- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
Dokumentation: Veranstaltung - Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertrieben nach 1945
Vortrag und Präsentation der Veranstaltung vom 21. Januar 2016 in Jürgenohl

Publikationen zur Zeitgeschichte - insbesondere NS-Zeit und ihren Nachwirkungen
Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Konzept

Auschwitz und die Nachkriegszeit: Das Beschweigen und die Integration des IG-Farben Funktionärs aus Monowitz H. Schneider in die Stadtgesellschaft Goslars
Vortrag

UNSER HARZ: Gedenkstätte "Russenfriedhof" am Massengrab der Sprengstoff-Fabrik Tanne in Clausthal-Zellerfeld
Pressemitteilung zur Ausgabe Januar 2014

Dr. Peter Schyga. NS-Macht und evangelische Kirche in Bad Harzburg
Neuerscheinung.

Peter Lehmann: geachtet - geleugnet - geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode
Neuerscheinung. Pressemitteilung.

Frank Baranowski. Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929 - 1945
Neuerscheinung. Rezension

Nachreichung: Goslar und die Harzburger Front - die Radikalisierung des Bürgertums.
Vortrag im Rahmen der Ausstellungspräsentation am 26.4.2012 im Kreishaus Goslar

Nachreichung: Im Gleichschritt zur Diktatur? Der "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten" in der Harzburger Front1
Vortrag

Nachreichung: Zur Einführung in die Ausstellungspräsentation am 24.4.2012 im Kreishaus Goslar
Rede

NS-Geschichte der Goslarer Fa. H.C. Starck aufgearbeitet - Bd. 5 "Spuren Harzer Zeitgeschichte"
Presseinformation

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Die Formierung des "Rechtsextremismus der Mitte"

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Frieden undenkbar?

Politisches Frühjahr 1933: Terror und Gewalt - Begeisterung und Jubel
Vortrag von Dr. Peter Schyga

Nachreichung: Rede von Peter Schyga während der Ausstellungseröffnung zur Harzburger Front in Wernigerode
Redeprotokoll

Auf den Spuren der NS-Kriegswirtschaft im Harz
Artikel zum Thema in "Der Zeppelin" erschienen

"Festung Harz - Die extreme Rechte im Landkreis Goslar und der niedersächsischen Harzregion"
Vortragsveranstaltung am Freitag, den 27. August um 19:00 Uhr, in der Jugendherberge Goslar, Rammelsberger Straߟe 25, Raum Rammelsberg

"Geschichte und Geschichten aus Hahndorf am Harz, Band 1"
Neue Chronik von Hahndorf erschienen

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Dokumentation des Symposiums

Der Reichsnährstand in der Reichsbauernstadt - Eine symbiotische Beziehung?
Redebeitrag von Dr. Peter Schyga auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Wie die Nazis die Bauern betrogen
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Das Erntedankfest als Einfallstor für die religiöse üœberhöhung des "Führers"
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Ausstellungskatalog - Neuerscheinung

Vorstellung der neuen Broschüre "NS-Zwangsarbeit in Seesen am Harz - ein fehlendes Kapitel Stadtgeschichte"
08.12.2009, 12:00Uhr, Bürgerhaus Seesen

Pressemitteilung
Dokumentation zur Harzburger Front aufgrund der großen Nachfrage in Neuauflage erschienen

Neuerscheinung: "Du sollst keinen Gott haben neben mir"
Neuerscheinung - Buchveröffentlichung am 09. Oktober 2009 in der Marktkirche

Katalog zur Ausstellung "Harzburger Front - Im Gleichschritt in die Diktatur"
Neuerscheinung - Ausstellungskatalog

Ein mahnendes Zeitdokument in Bildern
Neuerscheinung - NS-Zeit in Herzberg

Ausstellung Harzburger Front
Ausstellungsflyer zum Download

Beitrag in - Der Harly - Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm
Artikel über den Harly in der NS-ZEit

Neue Broschüre: Arbeiten für Groß-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg
Pressemitteilung

Von der Ausgrenzung zur Vernichtung - Leben und Leiden Goslarer Juden 1933 - 1945
Ausstellung in der Marktkirche Goslar vom 09. - 26. Nov

Neuerscheinung - Zwangsarbeit bei Gebr. Borchers/H.C. Starck - "Briefe meines Vaters 1943 - 1945"
Im Februar 1943 wurde Max Dalkowski bei einer Straßenrazzia in Warschau festgenommen...

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 2
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Harzburger Front von 1931 - Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik.

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 1
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Die Reichspogromnacht am 09./10. Nov 1938 in Goslar.

Holocaust-Gedenktag 2007
Dokumentation der Veranstaltung in Langelsheim

Die NS-Rüstungsaltlast "Werk Tanne"
Sprengstoffproduktion im Harz

Rundgang durch die "Reichsbauernstadt"
Stätten der NS-Herrschaft in Goslar

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 2
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 1
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

Buchbesprechung - Dr. Peter Schyga: Goslar 1918 - 1945
Von der nationalen Stadt zur Reichsbauernstadt des Nationalsozialismus - Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Quellen und Literaturverzeichnis
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 11
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 10
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 9
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 8
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 7
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 3
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 2
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 1
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

1944/45: Der Bau der Helmetalbahn
Sklavenarbeit mitten in unserer Heimat

Die verdrängte Vergangenheit
Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, 65 Abb., 15-seitiger Dokumentenabdruck

Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar
Verein Spurensuche Goslar e.V., Wolfgang Janz, Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar, Goslar 2003

Spurensuche Goslar in der Bundestagsdebatte
Deutscher Bundestag, 114. Sitzung, Berlin, Donnerstag, den 6. Juli 2000

"Gebt uns unsere Würde wieder" - Die Briefe
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

"Gebt uns unsere Würde wieder"
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

Von "Dora" bis zum Bahnhof Oker
Das Wegzeichenprojekt Westharz und der Marsch des Lebens

Im Gleichschritt zur Diktatur? Der „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ in der Harzburger Front1

Anke Hoffstadt, Hannover

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„Rechts ist Trumpf!“ – Die Harzburger Front als Beziehungsgeschichte

Der 13. Oktober 1931, ein Dienstag, war für den Fortbestand der Regierung Heinrich Brünings ein wichtiger Tag. Denn seit beinahe sechs Monaten hatte die parlamentarische Demokratie in einer Art künstlichem Koma verharrt, nachdem am 10. Februar dieses Jahres die Fraktionen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, der DNVP und des Landvolks durch ihren Aus- zug aus dem Berliner Parlament jede weitere Regierungsarbeit unmöglich gemacht hatte. Mit der ersten Sitzung des wiedereröffneten Reichstages sollte sich nun erweisen, ob der Reichs- kanzler den angekündigten Misstrauensanträgen von Seiten der antirepublikanischen Kräfte im Parlament widerstehen können würde.2

Ohne zu diesem Zeitpunkt zu wissen, wie sich die Situation der Weimarer Republik weiter ent- wickeln würde, veröffentlichte der Journalist Carl von Ossietzky am selben Tag, dem 13. Oktober, in seiner Wochenzeitung „Die Weltbühne“ eine wenig optimistische Analyse der Lage.3 Denn gerade das vorausgegangene Wochenende hatte reichlich politischen Sprengstoff im Gepäck gehabt: nicht nur, dass am Samstag der Parteivorsitzende der NSDAP, Adolf Hitler, zum ersten Mal unter dem Jubel Hunderter SA-Männer zur Audienz bei Reichspräsident Hinden- burg geladen gewesen war4 – mehr noch: an diesem Wochenende waren im braunschweigisch- en Bad Harzburg die führenden Kräfte der sogenannten Nationalen Opposition zusammenge- kommen, begleitet von ihren einige tausend Mann starken paramilitärischen Formationen. Mit dieser gemeinsamen Heerschau wollten sie ihrer Forderung nach nicht weniger als dem Sturz Brünings Ausdruck verleihen. Die Parteiführungen und Spitzenfunktionäre der Verbände von NSDAP, DNVP, Reichslandbund, Alldeutschem Verband, der Vereinigten Vaterländischen Verbände und des Frontsoldatenbundes Stahlhelm hatten von hier aus einen politischen „Generalangriff“ gegen die Regierung inszeniert.5 Von Bad Harzburg aus sollte ein Sturmsignal ausgehen, dass die zuletzt krisengeplagte verhasste Republik zu Fall gebracht werden sollte und die Stunde einer Nationalen Regierung unter einem im Amt gestärkten Reichspräsidenten Hindenburg gekommen sei.

Nun, zwei Tage später, schreibt Ossietzky also über die Ereignisse der letzten Tage: „Anderthalb Jahre hat der Reichskanzler Brüning sich bemüht, der sogenannten Nationalen Opposition Manieren beizubringen. Er hat sich sein Erziehungswerk durch so viele Konzessionen an die Rechte zu erleichtern versucht, daß die arme demo- kratische Republik dabei in die Brüche gegangen ist. Brünings Idee war: die Rechts- parteien soweit zu zivilisieren, daß sie außenpolitisch tragbar wurden und innen- politisch wenigstens noch einen Schein von Legalität wahrten. Damit ist der Reichs- kanzler gescheitert. In dem braunschweigischen Harzburg tritt alles, was Küche und Keller an Fascismus, Monarchismus und Nationalismus zu bieten haben, geschlossen gegen ihn auf.“6

Und weiter heißt es:
„… einen Tag vor dem Harzburger Treffen [erscheint] der braune Häuptling des deutschen Fascismus im Palais des Reichspräsidenten. Ein Ereignis von unerhörter propagandistischer Wirkung für die Reaktion, auch wenn sich die beiden Herren nur über das Wetter unterhalten haben. Und als Auftakt für Harzburg wird die Sprache der Nationalsozialisten so drohend und frech wie seit einem Jahre nicht“.7

Ähnliches gelte auch für ihr Verhalten innerhalb der Reihen der Nationalen Opposition, fährt Ossietzky fort und schildert damit seine vielleicht überraschenden Eindrücke von der Tagung der Harzburger Front: In Bad Harzburg hätte sich die nationalistische Bewegung auch dann immer noch als stark erwiesen, obwohl „sie in sich nicht geschlossen“ sei und gerade National- sozialisten und Stahlhelmer sich „gestern, wie Kriemhild und Brunhild, um den Vortritt ge- stritten“ hätten.

Der Journalist von Ossietzky traf im Oktober 1931 mit seinem Artikel „Rechts ist Trumpf“ eine Einschätzung, die heute Anlass sein soll, dieses auf den ersten Blick verwirrende Bild von einer gefährlichen, zugleich aber auch tief gespaltenen Harzburger „Front“ an zu hinterfragen und zu beleuchten. Im Folgenden soll die Analyse also dem merkwürdigen Verhältnis von Stahlhelm und NSDAP gelten, das den Beobachter von Ossietzky in seinem Urteil zur Harzburger Front zu diesem schillernden Vergleich bewog.8 Dabei wird die Idee leitend sein, dass wir es rund um die Formierung der Harzburger Front mit einer ebenso komplizierten wie konflikt- reichen Beziehungsgeschichte zu tun haben, deren Akteure offenbar mitnichten an einem Strang gezogen haben. Denn, was schon den Zeitgenossen und Beobachtern der Tagung nicht unverborgen blieb, wird heute für Historikerinnen und Historiker durch den Blick auf die historischen Quellen offensichtlich: Der Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten und die National- sozialisten, das heißt: diejenigen Kräfte, die das Bild von der Harzburger Front am eindrück- lichsten prägten, lieferten sich in Bad Harzburg tatsächlich einen regelrechten Machtkampf um die Führungsposition an der Spitze der Nationalen Front. So war Bad Harzburg die wenig vorteilhafte Bühne für einen nur dürftig kaschierten internen Konkurrenzkampf zwischen Stahl- helm und NSDAP, die gleichsam als Kriemhild und Brunhild mehr gegen- als miteinander wirkten.

Diese Beobachtung wird im Folgenden in drei Schritten nachgezeichnet: Zunächst soll es (1) darum gehen, wie das Projekt der „Harzburger Front“ entstand, welche Akteure sich an der Planung beteiligten und wie die Vorbereitungsarbeiten von statten gingen. In einem zweiten Schritt stehen (2) insbesondere die Ereignisse des 10. und 11. Oktober 1931 im Mittelpunkt. Dabei sollen vor allem jene Punkte in der Ereignis-Geschichte der Tagung zentral sein, die Auf- schluss über das Verhältnis zwischen den vermeintlichen „Waffenbrüdern“9 Stahlhelm und NSDAP geben. Wie unter einem Brennglas zeichnen sich hier Konflikte ab, die schließlich bereits unmittelbar nach der Tagung für erhebliche Missstimmungen unter den vermeintlichen „Partnern“ der so genannten Harzburger Front sorgten und darüber hinaus auch den zeitge- nössischen Beobachtern aus Politik und Presse nicht verborgen blieben. Eben diesem Nachspiel von Bad Harzburg gilt im dritten Abschnitt ein näherer Blick (3). Dabei wird einerseits darauf einzugehen sein, wie die beiden Akteure NSDAP und Stahlhelm in der Folge miteinander umgingen – worauf im Anschluss schließlich ein kurzer Blick auf jene Darstellungen und Wahr- nehmungen von außen geworfen werden soll, die auf die Tagung folgten.

Zu rahmen sind diese Schilderungen von zwei Seiten: Zu Beginn wird in aller Kürze vorzu- stellen sein, in welcher Situation sich die Republik im Jahr 1931 befand. Denn – und darüber be- steht kein Zweifel: Im Oktober 1931 war die Tagung eine klare Kampfansage gegen eine schwache parlamentarische Demokratie, die zugleich aber auch durchaus einen Vorgeschmack darauf bot, welchen Wirkungsgrad die Nationale Opposition, allen voran die NSDAP, gegen die angeschlagene Republik zu entfalten begann. In diesem Zusammenhang ist es darüber hinaus notwendig, auch auf den „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ einzugehen und einen knappen Blick auf die Geschichte, die Ziele und Entwicklungen dieses Veteranenverbandes zu werfen.10 Am Ende wird ein Ausblick darauf zu geben sein, welche längerfristigen Konsequenzen die Tagung mitsamt oder gerade wegen all ihrer internen Brüche zeitigte. Welche Entwicklungen nahm der Stahlhelm, und welche Schritte folgten für die NSDAP auf die Tagung der Harzburger Front? Und schließlich: Was bedeutete es für das politische Klima in der Republik und für das Land Braunschweig, das als Schauplatz dieses Generalangriffs auf die angeschlagene Republik eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung spielte?

Weimar 1931: Die Krise der Republik

In welcher Situation befand sich die Republik im Herbst 1931 und welche Angriffsmöglichkeiten ergaben sich hier etwa für eine vermeintliche Phalanx der rechts-konservativen bis radikal rechten Republikgegner, die parlamentarische Demokratie von Weimar zu Beginn der 1930er Jahre in eine „gefährliche Sturmzone“11 zu stellen?

Das Parlament in Berlin sollte am 13. Oktober nach über sechsmonatiger Pause wieder zu- sammenkommen. Noch kurz vor der Tagung war es Brüning durch die Umbildung seines Kabinetts gelungen, die außen- wie innenpolitische Krise abzufedern, die von internationalen Zerwürfnissen über eine mögliche Zollunion mit Österreich und einer völlig desolaten – für viele Bürgerinnen und Bürger im Alltag existenzbedrohenden – Wirtschaftslage im Reich geprägt war.12 Doch die NSDAP, die seit ihrem „Erdrutschsieg“ bei den Reichstagswahlen vom 14. September 1930 mit 107 Abgeordneten jede Entscheidung im Reichstag boykottierte und auch in den folgenden Wahlen der Länderparlamente immer wieder horrende Zugewinne machte, war zu diesem Zeitpunkt zu einer realen Bedrohung der parlamentarischen Demokratie angewachsen.13 Vor diesem Hintergrund war die Harzburger Tagung keinesfalls als bloßes Muskelspiel zu werten. Vielmehr war die Zusammenkunft der Harzburger Front tatsächlich dazu angetan, mit ihrer Forderung nach Beseitigung der republikanischen Ordnung und der Ab- setzung ihrer Funktionsträger vitale Ängste vor einem Umsturz durch die nationalistischen Kräfte zu schüren. Zu diesem Zweck schloss die am Abend des 11. Oktober 1931 verab- schiedete, gemeinsame Entschließung der Nationalen Opposition auch die Möglichkeit einer gewalthaften Machtübernahme nicht ausdrücklich aus. Die paramilitärischen Einheiten von SA, SS und „Stahlhelm“, deren Mitglieder zu Tausenden nach Bad Harzburg gereist waren, unter- strichen das Bedrohungszenario von Militanz und Gewaltbereitschaft. Das Fortbestehen der Weimarer Republik sollte im Herbst 1931 also kaum als gesichert gelten können.

Der „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ als gleichberechtigter „Waffenbruder“ in der Harzburger Front?

Als Teil der Nationalen Opposition hatte sich der Veteranenverband „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ seit seiner Gründung im Winter 1918/19 massiv als antirepublikanische Stör- kraft engagiert. Bis Mitte der 1920er Jahre war er unter der Doppelführung von Franz Seldte, dem späteren Arbeitsminister im Kabinett Hitler, und Oberstleutnant a. D. Theodor Duester- berg, zur mitgliederstärksten, paramilitärisch organisierten Frontkämpfervereinigung des rechten Spektrums angewachsen. Mit Ausnahme des süddeutschen Raumes waren seine Ortsgruppen im gesamten Reichsgebiet, in Stadt und Land, vertreten. Nach eigenen Angaben hatten Ende der 1920er Jahre etwa 500.000 Männer, in überwiegender Zahl Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges, ein Mitgliedsbuch des Stahlhelm in der Tasche.

Hauptpunkte seiner politischen Zielsetzungen waren unter anderem: die Revision des Versailler Vertrages, der Kampf gegen Kommunisten und Sozialisten, die von alliierter Kontrolle unabhängige Wiederwehrbarmachung der deutschen Streitkräfte und der Aufbau eines von militärischen Strukturen geprägten, organischen Staates jenseits aller demokratischen Prin- zipien von repräsentativer Volksvertretung und Gewaltenteilung. Ab Mitte der 1920er Jahre drängte der Stahlhelm zunehmend auch in (partei-)politische Aktionsfelder hinein, engagierte sich in der Regel an der Seite der Deutschnationalen Volkspartei, zunehmend aber auch in Zu- sammenarbeit mit der aufstrebenden NSDAP: gegen die „Kriegsschuldlüge“ und ihre öko- nomischen Konsequenzen der Reparationsabkommen mit den Alliierten, gegen den Weimarer Parlamentarismus und gegen demokratische Volksvertretungsordnungen. Mit der Krise der Weimarer Republik, die die beginnenden 1930er Jahre prägte und deren Ursachen von vielen Zeitgenossen in direkter Verbindung mit dem „Schandfrieden“ von Versailles, mit „Dolchstoß“, Revolution, Räterepublik und Parlamentarismus gesehen wurden, veränderten sich jedoch die Machtkonstellationen am rechten Rand: Mit wachsendem Alleinanspruch besetzten die Nationalsozialisten das politische Feld mit eben diesen Themen, die bis dahin auch zur Kern- programmatik des Stahlhelm gehört hatten. Im Verbund mit der zunehmenden Präsenz der SA, die die Straße als politisches Kampffeld in Stadt und Land eroberte und den ‚traditionellen‘ Soldatenbund rasch als bürgerlich elitären Verein reaktionärer und überalterter Kameraden er- scheinen ließ, geriet der Stahlhelm ab Ende der 1920er Jahre aber immer deutlicher in den Schlagschatten der NS-Bewegung.14 Eine wachsende Zahl von Stahlhelm-Mitgliedern entschloss sich, dem Frontsoldatenbund den Rücken zu kehren und sich der NSDAP und ihren Organisa- tionen anzuschließen. In Bad Harzburg wurde diese Konkurrenz nur allzu offenkundig.

1. Schwierige Vorbereitungen

Als am 7. April 1931 auf dem Hugenbergschen Gut Rohbraken im Extertal der DNVP-Vorsitzende Hugenberg, sein Mitarbeiter Otto Schmidt und die Stahlhelm-Bundesführer Franz Seldte und Theodor Duesterberg in Begleitung des Stahlhelm-Bundeskanzlers Siegfried Wagner zusammen- saßen, um die aktuelle Lage der Nationalen Opposition zu erörtern und deren nächste Schritte bis zur Wiedereinberufung des Reichstages zu besprechen, war das „Dreiecksverhältnis DNVP- Stahlhelm-NSDAP“15 bereits empfindlich gestört.

Schon seit der vom Stahlhelm initiierten Young-Kampagne, bei der auch die NSDAP – zu- nächst widerstrebend, dann zunehmend selbstbewusst– mitgewirkt hatte, hatte sich die Atmosphäre zwischen den drei vermeintlichen „Partnern“ bereits merklich verdüstert. Und auch die nun beginnenden Vorbereitungen zur Harzburger Tagung standen unter keinem guten Stern. Denn Hitler hatte – zum wiederholten Male – auch an diesem 7. April der Einladung zum Gespräch eine Absage erteilt. Der an seiner statt verbindlich erwartete Wilhelm Frick erschien ebenfalls nicht. So war es wenig verwunderlich, wenn Otto Schmidt protokollierte, dass es zu Beginn der Besprechung zunächst ganz um die „[s]tarken Mißstimmungen […] bei den Stahl- helm-Führern gegen die Führung der NSDAP“16 gegangen sei und sich die Anwesenden lautstark Luft gemacht hätten. Zuletzt wurden die Herren dann aber doch konstruktiv, wenn sie planten, eine „Kundgebung der gesamten nationalen Opposition etwa acht Tage vor Zusammentritt des Reichstags“17 zu veranstalten. Das Vorhaben, auf diese Weise mit einem öffentlichkeits-wirk- samen Aufgebot der nationalen Kräfte der Republik entgegenzutreten wurde also ohne Hitler aus der Taufe gehoben: ein Umstand, der für die weitere Entwicklung der Harzburger Front wenig Gutes verhieß.

Über die Sommermonate hinweg ruhten die Vorbereitungen. Ein erneutes Planungstreffen fand erst am 31. August 1931 statt, diesmal im Oberbayerischen Kreuth, wo Hugenberg, Schmidt und Seldte in kleiner Runde zusammenkamen – und: diesmal war auch Hitler an- wesend. Auch dieses Gespräch, bei dem die Herren von DNVP und Stahlhelm Hitler zunächst das Versprechen abrangen, im kommenden Jahr auf gar keinen Fall für das Amt des Reichs- präsidenten zu kandidieren – ein Versprechen, dass er bekanntlich nicht halten würde – verlief gleichsam unangenehm, die Stimmung war gereizt. Um die weiteren Planungen nicht zu ge- fährden, einigte man sich darauf, sie in die Hände eines Planungsausschusses zu legen. – In dem so bezeichneten „Arbeitsausschuß der nationalen Opposition“ sollten Wilhelm Frick und Gregor Strasser von Seiten der NSDAP, Otto Schmidt für die DNVP und der Stahlhelm-Bundes-kanzler Siegfried Wagner die organisatorischen Aufgaben übernehmen.

Das Zusammenkommen der Nationalen Opposition nahm allerdings nur langsam Gestalt an und erst am 2. Oktober 1931 informierte etwa die „Frankfurter Zeitung“ nach eigenem Draht- bericht als erste, dass die Tagung tatsächlich stattfinden würde – nun, da jetzt „auch eine Zu- stimmungserklärung der Nationalsozialisten“18 vorläge. Die Wahl des Austragungsortes war aus bekannten Gründen auf den Kurort Bad Harzburg im Land Braunschweig gefallen.19

Als der „Arbeitsausschuss“ am Nachmittag des 8. Oktober zu seiner letzten Besprechung im Nationalen Club in Berlin zusammentraf, waren beinahe alle Details und Eventualitäten im Ablauf- und Organisationsplan für das bevorstehende Wochenende bedacht und festgelegt: von der Besetzung der Quartierbüros am Harzburger Bahnhof, über die Aufstellung der einzelnen Formationen und Abordnungen der Parteien und Verbände zum Feldgottesdienst unter freiem Himmel oder bei schlechtem Wetter, von der Bestellung von Rauchverbotsschildern in den Saal des Kurhauses bis hin zur Festlegung der Sitzordnung auf der Sprecherbühne für die feierliche Abschluss-Versammlung waren sowohl Kleinigkeiten als auch die wichtigsten Abläufe auf das Beste vorbereitet.20 Indes, aus dem erklärten Ziel, im „gemeinsame[n] Vorgehen“ in Bad Harz- burg durch die konzertierte Machtdemonstration zu beweisen, dass die „nationale Opposition […] in allen großen Fragen völlig einig ist“21 – wie die Presseabteilung des Stahlhelm noch am Samstag, den 10. Oktober ausführte, sollte nichts werden. Stattdessen standen die Spitzen- vertreter von Stahlhelm und DNVP drei Tage später, nach der Tagung, am Abend des 11. Oktober vor einem sprichwörtlichen Scherbenhaufen. Die angeblich „[g]eschlossene Natio- nale Front“22 war unter den Missstimmungen und gegenseitigen Provokationen der ver- gangenen Stunden vor aller Augen zusammengebrochen.

Stahlhelm und NSDAP am 10. und 11. Oktober 1931

So minutiös der Ablauf der Tagung auch geplant war, so rasch kündigte sich bereits am Vor- abend der eigentlichen Tagung an, dass sich die Ereignisse der kommenden Stunden weniger zur Machtdemonstration eines geeinten Blockes denn als eigentliche Zerreißprobe der Nationalen Opposition entwickeln würden. Bereits einige wenige Punkte aus dem gesamten Spektrum von Zwischenfällen, Provokationen und Affronts machen deutlich, dass der Stahlhelm in den Augen der Nationalsozialisten – oder genauer: in den Augen Hitlers – wenn er es über- haupt jemals gewesen war, schon lange nicht mehr die Rolle des „Partners auf Augenhöhe“ spielte.

Das betrifft zunächst einmal die gemeinsame Entschließung, mit deren Verkündung am Nach- mittag des 11. Oktober die Tagung ihren abschließenden Höhepunkt finden sollte. Denn wenn sie auch mit den Worten anhob, dass die „Nationale Front“ „in ihren Parteien, Bünden und Gruppen“ einig und „von dem Willen beseelt“ sei, gemeinsam und geschlossen zu handeln“, war es doch bereits bei der vorbereitenden Ar- beit an dem Entschließungstext zu einer erster Nagelprobe der Verbindlichkeiten zwischen Stahlhelm und NSDAP gekommen. Bis zum 3. Oktober hatte vor allem Siegfried Wagner für den Stahlhelm – zunächst in Ab- stimmung mit Otto Schmidt für die DNVP und Gregor Strasser für die NSDAP an den Ent- würfen für die Entschließung gearbeitet.


Abbildung 1: Entschließung der Nationalen Opposition (Harzburger Zeitung, 11.10.1931)

Doch weder die von ihm allein und dem zweiten Stahlhelm-Bundesführer Theodor Duesterberg verfasste Erstfassung noch seine Änderungs- wünsche für einen späteren gemeinsamen Entwurf fanden bei den Nationalsozialisten Gehör. Stein des An-stoßes war eine Passage der Entschließung, die für den als wahrscheinlich markierten Fall, dass es zu Unruhen kommen würde, auch die Möglichkeit gewalthafter Auseinandersetzungen nicht ausdrücklich ausschloss. In der am 11. Oktober verlesenen Entschließung hieß es hier:

„Im vollen Bewußtsein der damit übernommenen Verantwortung erklären wir, daß die in der nationalen Opposition stehenden Verbände bei kommenden Unruhen wohl Leben und Eigentum, Haus, Hof und Arbeitsstelle derjenigen verteidigen werden, die sich mit uns offen zur Nation bekennen, daß wir es aber ablehnen, die heutige Re- gierung und das heute stehende System mit dem Einsatz unsere Blutes zu schützen.“23

Stattdessen fand sich hier also eine Formulierung, die durch die Hintertür ein Bürgerkriegs- Schreckbild als Drohszenario gegen all jene formulierte, die sich nicht „offen zur Nation“ be- kannten und die auf Seiten der „heutigen Regierung“ und des „heute herrschenden Systems“ blieben.

Die Stahlhelmführung lehnte diese Formulierung ab. Stahlhelm-Bundeskanzler Wagner hatte sie ersatzlos gestrichen, die DNVP war mit dieser bereinigten Version einverstanden. Allein, schrieb Wagner am 3. Oktober an die Bundesführung – Hitlers Zustimmung stünde noch aus. Bliebe der Wortlaut inklusive der „kommenden Unruhen“ allerdings bestehen, sei dieser Ent- wurf der Entschließung aus Sicht des Stahlhelm vollständig „unannehmbar“: „An diesem Stand- punkt,“ schloss Wagner seinen Bericht, „hält der Stahlhelm unbedingt fest.“24 Eine Einigung über den Entschließungstext sollte eigentlich eine gemeinsame Besprechung in Bad Harzburg bringen, die für den Abend des 10. Oktober geplant war. Doch: Hitler kam nicht – war er doch zu diesem Zeitpunkt noch in Berlin, wo er im Reichspräsidentenpalais um die Gunst des greisen Hindenburg buhlte. Die Vertreter von DNVP und Stahlhelm warteten bis weit nach 22 Uhr ver- geblich auf den „Führer“ der NSDAP. Am Ende – wie im Abdruck des Verlautbarungstextes in der Harzburger Zeitung zu sehen – blieb der „unannehmbare“ Satz in der Entschließung stehen. Der Stahlhelm hatte diesen Zug verloren.

Getoppt wurde diese inhaltliche Niederlage schließlich noch durch die Überraschung, dass Hitler noch nach der Verlesung der Entschließung, seinerseits ein eigenes Manifest verlas – ausschließlich adressiert an seine „Nationalsozialisten! Parteigenossen und Parteige- nossinnen!“25 An dessen Wortlaut hatte er noch am Vormittag des 11. Oktober in seinem Bad Harzburger Hotelzimmer zusammen mit Goebbels gefeilt, war dafür weder zum Feldgottes- dienst noch zum gemeinsamen Mittagessen erschienen und weigerte sich dann auch noch zu- nächst, überhaupt als Redner zur gemeinsamen Abschluss-Sitzung im Kurhaussaal zu erschein- en.26 Und mit seinem Manifest, dessen Existenz alle Anwesenden Nicht-Nationalsozialisten überraschte, behielt er dann sogar aber auch noch das letzte Wort der Tagung: „Es lebe unsere herrliche nationalsozialistische Bewegung! Es lebe Deutschland!“27, schloss Hitler – eine provokante Geste, die allen anderen Anwesenden, den nicht-Nationalsozialisten, klar machen musste, dass Hitler auf sie keinen Wert legte.

Ein ähnliches Signal hatte er bereits am Vormittag gesetzt, als er wie erwähnt bei Feldgottes- dienst und Mittagessen durch Abwesenheit glänzte. Doch die bei weitem sichtbarste Geste der Missachtung ereignete sich während der nachmittäglichen Parade und wurde schon in den zeit- genössischen Berichterstattungen und politischen Einschätzungen zur Tagung rasch zum Synonym dafür, das von der „Einheit der Nationalen Opposition“ keine Rede sein konnte. Die Formationen hatten sich bereits in Marsch gesetzt, als Hitler – wiederum zu spät – im offenen PKW stehend, an die Parade herangefahren wurde, die ‚seiner‘ SA und SS abnahm und – noch ehe die Reihen der Stahlhelm-Züge vorbei- marschierten, helm-Formationen den militärischen Gruß demonstrativ verweigernd – wieder verschwand. Stahlhelm und DNVP hatten indes ordnungsgemäß Spaliergestanden, als die SA-Mannschaften zuvor ihre Route durch die Harzburger Straßen gezogen hatten.

Im Laufe des Nachmittags kam es, wenig überraschend, sogar noch zu gewalttätigen Ausein- andersetzungen zwischen Stahlhelm-Mitgliedern und SA-Männern. Auslöser war ein Streit über die Beflaggung des Kurhausdaches. Beide Seiten versuchten, die Fahnen der jeweils anderen zu entfernen. Bei der folgenden Schlägerei behielten die Stahlhelm-Männer die Oberhand.28 Dieses ‚Intermezzo‘ konnte aber nichts mehr ändern: Das Bild der in Bad Harzburg ge- demütigten Stahlhelmer hatte sich – für alle weithin sichtbar – eingeprägt. Sogar die ausländische Presse berichtete von dem „Fiasco at Harzburg“29, wo sich Hitler allein habe als Diktator inszenieren wollen und als „German Duce“30 aufgetreten sei.


Abbildung 2: Hitler bei der Parade

Nachspiel: Zum Verhältnis von Stahlhelm und NSDAP nach der Tagung

Dabei sollte es auch in den kommenden Wochen und Monaten bleiben, auch wenn die Führung des Stahlhelm die Ereignisse nicht auf sich sitzen lassen wollte. In den folgenden Wochen kam es zu einem erbitterten Briefwechsel zwischen den Stahlhelm-Vorsitzenden und führenden Funktionären der NSDAP – in den sich schließlich auch Hitler einschaltete. Der Stahlhelm warf ihm sein Verhalten in Bad Harzburg vor, missbilligte, dass er die Parade der Stahlhelm-Forma- tionen nicht abgenommen hatte und sprach von der Missachtung, die Hitler der ganzen Veran- staltung und seinen „Partnern“ hatte entgegenschlagen lassen, als er nicht zum gemeinsamen Mittagessen erschienen war. Man habe dies alles, schrieben Duesterberg und Seldte am 23. November 1931 an den „Sehr geehrten Herrn Hitler“, „bereits in Bad Harzburg als eine schwere Kränkung und einen Verstoß gegen beste deutsche soldatische Auffassung em- pfunden“31. Hitler habe sich umgehend und öffentlich zu entschuldigen. In seinem Antwortbrief vom 1. Dezember zeigte sich dieser aber erstaunt und wies jede Ver- antwortung von sich. Er habe nicht einmal gewusst, dass auch die Stahlhelmer marschieren würden, und ganz abgesehen davon hätte er ohnehin nicht am Vorbeimarsch der Stahlhelm- Einheiten teilgenommen, da er „grundsätzlich niemals den Vorbeimarsch von Verbänden“ ab- nehme, „wenn diese nicht mir bzw. meiner Partei unterstellt sind […].“32 Zuletzt setzte Hitler in seinem Schreiben sogar zum Gegenangriff an, als er auf den Harzburger Tagesordnungspunkt des gemeinsamen Mittagessens zu sprechen kam. Solcherlei „sog. gemeinsamen Essen“ lehne er prinzipiell ab, da er als „Führer der in der SA versammelten Arbeiter nicht an einer Tafel Platz nehme, „wenn tausende meiner Anhänger unter sehr großen Opfern […] Dienst tun.“33

Als Entschuldigung war dies alles wohl kaum zu werten, und als eine solche auch weiterhin trotz mehrfachen Drängens ausblieb, entschloss sich die Stahlhelm-Bundesführung im Dezember 1931, den gesamten Briefwechsel, flankiert von einer geharnischten Kommen- tierung, zu veröffentlichen. Hier heißt es: Die in Bad Harzburg „zutage getretene innere Gegen- sätzlichkeit hat den poltischen Wert der Harzburger Tagung gemindert und die nationale Um- wandlung der Reichsregierung weiter verzögert. Mit Bedauern stellt der Stahlhelm fest, daß nach der Harzburger Tagung in verstärktem Maße in der nationalsozialistischen Presse, aber auch aus dem Munde der Führer unverantwortliche Angriffe gegen den Stahlhelm öffentlich er- folgten. Allen diesen Angriffen gegenüber hat der Stahlhelm geschwiegen, bis endlich auch von der oberen Führung der nationalsozialistischen Partei der Wille, den Stahlhelm beiseite zu schieben, wenn nicht zu vernichten, deutlich verkündet wurde.“34 Dem wolle der Stahlhelm nicht zuletzt mit der Enthüllung des Briefwechsels entschieden entgegentreten. Und so endete die Veröffentlichung mit den Worten:
„In Deutschlands Interesse stehen wir zu unserem in Harzburg gegeben Wort. Wir sind wie während und nach dem Kriege bereit und entschlossen, der deutschen Nation als Männer und Stahlhelmer zu dienen, nicht aber Führern anderer Organisationen.“35 In den Reaktionen der Presse, die das in Bad Harzburg öffentlich aufgeflammte Konkurrenz- verhältnis auch weiterhin kritisch beobachtete, hinterließen die vermeintlichen Enthüllungen, nun, da die Stahlhelm-Führung mit der Veröffentlichung zwei Monate nach der Tagung ihren eigenen Stellenwert zu verteidigen suchte, kaum mehr als amüsiertes Staunen. In der Auseinandersetzung der „zankenden Führer“ konnte sich der Stahlhelm in seiner Position gegenüber Hitler und der NSDAP jeden- falls nicht von dem Eindruck freimachen, während und nach der Tagung als hoffnungslos Unterlegene den Launen des Partei-Führers aus- gesetzt gewesen zu sein. Im Gegenteil: die ver- zögerte Gegenwehr der Stahlhelmführung wirkte wie eine Posse im Blätterwald.


Abbildung 3: „Die zankenden Führer" (Berliner Tageblatt, 30. Januar 1932))

Fazit: Konsequenzen

Doch welche Tragweite hatten die hier in aller Kürze geschilderten Ereignisse von Bad Harzburg – für den Stahlhelm, wie für den Nationalsozialismus?

Bad Harzburg war – so viel lässt sich für den Stahlhelm sagen: ein Fiasko! Auf die Tagung folgte für den Frontsoldatenbund nur ein einziger weiterer großer „Auftritt“, den der Historiker Volker Berghahn als einen letzten Schritt des Frontsoldatenbundes als politischer Akteur, als einen „Sprung in die Niederlage“ bezeichnet hat: die Kandidatur des Zweiten Bundesführers Theodor Duesterberg für das Amt des Reichspräsidenten im Frühjahr 1932 – eine Wahl, zu der sich Hitler ja noch im August ausdrücklich nicht hatte aufstellen lassen wollen!
Vergessen war Bad Harzburg indes noch lange nicht und der rote Faden zwischen dem im Oktober 1931 zur offenkundigen Tatsache gewordenen „Bruderkampf“ und der nun ganz konkret gewordenen Wahlkampf-Konkurrenz zwischen Stahlhelm und NSDAP war nicht nur für die politische Karikatur relevant. So ließ es sich der „Vorwärts“ nicht nehmen, am 28. Februar 1932 eine Karikatur zu veröffentlichen, in der die Leserinnen und Leser zwei jeweils in Stahlhelm- bzw. SA-Uniform gekleidete Männer einen Dialog führen sahen, an dessen Anfang sie sich zunächst versprachen, einander gegenseitig zu wählen – um am Ende der Bilderge- schichte beide Figuren einander über derben Beschimpfungen bespucken zu sehen. Und die „Berliner Montagspost“ aus dem Hause Ullstein machte mit ihrer Zeichnung zum „Sechs- Wochen-Rennen der Harzburger Präsidentschaftskandidaten“ plastisch, welchen Eindruck das Wettrennen zur Vormachtstellung an der Spitze der sogenannten Nationalen Opposition machte: in einem grotesken Fahrradrennen eiferten Hugenberg, Hitler, und Seldte um die vorderen Plätze, Goebbels und Röhm trieben den Rennfahrer Hitler an, Frick saß abgeschlagen am Rande des Velodroms und hinter der Bande jubelten die Claqueure von Adel und Kapital.36 Innerhalb des Stahlhelm löste die Niederlage von Bad Harzburg dann auch eine regelrechte Abwanderung von Mitgliedern aus, die die um so vieles „erfolgreicher“ anmutende Macht- demonstration der NSDAP zum Anlass nahmen, ihre Sympathiewerte zu prüfen, oder gleich die Seiten zu wechseln. Die Nationalsozialisten taten ihrerseits alles, um ihre Außenwirkung auch und gerade nach der Tagung zu potenzieren. „Von Harzburg nach Braunschweig“37, überschrieb etwa Goebbels einen seiner berühmten Leitartikel. Hier kündigte er den für den 18. Oktober 1931 in Braunschweig geplanten Großaufmarsch der NSDAP an. Die Überschrift kam nicht von ungefähr – galt es doch den Nationalsozialisten, sich nach der Harzburger Front von den Reaktionären von Stahlhelm und DNVP noch einmal deutlicher zu distanzieren. Die Idee da- hinter war eindeutig und Goebbels brachte sie bereits einen Tag nach der Harzburger Tagung in seinem Tagebuch auf den Punkt: Wenn die Republik falle, gelte es, möglichst schnell die Reaktion „auszubooten“ – Goebbels schrieb: „Wir wollen allein die Herren von Deutschland sein.“38

Davon abgesehen war der Braunschweiger Aufmarsch von allein über 100.000 SA-Männern auch in anderer Hinsicht ein Türöffner, wenn es darum ging, vor ganz großem Publikum die Ge- walt gegen all jene, die sich dem Nazi-Terror noch entgegenzustellen wagten, auf die Straße zu bringen. Tote und Verletzte, Sozialdemokraten und Kommunisten, blieben am Sonntag den 18. Oktober in Braunschweig zurück, als der braune Mob die Stadt wieder verließ. Ein Raunen ging durch die Republik – Konsequenzen für die Mörder folgten nicht. Und nur eineinhalb Jahre später, im März 1933 kehrte die Gewalt, wenn sie überhaupt jemals abgeebbt war, um ein vielfaches verschärft nach Braunschweig zurück, als den Herrschafts-Ansprüchen der National- sozialisten nach der Machtübernahme keinerlei Zügel mehr angelegt wurden – im Braun- schweiger Volksfreundehaus wurden Sozialdemokraten festgesetzt, sie wurden erniedrigt, ge- foltert und gequält.39 Und auch der Stahlhelm, wenn auch mit diesen Gräueln kaum zu ver- gleichen, wurde in Braunschweig erneut zur Zielscheibe der Nationalsozialisten. Sie bezichtigten die ehemaligen „Waffenbrüder“ der Kollaboration mit Kommunisten, unterstellten dem Front- soldatenbund einen Putsch-Versuch und verhafteten seine lokalen Führer40 – darunter auch den Stahlhelm-Landesführer Werner Schrader, der heute von der Berliner Gedenkstätte Deutscher Widerstand als Gegner des Nationalsozialismus gewürdigt wird.

„Rechts ist Trumpf“ – nannte Ossietzky seinen Weltbühne-Beitrag zur Kommentierung der Harzburger Front. Frech seien die Nazis, so frech, wie noch nie. Und selbst wenn die eigentlich Verbündeten, die in Bad Harzburg aufmarschierten, untereinander nicht eins seien: für Ossietzky – und nicht nur für ihn – setzte Bad Harzburg ein Zeichen, dass die Attraktivität aber auch das Gewaltpotential der nationalistischen Bewegung nicht zu unterschätzen sei. So wird am Ende deutlich, wie sehr die Machtprobe in der Harzburger Front dazu beitrug, den Aufstieg der Nationalsozialisten noch zusätzlich anzuschieben. Vor diesem Hintergrund liegt die Bedeutung von „Bad Harzburg“ nicht so sehr im Einfluss, den die Tagung auf die unmittelbare Situation der parlamentarischen Republik entwickelte bzw. gerade nicht zeitigte. Viel stärker ist die „Harzburger Front“ als Katalysator der Anziehungskraft zu sehen, mit der die Nationalsozialisten ihre vermeintlichen „Waffenbrüder“ aus den Verbänden und Parteien herauslösen konnten, die in ihrem Charakter und ihrer Programmatik dem politischen Soldaten- tum von NSDAP, SA oder SS eigentlich ja nicht unähnlich waren. Insofern öffnet der Blick auf die Beziehungsgeschichte zwischen Stahlhelm und NSDAP, für die sich in Bad Harzburg ein ganz besonders spektakuläres Kapitel aufblätterte, Antworten zum Aufstieg der NSDAP, die es kaum 1 ½ Jahre nach der Tagung der Nationalen Opposition in Bad Harzburg nicht mehr nötig hatte, auch nur einen der ehemaligen vermeintlichen „Partner“ partizipieren zu lassen, als sie im Januar 1933 die Macht übernahm.



Anke Hoffstadt – Im Gleichschritt zur Diktatur?

Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1: Die Hauptresolution der Harzburger Tagung, aus: Spurensuche Harzregion e. V. (Hg.), Harzburger Front. Im Gleichschritt zur Diktatur, Clausthal-Zellerfeld 2009, S. 18.
Abb. 2: Hitler während der Parade, aus: Spurensuche Goslar e. V. (Hg.), Harzburger Front von 1931 – Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik. Historisches Ereignis und Erinnern in der Gegenwart. Eine Dokumentation, S. 54.
Abb. 3: „Die zankenden Führer“, in: Berliner Tageblatt (30.1.1932).
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  1. Der hier vorliegende Text folgt dem Manuskript eines Vortrages, den die Autorin am 3. Mai 2012 im Rahmen der Präsentation der Ausstellung „Im Gleichschritt zur Diktatur. Harzburger Front von 1931“ im Kreishaus Goslar gehalten hat. Zur Ausstellung, die zuerst am 20. Februar 2009 in der Wandelhalle im Badepark von Bad Harzburg eröffnet wurde, vgl. den Katalog Spurensuche Harzregion e. V. (Hg.): Harzburger Front. Im Gleichschritt zur Diktatur, Clausthal-Zellerfeld 2009. Die Autorin dankt Peter Schyga (Hannover) und Markus Weber (Wolfenbüttel) für die Einladung zu Vortrag und Diskussion.
  2. Vgl. unter vielen anderen allgemeineren Darstellungen, z. B. weiterhin Karl Dietrich Bracher, Die Auflösung der Weimarer Republik. Studien zum Problem des Machtverfalls in der Demokratie, Nachdruck der 5. Auflage 4
  3. (1971), Düsseldorf 1985, S. 367–374; Heinrich August Winkler, Weimar 1918–1933, München 2005, S. 429– 433, etwa Herbert Hömig, Brüning. Kanzler in der Krise. Eine Weimarer Biographie, Paderborn u. a. 2000, S. 404–428.
  4. Carl von Ossietzky, Rechts ist Trumpf!, in: Die Weltbühne, XXVII. Jg., Nummer 41 (13.10.1931), S. S. 541–544. Vgl. Wolfgang Pyta, Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, München 2007, S. 636 ff. Die Frankfurter Zeitung berichtete am 11.10.1931, dass die Audienz von zahlreichen „Schaulustige[n]“, in „der Hauptsache jugendliche Anhänger des Nationalsozialismus“ begleitet worden sei, die auf der Wilhelmstraße Heilrufe skandiert hätten, vgl. Frankfurter Zeitung, 76. Jg., Nr. 756, S. 1, sowie ebd., Nr. 757/58, Abendblatt/Erstes Morgenblatt, S. 1 f.
  5. Vgl. als kurzen Überblick zuletzt Volker Ullrich, Das Signal zum Angriff, in: Die Zeit (06.10.2011) sowie immer noch: Bracher, Auflösung (wie Anm. 2), S. 360–367.
  6. Carl von Ossietzky: Rechts ist Trumpf! (wie Anm. 3), S. 541 f.
  7. Ebenda.
  8. Vgl. hierzu z. B. Larry Eugene Jones, Nationalists, Nazis, and the Assault against Weimar: Revisiting the Harz- burg Rally of October 1931, in: German Studies Review, Vol. 29 (2006), Nr. 3, S. 483–494.
  9. Bruce Campbell: The SA generals and the rise of Nazism, Lexington 2004, S. 123.
  10. Zur Organisationsgeschichte des „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ vgl. z. B. Bernhard Mahlke, Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten 1918–1935, in: Dieter Fricke u. a. (Hg.), Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789–1945), Band 4, S. 145–158; Volker R. Berghahn, Der Stahlhelm Bund der Frontsoldaten 1918–1935, Düsseldorf 1966 sowie aktuell auch Anke Hoffstadt, Stahlhelm, in: Wolfgang Benz (Hg.), Handbuch des Antisemitismus. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen, Berlin 2012 [im Erscheinen].
  11. Eberhard Kolb, Die Weimarer Republik, München 1993Kolb, S. 132.
  12. Vgl. Winkler, Weimer 1918–1933 (wie Anm. 2), S. 414–429; Hömig, Brüning (wie Anm. 2), S. 258–313.
  13. Vgl. u. a. Detlev Peukert, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der klassischen Moderne, Frankfurt a. Main 1987, insbesondere S. 218–260.
  14. Vgl. Anke Hoffstadt, Frontgemeinschaft? Der „Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten“ und der Nationalsozialismus, in: Gerd Krumeich in Verbindung mit Anke Hoffstadt und Arndt Weinrich (Hg.),
  15. Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg, Essen 2010, S. 191–206.
  16. Maximilian Terhalle, Deutschnational in Weimar. Die politische Biographie des Reichstagsabgeordneten Otto Schmidt(-Hannover), 1888–1971, Köln u. a. 2009, S. 268.
  17. Aktennotiz Schmidts an Hugenberg (ca. 8.4.1931), zit. in: Terhalle, Deutschnational (wie Anm. 15), S. 268 f. Ebenda.
  18. Frankfurter Zeitung, 76. Jg., Nr. 737 (2.10.1931), S. 3 [Hervorhebung im Original].
  19. Vgl. Ernst August Roloff, Bürgertum und Nationalsozialismus 1930–1933. Braunschweigs Weg ins Dritte Reich, Hamburg 1961, S. 63 ff.
  20. Vgl. Schreiben des Hauptgeschäftsführers der DNVP, Dr. Max Weiß, an das Stahlhelm-Bundesamt (Wagner) vom 8.10.1931, BArch Berlin, R 72/282, Bl. 174–177.
  21. „Bericht“ der Pressestelle des Stahlhelm-Bundesamtes vom [10.]10.1931, BArch Berlin R 72/282, Bl. 167 f., hier Bl. 167.
  22. Der Stahlhelm, 13. Jg., Nr. 41 (11.10.1931), 1. Beilage: Die Bewegung, S. 5.
  23. Zit. z. B. in: Reinhard Kühnl, Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, Köln 1975, S. 146 f. (Dok. 78).
  24. Wagner an Seldte und Duesterberg (3.10.1931), BArch Berlin R 72/282, Bl. 188 f., hier Bl. 188.
  25. Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 44. Jg., Nr. 286 (13.10.1931), S. 1.
  26. Folgt man dem Tagebucheintrag Joseph Goebbels‘ vom 12. Oktober 1931 (Die Tagebücher, Teil I, Bd. 2/II (12.10.1931), S. 121 f.
  27. Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 44. Jg., Nr. 286 (13.10.1931), S. 1.
  28. Vgl. Terhalle, Deutschnational (wie Anm. 15), S. 283–288.
  29. „A Fiasco at Harzburg“, in: The Manchester Guardian (12.10.1931), S. 4.
  30. „Hitler offers to be dictator“, Los Angeles Times (12.10.1931), S. 3; „Hitler makes bid to assume role of German Duce“, in: The Atlanta Constitution (12.10.1931).
  31. Seldte und Duesterberg an Hitler (23.11.1931), zitiert nach Theodor Duesterberg, Der Stahlhelm und Hitler, 2 Hameln 1950, S. 22 f, hier S. 23. Der in dieser selbst-legitimierenden, autobiographischen Exkulpationsschrift des Zweiten Bundesführers abgedruckte Brief-Wortlaut ist identisch mit der zum Jahreswechsel 1931 von der Stahlhelm-Bundesführung veröffentlichten Fassung (siehe Anm. 34). Das Original des Briefes ließ sich in Überlieferung bisher nicht ermitteln.
  32. Hitler an Seldte (1.12.931), zitiert nach Duesterberg, Stahlhelm und Hitler (wie Anm. 31), S. 24–28, hier S. 24.
  33. Ebenda, S. 26.
  34. „Führerbrief der Bundesführer des Stahlhelm B.d.F.“ (31.12.1931), BArch Berlin, R 72/186, Bl. 93–96, hier Bl. 93.
  35. Ebenda, Bl. 96.
  36. Berliner Montagspost (22.2.1932). Beide Karikaturen wurden am oder kurz nach dem 22. Februar 1932 veröffentlich, an dem Tag, an dem bekannt wurde, dass die Nationale Opposition gleich zwei Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl aufstellen würden.
  37. In: Der Angriff, 5. Jg., Nr. 187 (21.10.1932), S. 1.
  38. Goebbels, Die Tagebücher, Teil I, Bd. 2/II (12.10.1931), S. S. 123.
  39. Vgl. u. a. Reinhard Bein, Zeitzeichen. Stadt und Land Braunschweig 1930–1945, Braunschweig 2006, S. 41, S. 44 ff.
  40. Vgl. Hans-Ulrich Ludewig/Dietrich Küssner, „Es sei also jeder gewarnt“. Das Sondergericht Braunschweig 1933–1945, Braunschweig 2000, S. 63–68.


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