<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>
<rss version="2.0">

<channel>
	<title>Spurensuche Harzregion e.V. </title>
	
	<link>www.spurensuche-harzregion.de</link>
	<description>Webseite des Vereins Spurensuche Harzregion</description>
	<pubDate>Thu, 17 November 2008 20:56:01 +0000</pubDate>
	<generator></generator>

	<language>de-de</language>
	<item>
		<title><![CDATA[Neue Brosch&uuml;re: Arbeiten f&uuml;r Gro&szlig;-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg]]></title>
		<link>http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/65</link>
		<comments></comments>
		<pubDate>Sun, 07 December 2008 18:14:00 +0100</pubDate>

		<creator>PV</creator>
		
		<category><![CDATA[publikationen]]></category>
				<keywords><![CDATA[bad lauterberg,gro&szlig;deutschland,zwangsarbeit,zeitgeschichte,ver&ouml;ffentlichung,buch]]></keywords>

		<description><![CDATA[Pressemitteilung]]></description>
			<content><![CDATA[

Bad Lauterberg. Zwangsarbeit, Deportation und Arbeitseins&auml;tze von Kriegsgefangenen sind Themen, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg von vielen B&uuml;rgern verdr&auml;ngt wurden. "Nur nicht daran r&uuml;hren, es gibt Wichtigeres zu tun" war die Devise. Auch in den Schulen wurde dieses Problemfeld fr&uuml;her nicht angesprochen. Die damals noch vorhandenen Rudimente der Barackenlager im Odertal waren Fl&uuml;chtlingslager oder Sozialunterk&uuml;nfte - was sie vorher waren, Unterk&uuml;nfte f&uuml;r ausl&auml;ndische Arbeiter und Kriegsgefangene, wurde nicht erw&auml;hnt. Das wusste man, behielt es aber f&uuml;r sich. Heute, nach mehr als 60 Jahren, wei&szlig; kaum noch ein Einwohner etwas &uuml;ber diese Zeit und die Menschen, die dort unter teilweise menschenunw&uuml;rdigen Verh&auml;ltnissen arbeiten und leben mussten.
<br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/65-01.jpg" target="_blank"><img src="http://www.spurensuche-harzregion.de/images/65-01.jpg" width="100%" border="0"></a><br>
<br>
Diese Abhandlung wurde allein von der Archivgemeinschaft der Stadt Bad Lauterberg erstellt, sie hat sich ohne Auftrag dieses Themas angenommen. Im Verlauf einer zweij&auml;hrigen Recherche konnte ein Schattenriss der Arbeit erkannt werden und mit der Zusammenstellung der einzelnen Kapitel begonnen werden. Die Arbeit wurde 2004 in einer ersten Ausgabe f&uuml;r einen eng begrenzten Verteilerkreis erstellt. Die Aufbereitung der ersten Internetver&ouml;ffentlichung erfolgte dann beim Verein Spurensuche Harzregion e.V., vormals Spurensuche Goslar e.V., 2006. Aufgrund neuer, bisher nicht ausgewerteter Quellen wurde eine zweite Ausgabe notwendig. 
<br><br>
Die Auswertung der noch vorhandenen Dokumente beruht ausschlie&szlig;lich auf st&auml;dtischen und kirchlichen Unterlagen. Die historische Aufarbeitung dieses Kapitels der Stadtgeschichte kommt leider um mehr als 60 Jahre zu sp&auml;t. Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen und noch weniger Personen, die auch bereit sind, &uuml;ber diese Zeit zu sprechen. Viele L&uuml;cken in den Personenstandsdaten konnten nicht geschlossen und standesamtliche sowie auch kirchliche Daten nicht vorbehaltlos &uuml;bernommen werden. 
<br><br>
Die ausl&auml;ndischen Zivilarbeiter in Bad Lauterberg kamen aus nahezu allen von Deutschland besetzten oder annektierten Gebieten. Au&szlig;erdem waren zahlreiche Personen aus verb&uuml;ndeten oder neutralen Staaten besch&auml;ftigt. Der Aufwuchs an ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften lief parallel zu den Erfordernissen der Kriegswirtschaft und den Einberufungen deutscher Arbeitskr&auml;fte zum Milit&auml;r. Der H&ouml;hepunkt dieser Entwicklung war 1943 und 1944.
<br><br>
Vom Einsatz der Ausl&auml;nder hat ein Gro&szlig;teil der industriellen Wirtschaftsunternehmen der Stadt profitiert, dar&uuml;ber hinaus Landwirtschaft, Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Reichsforst, Reichsbahn, Handwerk und privilegierte private Haushalte. Die Behandlung der ausl&auml;ndischen Zivilarbeiter entsprach nicht immer den Erlassen der Verwaltung und noch viel weniger den Vorstellungen der Parteiideologen. Einzelne B&uuml;rger der Stadt, die besondere Befugnisse gegen&uuml;ber den Ausl&auml;ndern besa&szlig;en, benutzten ihre Stellung, um die geforderte Arbeitsleistung der ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;fte zu erzwingen, auch wenn dieses unrechtm&auml;&szlig;ig und v&ouml;lkerrechtswidrig war. 
<br><br>
Gesundheitszustand und Lebensumst&auml;nde der Zivilarbeiter entsprachen den Umst&auml;nden ihres Aufenthaltes in Bad Lauterberg. Sie waren gekennzeichnet von einer restriktiven Gesetzgebung, kriegsbedingtem Mangel, harter Arbeit und der Unterbringung in hygienisch mangelhaften, &uuml;berf&uuml;llten Gemeinschaftslagern. Das f&uuml;hrte in Verbindung mit einer v&ouml;llig unzureichenden medizinischen Versorgung zu zahlreichen Todesf&auml;llen durch Tuberkulose und anderen schweren Infektionskrankheiten. Es ist davon auszugehen, dass ein hoher Prozentsatz der ausl&auml;ndischen Arbeiter als unterern&auml;hrt, unzureichend bekleidet und krank anzusehen war. Die hohe Sterblichkeitsrate gibt dar&uuml;ber ein beklemmendes Zeugnis. 
<br><br>
Bemerkenswert ist, wie wenig die gro&szlig;e Anzahl von Ausl&auml;ndern im Bewusstsein der heute noch lebenden Kriegsgeneration erhalten geblieben ist, obwohl doch nahezu jeder der damaligen Einwohner in vielf&auml;ltiger Weise mit den ausl&auml;ndischen Zivilarbeitern in Kontakt gekommen sein muss.
<br><br>
M&ouml;ge diese Arbeit einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Erinnerungsl&uuml;cke zu schlie&szlig;en.
<br><br>
<a href="http://www.spurensuche-harzregion.de/documents/65 - 01.pdf">Titelseite (PDF)</a> 
<br><br>
L&uuml;der, Helmut (2008): Arbeiten f&uuml;r Gro&szlig;-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg. - Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 3, 116 S., zr. Grafiken und Tab., Papierflieger-Verlag, Clausthal-Zellerfeld, ISBN 978-3-89720-548-2. Erh&auml;ltlich im Buchhandel oder &uuml;ber den Verlag. 
<br><br>
Herausgeber:
<br><br>
Spurensuche Harzregion e.V.<br>
Friedhart Knolle<br><br>
]]></content>
		</item>
	</channel>
</rss>
