943 fast jeder Handwerker seinen Zwangsarbeiter. In der Stadtverwaltung wurden sie ebenso eingesetzt wie in der Stadtforst oder dem Arbeitsamt. Die freiwilligen Kontraktarbeiter aus Italien waren ab 1940 verst&auml;rkt vom Mussolini-Regime in Rom zur&uuml;ckbeordert worden, weil sie in der Armee dienen sollten; sie mussten ersetzt werden. Junge Frauen aus der Ukraine, oft keine zwanzig Jahre alt, arbeiteten nun in der Landwirtschaft der Umgebung.
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Wie es Teilen von ihnen erging, schildert der Bericht einer Frau aus der Ukraine (S.D.), die als junges M&auml;dchen im Fr&uuml;hjahr 1942 nach Grauhof verschleppt wurde: "Nach langer Fahrt musste ich vom 30.4.1942 bis zum 6./7.4.1945 in der Mineralwasserfabrik Harzer Grauhof-Brunnen in Goslar gemeinsam mit 11 weiteren jungen Frauen Zwangsarbeit leisten. Ich war im dortigen Zwangsarbeiterlager unter gef&auml;ngnisartigen und schlimmen Bedingungen eingesperrt. So gab es z.B. kein Haarwaschmittel; wir mussten daf&uuml;r die Soda benutzen, die f&uuml;r die Flaschens&auml;uberung eingesetzt wurde, mit allen gesundheitlichen Folgen wie z.B. Haarausfall f&uuml;r uns. Wir durften das Lager in der ersten Zeit bis auf die Produktionsr&auml;ume und unsere Unterkunft nicht verlassen; erst viel sp&auml;ter erhielten wir 2-3 Stunden Freigang t&auml;glich. Wir litten st&auml;ndig Hunger, es gab nur schlechtes Essen, das zudem h&auml;ufig durch Kakerlaken und Glasscherben gef&auml;hrlich verunreinigt war. Diese Verh&auml;ltnisse zwangen uns dazu, nach M&ouml;glichkeit weitere und gesunde Nahrungsmittel zu beschaffen. Es herrschte uneingeschr&auml;nkter Arbeitszwang; wir wurden geschlagen und Tritte geh&ouml;rten zu den Allt&auml;glichkeiten. Unser Meister hat uns so h&auml;ufig und intensiv schikaniert, dass ich seinerzeit mehrfach an Selbstmord gedacht habe."
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Dieser Erlebnisbericht ist kein Einzelfall. Wir haben Schreiben von Menschen aus der Ukraine dokumentiert, die &auml;hnliches bezeugen. Der Umgang mit den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern war aber durchaus unterschiedlich. Wenn ein Leserbriefschreiber der GZ meint, er und viele seiner Kollegen unter Tage h&auml;tten den Russen und Ukrainern heimlich Lebensmittel zugesteckt, was ja bei Strafe verboten war, so war dies menschliche Verhalten sicher kein Einzelfall. Wir kennen auch einen Fall, in dem eine polnische Zwangsarbeiterin auf dem Birkenhof gut und menschlich anst&auml;ndig behandelt wurde. Doch es gab auch viele, offenbar insbesondere in den Gro&szlig;betrieben, die auf ihr Herrenmenschentum bestanden. Dass der Betriebszellenobmann am Rammelsberg als strammer Parteigenosse seine ihm unterstellten ausl&auml;ndischen Arbeiter grausam und brutal behandelte, ist stadtbekannt. Auch der von der Partei berufene Lagerleiter des Lagers Petersberg war f&uuml;r sein unmenschliches Vorgehen gegen&uuml;ber den Zwangsarbeitern ber&uuml;chtigt.
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Es gab auch Leute, die sich durch den Anblick von "Untermenschen", wie die offizielle rassistische Sprachregelung lautete, bel&auml;stigt f&uuml;hlten. So beschwerte sich der Besitzer einer Strumpffabrik in der Frankenberger Stra&szlig;e bei Oberb&uuml;rgermeister Droste mit Schreiben vom 8.3.1943, dass auf dem Nachbargrundst&uuml;ck seines Privathauses eine Krankenstation f&uuml;r Zwangsarbeiter errichtet werden sollte: "Ich brachte in Erfahrung, dass auf dem Gel&auml;nde meines Nachbargrundst&uuml;cks, im Sch&ouml;nen Garten, mehrere Krankenbaracken f&uuml;r ausl&auml;ndische Arbeiter aufgestellt werden sollten. Wenngleich ich, auch mit anderen der Goslarer Bev&ouml;lkerung, der Ansicht bin, dass diese Baracken ebenso zweckm&auml;&szlig;ig ausserhalb des Stadtg&uuml;rtels, mehr isoliert und weniger im engen Bereich von Wohn- und Villengeb&auml;uden h&auml;tten aufgestellt werden k&ouml;nnen, so wird sich an diesem aus zwingender Notwendigkeit gefassten schnellen Entschluss wohl nichts mehr &auml;ndern lassen, da schon augenblicklich mit den Vorbereitungen begonnen wird. Ich sehe mich daher veranlasst, auf die Folgen aufmerksam zu machen, die durch diese Kranken-Auslands-Kolonie dadurch entstehen k&ouml;nnen und unvermeidlich werden, weil diese beiden Grundst&uuml;cke, fr&uuml;her ungeteilt, jetzt durch einen total &uuml;berblicklichen einfachen Lattenzaun getrennt sind. Da wahrscheinlich damit gerechnet werden mu&szlig;, da&szlig; die gehf&auml;higen Rekonvaleszenten sich frei im Garten bewegen d&uuml;rfen, bitte ich, mich gegen diesen unerquicklichen Anblick und gegen m&ouml;gliche Bel&auml;stigungen und &uuml;bergriffe, &uuml;bersteigen des niedrigen Zaunes, auch aus hygienischen Gr&uuml;nden dadurch zu sch&uuml;tzen, dass das Grundst&uuml;ck infolge dieser Krankenbaracken durch einen h&ouml;heren Bretterzaun, wie auch sonst bei solchen Baracken allgemein &uuml;blich, gesch&uuml;tzt und besser getrennt und isoliert wird. Ich darf hierzu wohl um Ihre Mitteilung bitten. Heil Hitler! Blumenberg". Eine Antwort ist nicht &uuml;berliefert.
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Diese Haltung des "aus den Augen - aus dem Sinn" war durchaus nichts Ungew&ouml;hnliches. Noch nach dem Krieg hatten einige ehrenwerte B&uuml;rger der Stadt nichts besseres zu tun, als sich &uuml;ber "pl&uuml;ndernde" DPs aufzuregen. So hie&szlig; es auf der Magistratssitzung vom 29.6.1945: "Die Ausl&auml;nder verursachen der Stadt ganz ungeheure Ausgaben. In der kurzen Zeit sind schon Kosten in H&ouml;he von &uuml;ber 200.000 RM entstanden. Das kann nicht so weitergehen." Und ein anderer Teilnehmer der Runde "bringt zum Ausdruck, da&szlig; jedem anst&auml;ndigen Menschen der Gedanke unertr&auml;glich sein m&uuml;sse, da&szlig; die Ausl&auml;nder hier in Deutschland nicht arbeiten, frei und gut leben und obendrein noch pl&uuml;ndern." Der einzige nachweisbare Vorfall war allerdings nur die Zerlegung der Inneneinrichtung der Borchers'schen Lager.
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Zur&uuml;ck ins Nazireich. Partei und Teile der Verwaltung versuchten mit Argusaugen und polizeilicher Gewalt die Versklavung perfekt zu machen und jeden Anflug menschlicher Regung bei den Deutschen zu unterdr&uuml;cken, wo sie es konnten. Am 14.2.1944 erhielt beispielsweise die Firma Dr. Ernst L&uuml;ddemann in Oker, ein kriegswichtiger Betrieb, der Lagerbaracken in Fertigbauweise aus Holzzement produzierte, ein Schreiben des B&uuml;rgermeisters: "Wie mir gemeldet wurde, haben die bei Ihnen besch&auml;ftigten Russen am 11.2.1944, nach 20 Uhr Ihr Werk verlassen und sich nach Richtung Oker begeben. Nach der k&uuml;rzlichen telefonischen Verabredung sollten die Russen nach Dunkelwerden das Werk nicht mehr verlassen, was aber nicht eingehalten ist, und da eine Einkaufsm&ouml;glichkeit nach 20 Uhr nicht mehr besteht, ersuche ich, Ihre Wache nochmals energisch anzuweisen, damit dieser Zustand aufh&ouml;rt."
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Dieses Schreiben besagt zweierlei. Zum einen haben die Wachmannschaften offenbar ein Auge zugedr&uuml;ckt und den Zwangsarbeitern ein wenig Freiheit gew&auml;hrt, was zur sofortigen Intervention der Staatsmacht f&uuml;hrte. &auml;hnliches bezeugt ein weiteres Dokument. Am 3.6.1944 bekam Oberb&uuml;rgermeister Droste von der Kreisleitung der NSDAP folgendes Schreiben: "Ich mache Ihnen folgende Meldung: Bei einem Streifendienst des NSKK im Gut Riechenberg und Umgebung kam den M&auml;nnern nachstehendes zur Kenntnis, ich erhielt davon Mitteilung: Am Sonntag, den 15.5. d.Js. seien auf dem Gut Riechenberg 50 - 60 Fremdv&ouml;lkische mit Musikinstrumenten usw. zusammengekommen. Ich verweise hierbei auf die Ausf&uuml;hrungen des Gauleiters in der letzten gemeinsamen Arbeitstagung der Kreisleiter, Oberb&uuml;rgermeister und Landr&auml;te und bitte Sie, Ihre Polizeibeamten anzuweisen, mehr als bisher und gerade auf den umliegenden G&uuml;tern derartige Zusammenk&uuml;nfte in Zukunft zu verhindern. Ausserdem sei auf dem Gut Riechenberg vor einigen Woche durch einen Schmied Hohmann ein Russe festgenommen und eine Nacht in den Keller eingesperrt. Am anderen Morgen habe ihn die Polizei abgeholt. Nach wenigen 100 Metern habe dieser Hohmann beobachtet, wie der Polizeibeamte dem Russen ein Butterbrot gab. Am anderen Tag sagte daraufhin der in der Schmiede auf Gut Riechenberg besch&auml;ftigte Russe 'Polizei gut, aber Meister nicht gut. Polizei hat Kameraden Brot gegeben.' Ich bitte, auch alle Ihre Polizeibeamten und Hilfpolizeibeamten zu belehren, straff&auml;llige Fremdv&ouml;lkische nicht zu weich anzufassen oder noch zu f&uuml;ttern. Die P&auml;chter der st&auml;dtischen G&uuml;ter sind ebenfalls von Ihnen darauf aufmerksam zu machen, Zusammenk&uuml;nfte Fremdv&ouml;lkischer nicht auf ihren G&uuml;tern zu dulden, ich bin sonst gezwungen, dies dem Gauleiter zu melden, der gegen Betriebsf&uuml;hrer, die derartiges nicht zur Meldung bringen unnachsichtig Strafanzeige erstatten wird." Die daraufhin vernommenen Polizeibeamten stritten die Vorf&auml;lle ab. Man kann aus diesen und anderen Quellen schlie&szlig;en, dass auf den Goslarer G&uuml;tern offenbar eine relativ humane Zwangsarbeiterbehandlung vorherrschte.
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Die Nazi-Kreisleitung schien viel besch&auml;ftigt mit dem teilweise unvorschriftsm&auml;&szlig;igen Umgang der Bev&ouml;lkerung mit den "Fremdv&ouml;lkischen". Am 31.8.1944 beschwerte sie sich bei Oberb&uuml;rgermeister Droste:
"1.) Ich bitte f&uuml;r die Freib&auml;der in Goslar umgehend eine einheitliche Regelung zu treffen, dass ein Baden deutscher Volksgenossen mit Fremdv&ouml;lkischen zusammen unm&ouml;glich ist, und zwar ist nicht den Deutschen, sondern den Fremdv&ouml;lkischen das Betreten der Badeanstalten zu verbieten. Hierbei ist unter allen Umst&auml;nden R&uuml;cksicht auf die arbeitende Bev&ouml;lkerung zu nehmen, die erst nach Dienstschluss diesem Sport nachgehen kann. Den Fremdv&ouml;lkischen ist das Betreten h&ouml;chstens an 2 Tagen (auf keinen Fall am Wochenende und am Sonntag) und dann nur ein paar Stunden zu gestatten.
2.) Bei dieser Gelegenheit bitte ich darum, durch die Polizei sofort Kontrollen durchf&uuml;hren zu lassen, dass in den hiesigen Gastst&auml;tten den Fremdv&ouml;lkischen nicht alkoholische Getr&auml;nke, auch nicht D&uuml;nnbier, ausgeschenkt wird. Verst&ouml;sse hiergegen sind sofort entsprechend in Strafe zu nehmen.
Zu 1) bitte ich um Mitteilung, welche Regelung getroffen ist und gleichzeitig auch um genaueste &uuml;berwachung. Verst&ouml;sse gegen Punkt 2) bitte ich zur Kenntnis zu bringen".
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Die Verwaltungsspitze sputete sich, dem Verlangen der Partei Folge zu leisten. Der Kreisgruppenleiter des Gastst&auml;tten- und Beherbergungsgewerbes Brasching aus Oker erhielt von B&uuml;rgermeister M&uuml;hlenberg einen geharnischten Beschwerde- und Drohbrief: "Aus gegebener Veranlassung ersuche ich im Einvernehmen mit dem Kreisleiter, alle Gastwirte erneut auf die strikteste Beachtung der diesbez&uuml;glichen Polizeiverordnung hinzuweisen. Wer vors&auml;tzlich oder fahrl&auml;ssig den Vorschriften zuwider handelt, wird mit Geldstrafe oder mit Haft bis zu 6 Wochen bestraft. Ich werde Kontrollen veranlassen. Von deutschen Volksgenossen, die aus beruflichen oder famili&auml;ren Gr&uuml;nden auf Gastst&auml;ttenverpflegung angewiesen sind, wird bewegt dar&uuml;ber Klage gef&uuml;hrt, da&szlig; die Lokale besonders zur Essenszeit von Ausl&auml;ndern &uuml;berf&uuml;llt sind, die bevorzugt Stammgerichte und markeng&uuml;nstige Speisen wiederholt bestellen und erhalten. Deutsche Volksgenossen finden oft keinen Platz oder gestrichene Speisen auf der Karte. Sie gehen leer aus. Wenn die hier arbeitenden Ausl&auml;nder (nicht Polen und Ostarbeiter) auch Zutritt zu den Gastst&auml;tten haben, so gebieten doch die deutsche Haltung und das Zeitgeschehen, unbedingt dem deutschen Volksgenossen jeden, aber auch jeden Vorrang vor den Ausl&auml;ndern zugeben."
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Es schien sich ein Schlendrian unter Teilen der Bev&ouml;lkerung eingeschlichen zu haben, den die Verwaltungsspitze als oberste &ouml;rtliche Polizeif&uuml;hrung gebannt sehen wollte. Die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter waren ja auch im Stadtbild pr&auml;sent. Die aus Westeuropa stammenden waren auch nicht durch das "P" oder das "OST" als Auss&auml;tzige markiert, doch es lag im Interesse der Regimes, sie zu isolieren und von der Kommunikation mit den Einheimischen abzuschotten. Auch von allgemeinen politischen Informationen oder Meldungen &uuml;ber die milit&auml;rische Lage sollten sie ausgeschlossen sein. Vom 5.2.1943 stammt ein Rundschreiben des DAF-Verantwortlichen Weberling, in dem er das Verbot des Radioh&ouml;rens f&uuml;r ausl&auml;ndische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter den Betrieben mitteilt: "Wir machen darauf aufmerksam, dass ab sofort verboten ist, f&uuml;r ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte im Betrieb den Nachrichtendienst anzustellen. Lediglich Sondermeldungen d&uuml;rfen auch f&uuml;r Ausl&auml;nder eingestellt werden. Dasselbe gilt f&uuml;r die Lager, in denen Ausl&auml;nder untergebracht sind."
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Nach der kriegsentscheidenden Niederlage von Stalingrad sollten die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nichts vom R&uuml;ckzug der deutschen Truppen erfahren. Das h&auml;tte deren Hoffnung auf Befreiung erh&ouml;ht und w&auml;re der Arbeitsmoral wohl abtr&auml;glich gewesen, so das Kalk&uuml;l der Partei. Ein Jahr sp&auml;ter durften sie auch nicht mehr die beliebten Quatsch- und Tratschetablissements, die Friseurgesch&auml;fte, aufsuchen: "Mit dem heutigen Tag ist in dem fr&uuml;heren Friseurgesch&auml;ft von Gans, Goslar, Marktstr. 16, ein Friseurladen f&uuml;r Ausl&auml;nder eingerichtet. Die Ausl&auml;nder werden f&uuml;r die Folge in den Friseurgesch&auml;ften der Stadt Goslar nicht mehr bedient, und ich bitte Sie, daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die in ihrem Lager wohnenden oder in Ihrem Betrieb besch&auml;ftigten fremdv&ouml;lkischen Arbeiter dar&uuml;ber orientiert werden, da&szlig; in der Marktstr. 16 dieses Gesch&auml;ft er&ouml;ffnet ist und da&szlig; sie dort zur Bedienung hinzugehen haben," teilte Weberling den Betriebsf&uuml;hrern des Ortes am 11.2.1944 mit. Doch sicher konnte auch diese Ma&szlig;nahme das Wissen um den baldigen Zusammenbruch nicht schm&auml;lern.
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Einer Mitteilung an die Gestapo Braunschweig zufolge arbeiteten 2.300 M&auml;nner und Frauen aus den okkupierten L&auml;ndern Europas im Sommer 1944 im Goslarer Stadtgebiet. Unter ihnen nun auch vieler Italiener, die nach der Kapitulation Italiens als Milit&auml;rinternierte gefangengehalten wurden. Sie wurden im September 1944 vor die Alternative gestellt, sich der Wehrmacht oder der Waffen-SS zur Verf&uuml;gung zu stellen oder als Zwangsarbeiter t&auml;tig zu werden. So kamen &uuml;ber 150 Mann aus dem Stalag Fallingbostel in die Lager und Betriebe nach Goslar.
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Goslars R&uuml;stungsindustrie erhielt im August 1944 ein weiteres Standbein. Unter dem Namen "Firma Bottke" verlegte das von Luftangriffen stark besch&auml;digte B&uuml;ssing-Werk einen Teil seiner Produktion von Braunschweig-Querum nach Goslar. In der f&uuml;r die Feierlichkeiten der Reichsbauerntage errichteten Goslar-Halle wurden nun Flugzeugmotoren produziert. Da es in der Stadt keine Unterbringungsm&ouml;glichkeiten mehr gab, wohnten die Zwangsarbeiter dieses Betriebes in der Produktionsst&auml;tte.
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1943 hatte die Reichsbahn eine Abteilung des Ausbesserungswerkes Braunschweig nach Goslar verlegt. Zwar lag Goslar etwas au&szlig;erhalb der Hauptverbindungswege f&uuml;r den Nachschub nach Osten, doch es war bislang von Luftangriffen verschont geblieben, so dass sich die Reichsbahn zu dieser Verlagerung entschloss. F&uuml;r die ben&ouml;tigten Zwangsarbeiter wurden an der Astfelder Stra&szlig;e eigens Baracken aufgebaut. 150 M&auml;nner, &uuml;berwiegend aus dem Westen Europas, arbeiteten hier bis Kriegsende f&uuml;r die Instandsetzung der Transportkapazit&auml;ten der deutschen Wehrmacht.
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Goslar war nun keine gem&uuml;tliche Provinzstadt am Tor zum Harz mehr, sondern durch viele Betriebe zur wichtigen Kriegsproduktionsst&auml;tte geworden. Dort, wo nach den Vorstellung der Verwaltungsspitze der Stadt die repr&auml;sentativen Bauten und Wohnungen des Reichsn&auml;hrstandes h&auml;tten stehen sollen, im Gelmketal, erstreckte sich nun ein stinkendes, toxische Stoffe enthaltendes Schlammabsitzbecken mit Aufbereitungsabg&auml;ngen der Grube Rammelsberg. 3.000 Verwundete beherbergten die Hilfslazarette der Stadt. Der Achtermann und der Nieders&auml;chsische Hof waren ausgelastet, die am schlimmsten Verst&uuml;mmelten wurden etwas abseits der Stadt auf dem Hessenkopf untergebracht. Das Leben war ungem&uuml;tlich geworden. Die Entgitterungsaktionen der Partei hatten alles verf&uuml;gbare Metall eingesammelt. Kirchenglocken mussten als Metallschrott in die Hoch&ouml;fen ebenso wie die metallenen Z&auml;une der Hauseigent&uuml;mer. Einen Bus- und Eisenbahnverkehr gab es kaum noch; Autoverkehr war schon lange Luxus f&uuml;r Funktion&auml;re geworden. Fahrr&auml;der, wenn sie nicht requiriert worden waren, waren selten funktionst&uuml;chtig - es gab kein Gummi mehr. Die Ern&auml;hrungslage verschlechterte sich bald t&auml;glich. Alle vier Wochen &auml;nderte das Reichsministerium f&uuml;r Ern&auml;hrung und Landwirtschaft die amtlichen Zuteilungsmengen f&uuml;r Lebensmittel. Nur die Formularhersteller profitierten davon. Jeder Innenhof der Stadt wurde nun genutzt, um Essbares in Eigenregie anzubauen. Die Beschwerden beim Ern&auml;hrungs- und Beschaffungsamt der Stadt h&auml;uften sich. Tausende von Bombenfl&uuml;chtlingen aus den bombardierten Metropolen des Reichs bev&ouml;lkerten die Stadt und ben&ouml;tigten Wohnraum. Die Menschen mussten enger zusammenr&uuml;cken; sie taten das nur widerwillig und oft erst unter Zwangsma&szlig;nahmen der Polizei. Kleine Vergehen wie die Schieberei mit Lebensmittelkarten wurden hart bestraft. Wer sich in dieser Situation der wachsenden Kontrolle und des zunehmenden Misstrauens den Zwangsarbeitern gegen&uuml;ber noch menschlich benahm, wurde von seinen deutschen Mitmenschen stigmatisiert, wenn nicht von den Beh&ouml;rden bestraft.
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Die Firma Genthe z.B. erhielt auch ihre Zwangsarbeiter, anders war die Produktion nicht aufrechtzuerhalten. Genthe war im Krieg ein wichtiger Produzent von optischen Ger&auml;ten wie Ferngl&auml;sern oder Sehrohren. Die hochsensible und technisch anspruchsvolle Produktion verlangte einen vern&uuml;nftigen Umgang mit dem Personal. W&auml;hrend z.B. die Fluktuation, d.h. der Verschlei&szlig; an Arbeitskr&auml;ften bei Borchers sehr hoch war, kann man dies bei Genthe nicht beobachten. Das l&auml;sst darauf schlie&szlig;en, dass hier die Arbeits- und Lebensbedingungen ertr&auml;glich waren. &auml;hnlich bei den Greifwerken - auch ein kriegswichtiger Betrieb, obwohl er "nur" B&uuml;romaterial herstellte. Etwa 60 Zwangsarbeiterinnen waren in R&auml;umlichkeiten, die der Firma geh&ouml;rten, untergebracht. In der Zehntstra&szlig;e 6 und der Bergstra&szlig;e 4 wohnten diese Frauen, vorwiegend aus Polen und der Ukraine. Sie hatten es ein wenig behaglich, die Bilder, die die Ausstellung zeigt, tr&uuml;gen nach unseren Informationen nicht. Die Frauen durften ohne Bewachung aus der Zehntstra&szlig;e die paar Meter zum Betrieb laufen, was bei Borchers oder den Okerh&uuml;tten der Preussag nie geduldet wurde. Vergleichbar vern&uuml;nftig behandelt wurden die Frauen, die bei der Firma List gearbeitet haben, was sowohl Opfer als auch deutsche Angestellte versichern. Mancher kleinere Betrieb hatte nach dem Krieg noch Kontakt zu seinen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, z.T. bis heute.
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Diese Tatsachen belegen, dass menschliches Verhalten durchaus m&ouml;glich war, doch sie k&ouml;nnen nicht davon ablenken, dass die Versklavung von Menschen, ihre Herabw&uuml;rdigung und Dem&uuml;tigung aus machtpolitischen oder rassistischen Gr&uuml;nden auch in Goslar &uuml;blich war und zum Alltag des Lebens im Nationalsozialismus geh&ouml;rte.
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Alle Quellen und Ver&ouml;ffentlichungen: Archiv Verein "Spurensuche Goslar e.V."
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Vorstehender Text entstand aus einem Begleittext zur gleichnamigen Ausstellung im Goslarer Museum; die Tafeln der Ausstellung sind &uuml;ber den Verein Spurensuche Goslar e.V., Postfach 2505, 38615 Goslar, Tel. 05321/41387, Fax 41347, e-mail fknolle@t-online.de auszuleihen. Hier ist auch die vollst&auml;ndige Begleitbrosch&uuml;re zu Ausstellung erh&auml;ltlich.
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Wir danken dem Land Niedersachsen und insbesondere dem Nieders&auml;chsischen Kultusministerium, durch dessen finanzielle Unterst&uuml;tzung die Ausstellung erst m&ouml;glich wurde. ]]></content>
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