- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
09.11.2018, Einweihung des sechsten Bad Harzburger Geschichtspunkts am Schalom-Denkmal - gestiftet von Herrn Dirk Junicke.
Artikel und Video zur Einweihung des 6. Bad Harzburger Geschichtspunkts

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018
Dokumentation der Rede von Dr. Peter Schyga, Verein Spurensuche

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018
Dokumentation der Rede von Frank Heine, Goslarsche Zeitung

Zum Rechtsextremismus der Nachkriegszeit - Nachdenken über Begriffe und ihre historischen Bezüge
Dokumentation des Vortrags von Dr. Peter Schyga am 24.05.2018 im ehem. Standesamt Goslar

Steinsiek, Peter-Michael: Zwangsarbeit in den staatlichen Forsten des heutigen Landes Niedersachsen 1939 - 1945
Neuerscheinung

Zwangsarbeit in Liebenburg: Versuch einer Spurensuche
Präsentation des Vortrags von Dr. Friedhart Knolle in Liebenburg

Dokumentationsort Reichserntedankfest auf dem Bückeberg
Spurensuche Harzregion aus Goslar zur aktuellen Auseinandersetzung um das Projekt. Resolution

Markus Weber: "Das ist Deutschland und es gehört uns allen" Juden zwischen Akzeptanz und Verfolgung im Kurort Bad Harzburg
Buch, Sommer 2016

Peter Schyga: Goslar 1945 - 1953. Hoffnung - Realitäten - Beharrung.
Neuerscheinung

Dr. Peter Schyga. Über die Volksgemeinschaft der Deutschen
Neuerscheinung. Begriff und historische Wirklichkeit jenseits historiografischer Gegenwartsmoden

Dokumentation: Veranstaltung - Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertrieben nach 1945
Vortrag und Präsentation der Veranstaltung vom 21. Januar 2016 in Jürgenohl

Publikationen zur Zeitgeschichte - insbesondere NS-Zeit und ihren Nachwirkungen
Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Konzept

Auschwitz und die Nachkriegszeit: Das Beschweigen und die Integration des IG-Farben Funktionärs aus Monowitz H. Schneider in die Stadtgesellschaft Goslars
Vortrag

UNSER HARZ: Gedenkstätte "Russenfriedhof" am Massengrab der Sprengstoff-Fabrik Tanne in Clausthal-Zellerfeld
Pressemitteilung zur Ausgabe Januar 2014

Dr. Peter Schyga. NS-Macht und evangelische Kirche in Bad Harzburg
Neuerscheinung.

Peter Lehmann: geachtet - geleugnet - geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode
Neuerscheinung. Pressemitteilung.

Frank Baranowski. Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929 - 1945
Neuerscheinung. Rezension

Nachreichung: Goslar und die Harzburger Front - die Radikalisierung des Bürgertums.
Vortrag im Rahmen der Ausstellungspräsentation am 26.4.2012 im Kreishaus Goslar

Nachreichung: Im Gleichschritt zur Diktatur? Der "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten" in der Harzburger Front1
Vortrag

Nachreichung: Zur Einführung in die Ausstellungspräsentation am 24.4.2012 im Kreishaus Goslar
Rede

NS-Geschichte der Goslarer Fa. H.C. Starck aufgearbeitet - Bd. 5 "Spuren Harzer Zeitgeschichte"
Presseinformation

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Die Formierung des "Rechtsextremismus der Mitte"

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Frieden undenkbar?

Politisches Frühjahr 1933: Terror und Gewalt - Begeisterung und Jubel
Vortrag von Dr. Peter Schyga

Nachreichung: Rede von Peter Schyga während der Ausstellungseröffnung zur Harzburger Front in Wernigerode
Redeprotokoll

Auf den Spuren der NS-Kriegswirtschaft im Harz
Artikel zum Thema in "Der Zeppelin" erschienen

"Festung Harz - Die extreme Rechte im Landkreis Goslar und der niedersächsischen Harzregion"
Vortragsveranstaltung am Freitag, den 27. August um 19:00 Uhr, in der Jugendherberge Goslar, Rammelsberger Straße 25, Raum Rammelsberg

"Geschichte und Geschichten aus Hahndorf am Harz, Band 1"
Neue Chronik von Hahndorf erschienen

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Dokumentation des Symposiums

Der Reichsnährstand in der Reichsbauernstadt - Eine symbiotische Beziehung?
Redebeitrag von Dr. Peter Schyga auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Wie die Nazis die Bauern betrogen
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Das Erntedankfest als Einfallstor für die religiöse Überhöhung des "Führers"
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Ausstellungskatalog - Neuerscheinung

Vorstellung der neuen Broschüre "NS-Zwangsarbeit in Seesen am Harz - ein fehlendes Kapitel Stadtgeschichte"
08.12.2009, 12:00Uhr, Bürgerhaus Seesen

Pressemitteilung
Dokumentation zur Harzburger Front aufgrund der großen Nachfrage in Neuauflage erschienen

Neuerscheinung: "Du sollst keinen Gott haben neben mir"
Neuerscheinung - Buchveröffentlichung am 09. Oktober 2009 in der Marktkirche

Katalog zur Ausstellung "Harzburger Front - Im Gleichschritt in die Diktatur"
Neuerscheinung - Ausstellungskatalog

Ein mahnendes Zeitdokument in Bildern
Neuerscheinung - NS-Zeit in Herzberg

Ausstellung Harzburger Front
Ausstellungsflyer zum Download

Beitrag in - Der Harly - Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm
Artikel über den Harly in der NS-ZEit

Neue Broschüre: Arbeiten für Groß-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg
Pressemitteilung

Von der Ausgrenzung zur Vernichtung - Leben und Leiden Goslarer Juden 1933 - 1945
Ausstellung in der Marktkirche Goslar vom 09. - 26. Nov

Neuerscheinung - Zwangsarbeit bei Gebr. Borchers/H.C. Starck - "Briefe meines Vaters 1943 - 1945"
Im Februar 1943 wurde Max Dalkowski bei einer Straßenrazzia in Warschau festgenommen...

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 2
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Harzburger Front von 1931 - Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik.

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 1
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Die Reichspogromnacht am 09./10. Nov 1938 in Goslar.

Holocaust-Gedenktag 2007
Dokumentation der Veranstaltung in Langelsheim

Die NS-Rüstungsaltlast "Werk Tanne"
Sprengstoffproduktion im Harz

Rundgang durch die "Reichsbauernstadt"
Stätten der NS-Herrschaft in Goslar

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 2
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 1
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

Buchbesprechung - Dr. Peter Schyga: Goslar 1918 - 1945
Von der nationalen Stadt zur Reichsbauernstadt des Nationalsozialismus - Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Quellen und Literaturverzeichnis
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 11
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 10
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 9
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 8
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 7
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 3
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 2
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 1
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

1944/45: Der Bau der Helmetalbahn
Sklavenarbeit mitten in unserer Heimat

Die verdrängte Vergangenheit
Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, 65 Abb., 15-seitiger Dokumentenabdruck

Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar
Verein Spurensuche Goslar e.V., Wolfgang Janz, Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar, Goslar 2003

Spurensuche Goslar in der Bundestagsdebatte
Deutscher Bundestag, 114. Sitzung, Berlin, Donnerstag, den 6. Juli 2000

"Gebt uns unsere Würde wieder" - Die Briefe
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

"Gebt uns unsere Würde wieder"
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

Von "Dora" bis zum Bahnhof Oker
Das Wegzeichenprojekt Westharz und der Marsch des Lebens

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018 - Rede Dr. Peter Schyga, Verein Spurensuche Harzregion

Peter Schyga: Rede bei der Veranstaltung 20 Jahre Spurensuche am 5.11.2018 im Großen Heiligen Kreuz, Goslar



Anrede, OB, Landrat,
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde.

Im Namen des Vereins Spurensuche Harzregion, bedanke ich mich für Ihr /euer Kommen, für das Interesse, an unserer Veranstaltung zu 20 Jahre Spurensuche teilzuhaben, und Ihnen Herr Oberbürgermeister Junk und Ihnen Frank Heine mein besonderer Dank, hieran aktiv mitzuwirken.

Kurz zum Ablauf des Abends, wie wir ihn uns vorgestellt haben: Herr OB Dr. Junk wird gleich eine kurze Ansprache halten und Frank Heine danach die Eloge singen - er hat eine überraschung versprochen, angedroht - wer weiß. Bernd Krage Sieber wird diesen Sprechteil mit einem Lied beenden und danach sind Sie eingeladen zum Gespräch bei Knabberkram und Trank - Aufnahmeanträge für unseren Verein liegen übrigens genug aus.

Sie alle sind es von uns gewohnt, dass wir inhaltlich etwas zu sagen haben, das soll heute kurz und knapp nicht anders sein: Nur möchte ich erst einmal meinen Dankmarathon absolvieren, was ich heute übrigens gern tue. Denn wir hätten kaum einen Grund zu feiern, wenn wir nicht von etlichen Menschen in dieser Stadt und der Region während all dieser Jahre tatkräftige Unterstützung, Zuspruch und Aufmunterung erfahren hätten, unseren Weg zu gehen.

Ohne mit 1., 2., 3. irgendeine Sympathierangfolge uns gegenüber formulieren zu wollen: Die Hauptabteilung Kultur der Stadt - ich nenne das mal so -, heute namentlich Christoph Gutmann und sein Team im Museum und mit Herrn Abers im Archiv, zu Beginn ganz sicher Heidi Roch-Stübler als zäh so manchen Widerstand zähmende engagierte Frau, alle haben uns die ganzen Jahre solidarisch - auch kritisch - begleitet. Ich erinnere nur an die erste Ausstellung zur Zwangsarbeit in Goslar, die wir im Museum zeigen konnten, weitere folgten - und heute dürfen wir in diesem städtischen Raum unsere kleine Feier abhalten. Herr Albers musste seine Teilnahme heute leider absagen: ohne Archiv und deren zuvorkommende Mitarbeiter geht bekanntlich gar nichts in der Geschichtsforschung - mein Dank dafür.

Die GZ, namentlich die Redakteure Heinz Georg Breuer und Frank Heine haben von Anfang an mit Interesse und kritischer, manchmal bissiger aber nie - oder habe ich was verdrängt? - bösartiger Berichterstattung eine öffentlichkeit für unsere Arbeit hergestellt, ohne die wir kaum hätten so agieren könne, wie wir es taten und tun, nämlich nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich und dort auch ruhig kontrovers. Für Ina Seltmann und Werner Beckmann aus der Bad Harzburg Redaktion gilt das Gleiche.

Mit dem DGB Goslar kooperieren wir von Beginn an. Der Stadtführer zu den Stätten von Verfolgung und Widerstand im Goslar der NS-Zeit, mehrfach neu aufgelegt, ist nur ein Zeugnis davon.

Die fruchtbaren Verbindungen zu Personen und Initiativen in der ganzen Region, zu Seesen, Clausthal, Bad Lauterberg, zur Südharzregion, auch zu Wernigerode und Umgebung, ganz besonders aber zu Bad Harzburg haben dazu beigetragen, das Bild von Zeitgeschichte in der Region durch präzise Forschung und engagierte Vermittlung zu verändern.

Mit Herrn Liersch und seiner Propstei hatten wir vor 10 Jahren in der Marktkirche gemeinsam eine bedeutende und folgenreiche Ausstellung zur Reichpogromnacht auf die Beine gestellt, ein paar Jahre später - wieder im Museum - eine Ausstellung zum Erntedank in Goslar und auf dem Bückeberg. Auch diese hallt in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die Einrichtung eines Dokumentationszentrums auf dem Bückeberg bei Hameln inhaltlich noch nach. Mit dem Geschichtsverein, von dessen Führung wir lange Zeit als unliebsame und störende Konkurrenz betrachtet wurden - wer weiß warum auch immer -, arbeiten wir inzwischen produktiv zusammen. Herr Piegsa hat sich wegen Urlaubs entschuldigt, der sei ihm herzlich gegönnt.

Wer bei meinem Dank nun wirklichen nicht fehlen darf, sind die Mitglieder von Spurensuche. Einige sind seit der Gründung aktiv dabei, etliche sind hinzugekommen und leisten ihren von der öffentlichkeit oft nicht sichtbaren Beitrag für unsere Arbeit. Alle stehen im Beruf und sind verbandlich oder politisch anderswo engagiert, finden aber die Kraft bei Spurensuche mitzuwirken. In diesem Zusammenhang muss ich Friedhart Knolle für seine Abwesenheit heute entschuldigen. Friedhart ist NGO-mäßig wegen eines Nationalparkprojekts an der Grenze zwischen Algerien und Tunesien unterwegs.

Und mein besonderer Dank gilt heute einem aktiven Nichtmitglied. Eberhrad Högerle begleitet uns als professioneller Designer seit Jahren. Ohne ihn wären die Ausstellung zur Harzburger Front - inklusive Katalog - oder die Bad Harzburger Geschichtspunkte kaum realisiert worden. Lassen Sie mich hier und heute auch an unsere verstorbenen Gründungsmitglieder Wolfgang Janz und Renate Ristig erinnern, die beide dem ersten Vorstand des Jahres 1998 angehörten. Und - mit bitte um Nachsicht bei allen, die ich nicht explizit erwähnt habe -: ohne die finanzielle Unterstützung von Spendern und Stiftungen aus der Region - ich nenne hier stellvertretend die Bad Harzburg Stiftung - hätte gar nichts auf die Beine gestellt werden können.

Das finanzielle und auch fachliche Engagement der Stiftung niedersächsische Gedenkstätte muss und will ich herausstellen, insbesondere die Zusammenarbeit mit Arnold Jürgens und Rolf Keller. Ihnen sei unser Dank für die jahrelange sachkundige und hilfreiche Unterstützung ausgesprochen.

Wir haben uns 1998 mit einem kleinen Heft unter dem damals ziemlich vermessen klingenden Titel "Dem Vergessen Einhalt gebieten" der öffentlichkeit mit unseren Zielen und in Angriff zu nehmenden Aufgaben vorgestellt. Darin hieß es plakativ: "Es hat im Vorfeld der Vereinsgründung öffentlich Kritik zu Zielen und Aufgaben des Vereins gegeben. Diese Kritik reichte von produktiver Skepsis bis zur Leugnung des Geschehenen. Sich der Vergangenheit zu stellen, um seine Aufgabe als Staatbürger in einem freiheitlichen Rechtssatt in einem zusammenwachsenden Europa wahrnehmen zu können, halten wir für eine Selbstverständlichkeit."

Vernehmlich gebrüllt, Stubentiger, könnte man retrospektiv urteilen, und alles wird gut, wenn die Zeiten politisch nicht nur unübersichtlicher, sondern für den Charakter unserer Demokratie gefährlicher werden würden. Damals mussten wir uns mit anderen dem geschichtsvergessenen Spruch: "Was sind schon zwölf Jahre in der über 1.000 -jährigen Geschichte der Stadt" mit Forschung und im öffentlichen Streit widersetzen. Ich denke, dass wir über die 20 Jahre damit einiges bewirkt haben. Und ich denke, dies konnte leidlich gelingen, weil wir quellen- und wissensgestützte Arbeit an Zeitgeschichte immer als politischen Auftrag verstanden haben - zumindest haben wir das versucht.

Ich möchte nur ein einziges Beispiel nennen: Wir haben mit großer Unterstützung und aktiver Beteiligung der örtlichen Bürger*innengesellschaft die Ausstellung zur Harzburger Front von 1931 in Bad Harzburg und als wanderndes Exponat in vielen Orten gezeigt. Dort haben wir, ohne uns in Analogien zu verirren, dargestellt, wie das Bündnis der bürgerlich-nationalen Eliten mit Hitler zur Zerschlagung der demokratischen Republik geschmiedet wurde.

Ich erinnere mich sehr gut an eine Reaktion von Ludwig Hoffmann, erster und langjähriger Bürgermeister von Wernigerode nach der Wende, der angesichts der Erfahrungen mit der NDP in seiner Stadt und im Landkreis die Parallelen von gewalttätiger Sprache, von Begriffen rassistischer und völkischer Ausgrenzung, der überheblichen Selbstermächtigung zum Volk gestern und heute betonte. Gauland war damals noch in der CDU, Höcke blieb mit seinem völkischen Geschichtsrevisionismus im Klassenzimmer - schlimm genug. Doch heute greift die historische Ignoranz, massiv und bundesweit Jahrzehnte erarbeiteter bundesdeutscher Erinnerungskultur und -politik an, pöbelt respektlos gegen Wissen und Argument, schwadroniert von "deutschem Soldatenstolz" und preist deutsche Leitkultur gegen überfremdung an.

Aleida Assmann hat dazu in ihrer Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an sie und ihren Mann Jan gesagt: "Die Nation ist kein Heiliger Gral, der vor Befleckung und Entweihung - Stichwort Vogelschiss - zu retten ist, sondern ein Verbund von Menschen, die sich auch an beschämende Episoden ihrer Geschichte erinnern und Verantwortung übernehmen für die ungeheuren Verbrechen, die in ihrem Namen begangen wurden." (zit. n. SZ v.15.10.2018)

Ausdrücklich bezogen sich beide auf ein Vorgängerpaar: Den Preisträger von 1958 Karl Jaspers und seine Laudatorin Hannah Arendt, die nach dem Zivilisationsbruch der NS-Zeit um die Humanitas in Politik und Gesellschaft gerungen haben. Aneignen von Wissen, Schaffung von Erkenntnis, öffentliche und argumentative Debatte unter der unabweisbaren Prämisse, dass der Mensch das Recht hat, Mensch zu sein, dass dies Menschenrecht und Menschenwürde ausmacht, die nicht ein Gran zur Debatte stehen dürfen.

Das ist der Grundsatz, von dem sich Arbeit an Geschichte in einer reflektierenden und in ihrem demokratischen Selbstverständnis sich immer wieder selbst verständigenden Gesellschaft leiten lassen muss.

Wir haben das die letzten 20 Jahre versucht und wir sind willens und von ungebremstem Tatendrang - trotz der im Alter zunehmenden Zipperlein -, dies mit Ihrer Hilfe und Ihren Interventionen in öffentlicher Debatte fortzusetzen. So lade ich Sie deshalb am 9. November zum Gedenken und Nachdenken anlässlich des 80sten Jahrestags der Reichspogromnacht von 1938 um 17 Uhr nach Bad Harzburg in den Badepark und danach ins Gemeindehaus der Lutherkirche ein. Vielen Dank.



| verein || spurensuche || 20 jahre || rede || peter schyga || || 65 Mal gelesen, zuletzt am 13.12.2018 um 09:10:00 |