- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
Dokumentation: Veranstaltung - Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertrieben nach 1945
Vortrag und Präsentation der Veranstaltung vom 21. Januar 2016 in Jürgenohl

Publikationen zur Zeitgeschichte - insbesondere NS-Zeit und ihren Nachwirkungen
Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Forschungskonzept

Historisches Forschungsprojekt:
Goslar in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1953)

Konzept

Auschwitz und die Nachkriegszeit: Das Beschweigen und die Integration des IG-Farben Funktionärs aus Monowitz H. Schneider in die Stadtgesellschaft Goslars
Vortrag

UNSER HARZ: Gedenkstätte "Russenfriedhof" am Massengrab der Sprengstoff-Fabrik Tanne in Clausthal-Zellerfeld
Pressemitteilung zur Ausgabe Januar 2014

Dr. Peter Schyga. NS-Macht und evangelische Kirche in Bad Harzburg
Neuerscheinung.

Peter Lehmann: geachtet - geleugnet - geehrt. Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode
Neuerscheinung. Pressemitteilung.

Frank Baranowski. Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929 - 1945
Neuerscheinung. Rezension

Nachreichung: Goslar und die Harzburger Front - die Radikalisierung des Bürgertums.
Vortrag im Rahmen der Ausstellungspräsentation am 26.4.2012 im Kreishaus Goslar

Nachreichung: Im Gleichschritt zur Diktatur? Der "Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten" in der Harzburger Front1
Vortrag

Nachreichung: Zur Einführung in die Ausstellungspräsentation am 24.4.2012 im Kreishaus Goslar
Rede

NS-Geschichte der Goslarer Fa. H.C. Starck aufgearbeitet - Bd. 5 "Spuren Harzer Zeitgeschichte"
Presseinformation

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Die Formierung des "Rechtsextremismus der Mitte"

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Vortragsmanuskript: Frieden undenkbar?

Politisches Frühjahr 1933: Terror und Gewalt - Begeisterung und Jubel
Vortrag von Dr. Peter Schyga

Nachreichung: Rede von Peter Schyga während der Ausstellungseröffnung zur Harzburger Front in Wernigerode
Redeprotokoll

Auf den Spuren der NS-Kriegswirtschaft im Harz
Artikel zum Thema in "Der Zeppelin" erschienen

"Festung Harz - Die extreme Rechte im Landkreis Goslar und der niedersächsischen Harzregion"
Vortragsveranstaltung am Freitag, den 27. August um 19:00 Uhr, in der Jugendherberge Goslar, Rammelsberger Straߟe 25, Raum Rammelsberg

"Geschichte und Geschichten aus Hahndorf am Harz, Band 1"
Neue Chronik von Hahndorf erschienen

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Dokumentation des Symposiums

Der Reichsnährstand in der Reichsbauernstadt - Eine symbiotische Beziehung?
Redebeitrag von Dr. Peter Schyga auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Wie die Nazis die Bauern betrogen
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Das Erntedankfest als Einfallstor für die religiöse üœberhöhung des "Führers"
Redebeitrag von Helmut Liersch auf dem Symposium "Erntedank und Blut und Boden"

Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Ausstellungskatalog - Neuerscheinung

Vorstellung der neuen Broschüre "NS-Zwangsarbeit in Seesen am Harz - ein fehlendes Kapitel Stadtgeschichte"
08.12.2009, 12:00Uhr, Bürgerhaus Seesen

Pressemitteilung
Dokumentation zur Harzburger Front aufgrund der großen Nachfrage in Neuauflage erschienen

Neuerscheinung: "Du sollst keinen Gott haben neben mir"
Neuerscheinung - Buchveröffentlichung am 09. Oktober 2009 in der Marktkirche

Katalog zur Ausstellung "Harzburger Front - Im Gleichschritt in die Diktatur"
Neuerscheinung - Ausstellungskatalog

Ein mahnendes Zeitdokument in Bildern
Neuerscheinung - NS-Zeit in Herzberg

Ausstellung Harzburger Front
Ausstellungsflyer zum Download

Beitrag in - Der Harly - Von Wöltingerode zum Muschelkalkkamm
Artikel über den Harly in der NS-ZEit

Neue Broschüre: Arbeiten für Groß-Deutschland - Zwangsarbeit in Bad Lauterberg
Pressemitteilung

Von der Ausgrenzung zur Vernichtung - Leben und Leiden Goslarer Juden 1933 - 1945
Ausstellung in der Marktkirche Goslar vom 09. - 26. Nov

Neuerscheinung - Zwangsarbeit bei Gebr. Borchers/H.C. Starck - "Briefe meines Vaters 1943 - 1945"
Im Februar 1943 wurde Max Dalkowski bei einer Straßenrazzia in Warschau festgenommen...

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 2
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Harzburger Front von 1931 - Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik.

Spuren Harzer Zeitgeschichte Heft 1
Spurensuche Goslar e.V. (Hrsg.): Die Reichspogromnacht am 09./10. Nov 1938 in Goslar.

Holocaust-Gedenktag 2007
Dokumentation der Veranstaltung in Langelsheim

Die NS-Rüstungsaltlast "Werk Tanne"
Sprengstoffproduktion im Harz

Rundgang durch die "Reichsbauernstadt"
Stätten der NS-Herrschaft in Goslar

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 2
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

NS-Zwangsarbeitslager im Westharzgebiet - ein verdrängtes Stück Industrie- und Heimatgeschichte- Teil 1
Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Deutschland und im Harz

Buchbesprechung - Dr. Peter Schyga: Goslar 1918 - 1945
Von der nationalen Stadt zur Reichsbauernstadt des Nationalsozialismus - Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Quellen und Literaturverzeichnis
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Anhang - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 11
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 10
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 9
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 8
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 7
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 6
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 5
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 4
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 3
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 2
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 1
Zwangsarbeit in Bad Lauterberg

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 3
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 2
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

Von Dora bis zum Bahnhof Oker - Teil 1
Eine Spurensuche auf der Route der Todesmärsche der Südharzer KZ-Häftlinge vom Apr 1945 im Westharz

1944/45: Der Bau der Helmetalbahn
Sklavenarbeit mitten in unserer Heimat

Die verdrängte Vergangenheit
Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit in Nordthüringen, 65 Abb., 15-seitiger Dokumentenabdruck

Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar
Verein Spurensuche Goslar e.V., Wolfgang Janz, Erinnerungsstätten an Unmenschlichkeiten des Nationalsozialismus im Landkreis Goslar, Goslar 2003

Spurensuche Goslar in der Bundestagsdebatte
Deutscher Bundestag, 114. Sitzung, Berlin, Donnerstag, den 6. Juli 2000

"Gebt uns unsere Würde wieder" - Die Briefe
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

"Gebt uns unsere Würde wieder"
Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945

Von "Dora" bis zum Bahnhof Oker
Das Wegzeichenprojekt Westharz und der Marsch des Lebens

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 1

Stadtarchiv Bad Lauterberg
KptLt a.D. Helmut Lüder


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Unbekannte russische Arbeiterin


Bad Lauterberg im Harz

2006

Inhaltsverzeichnis


Vorwort

Einleitung

Politische und demographische Rahmenbedingungen

- Entwicklung des Einsatzes, politische Rahmenbedingungen
- Herkunft, Altersstruktur und Geschlechterverteilung

Arbeitgeber

Rekrutierung

- Rekrutierung im Herkunftsland
- Wanderungen/ Versetzungen innerhalb Deutschlands
- Entlassungen von Kriegsgefangenen in den Zivilarbeiterstatus

Lebensbedingungen

- Unterbringung
- Lebensumstände, Versorgung
- Gesundheitszustand der Ausländer
- Krankenfürsorge
- Todesfälle und Todesursachen
- Familien, Geburten und Eheschließungen

Kontakte zwischen deutscher Bevölkerungn und Ausländern

Überwachung und Repression

Zusammenfassung

Anlagen

- Dokumente und Lagepläne

Quellen- und Literaturverzeichnis



Vorwort

Zwangsarbeit, Deportation und Arbeitseinsätze von Kriegsgefangenen sind Themen, welche in den Jahren nach dem "Zweiten Weltkrieg" von vielen Bürgern verdrängt wurden. "Nur nicht daran rühren, es gibt Wichtigeres zu tun" war die Devise dieser Zeit. Aber auch in den Schulen wurde dieses Problemfeld nicht angesprochen. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, daß in den fünfziger Jahren dieses Thema überhaupt im Unterricht behandelt wurde. Die damals noch vorhandenen Rudimente der Barackenlager in Bad Lauterberg/Odertal waren Flüchtlingslager oder Sozialunterkünfte, das was sie vorher waren, Unterkünfte für ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene (POWs), wurde nicht erwähnt. Das wußte man, behielt es aber für sich. Heute, nach mehr als 50 Jahren, weiß kaum noch ein Einwohner etwas über diese Zeit und die Menschen, die dort unter teilweise menschenunwürdigen Verhältnissen arbeiten und leben mußten.

Im Archivbestand der Stadt Bad Lauterberg gab es bisher keine zusammenfassende Darstellung über die Zwangsarbeit von ausländischen Arbeitnehmern und alliierten Kriegsgefangenen der Jahre 1939 bis 1946. Die vom Stadtarchiv aufgrund von Anfragen der Landeskoordinierungs-stelle für die Nachweisbeschaffung von Unterlagen für Zwangsarbeiter im HSA Niedersachsen in Hannover im Jahr 2002 initiierte Zusammenfassung der noch vorhandenen Dokumente beruht ausschließlich auf städtischen und kirchlichen Unterlagen. Die historische Aufarbeitung dieses Kapitels der Stadtgeschichte kommt leider 50 Jahre zu spät. Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen und noch weniger Personen, die auch bereit sind, über diese Zeit zu sprechen. Viele Lücken in den Personenstandsdaten konnten nicht geschlossen und standesamtliche, sowie auch kirchliche Daten nicht vorbehaltlos übernommen werden. Die amtlichen und kirchlichen Beurkundungen sind, nach heutigem Verständnis, unvollständig und teilweise nur unter Vorbehalt zu betrachten. Erschwerend kommt hinzu, daß für Bad Lauterberg und die Ortsteile Barbis und Osterhagen nur unvollständige Meldekarteien oder Meldebücher vorhanden sind und für den Ortsteil Bartolfelde die Meldekarteien bzw. Meldebücher für Ausländer fehlen und nicht mehr existent sind.

Die urkundlichen Einträge in die Kirchenbücher der ev.-luth. Kirchen, St. Andreas, St. Petri, St. Bartoldi, und St. Martini, der röm.-kath. Kirche St. Benno, der Friedhofsverwaltungen und dem Standesamt Bad Lauterberg sind vielfach nicht kongruent. Die Namen, Vornamen, Nationalitäten und Lebensdaten weichen in Schreibweise und kalendarischen Größen in vielen Fällen voneinander ab. Als Todeszeugen für den urkundlichen Nachweis im Standesamt wurden z.B. keine wirklichen Todeszeugen angegeben, sondern nur ein Eintrag:

Todesanzeige erstattet die "verantwortliche Pflegerin der Krankenbaracke" oder "der Beerdigungsübernehmer XYZ".

Nach intensiven Gesprächen mit den wenigen noch vorhandenen Zeitzeugen wurde deutlich, daß in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 nur eine Notbesetzung in der Stadtverwaltung tätig war. Der Bürgermeister der Gemeinde war Führer der SS und vielfach mit anderen Aufgaben betraut. Ab 1942/43 war er nicht mehr in der Stadt und wurde von einem Ratsmitglied (Beigeordneten) vertreten. Einige Amtsträger der Partei (NSDAP) waren gleichzeitig in die städtische Verwaltung eingebunden und übernahmen Verwaltungsarbeiten in ganzen Teilbereichen. Aufgrund der Gleichschaltung von Amt und Mandat war es verständlich, daß eine parteilose Verwaltung nicht mehr gegeben war und jeder Verwaltungsakt durch die nationalsozialistische Brille betrachtet wurde.

Die kirchlichen Verwaltungen wurden aufgrund der kritischen Distanz zwischen Kirche und Staat im NS- Regime nicht unbedingt kontaktiert. Daher ist es auch zu erklären, daß z.B. Bestattungen von Zwangsarbeitern und ausländischen Kriegsopfern auf dem kircheneigenen Bergfriedhof von Bad Lauterberg und den anderen Friedhöfen der heutigen Ortsteile stattgefunden haben, ohne Kenntnis der Kirchen- oder der Friedhofsverwaltung.

Einleitung

Diese Abhandlung wurde allein von der Archivgemeinschaft der Stad Bad Lauterberg erstellt, sie hat sich ohne Auftrag dieses Themas angenommen. Befragungen von Zeitzeugen im Rahmen der monatlichen Zusammenkünfte des "Kurhausstammtisches"1 erbrachten nicht die erhofften Informationen dieser Zeit. Im Verlauf der zweijährigen Recherche konnte dann ein Schattenriss der Arbeit erkannt werden und mit der Zusammenstellung der einzelnen Kapitel begonnen werden. Die Arbeit wurde 2004 in einer ersten Druckversion erstellt. Die Aufbereitung für die Internetveröffentlichung erfolgte 2006.

Die Sichtung des noch verbliebenen Materials ergab, daß es nicht sinnvoll sein würde, das Thema Zwangsarbeit insgesamt zu behandeln, sondern nur einen Teilbereich daraus. Unfreiwillige Arbeit wurde von den unterschiedlichsten Personengruppen während des Zweiten Weltkrieges geleistet. Sie begann bei den deutschen Arbeitnehmern, die aufgrund von Verordnungen und Erlassen zur Arbeit in der Bad Lauterberger Rüstungsindustrie zwangsverpflichtet wurden und endete bei den zwangsverpflichteten ausländischen Zivilarbeitern. Für Ausländer kamen vor allem vier Einsatzmöglichkeiten in Frage2:

1. die Arbeit als Kriegsgefangener,
2. die Arbeit als Häftling in einem Konzentrationslager,
3. die Arbeit als Angehöriger der Organisation "Todt" (OT), und
4. die Arbeit als sogenannter ausländischer Zivilarbeiter.

Diese Ausarbeitung beschränkt sich, abgesehen von kleinen Anmerkungen, auf die Gruppe der ausländischen Zivilarbeiter und ihrer Familien {4.)}. Auf den Terminus "Zwangsarbeiter" wurde nach Möglichkeit verzichtet, da wie bereits vermerkt auch andere Personengruppen, z.B. deutsche Arbeitnehmer mehr oder weniger großem Zwang bei der Wahl des Arbeitsplatzes ausgesetzt waren. Für die anderen Personengruppen {1. bis 3.} sind im Stadtarchiv Bad Lauterberg keine ausreichenden Archivalien vorhanden um qualifizierte Aussagen machen zu können. Die Quellenlage bei den ausländischen Zivilarbeitern erlaubt allerdings keine lückenlose Dokumentation aller Facetten des Einsatzes dieser Personengruppen in Bad Lauterberg. Sie gestattet aber einen hinreichenden Einblick in die totalitären Strukturen der NS-Arbeitswelt. Da eine genaue Unterscheidung zwischen Zwangsarbeit und freiwilliger Arbeit von ausländischen Arbeitskräften aus der vorhandenen Aktenlage heraus nicht erkennbar ist, wird in der Abhandlung der generalisierende Begriff Zwangsarbeiter vermieden und durch eine neutrale Benennung wie z.B. ausländischer Arbeitnehmer ersetzt. Selbst dieses ist noch problematisch3, denn Polen und Tschechen waren z.T. Einwohner des Deutschen Reiches oder kamen aus Gebilden, deren staatsrechtlicher Status ihnen nach Ansicht des nationalsozialistischen Regimes keine eigene Staatsangehörigkeit zugestand (Protektorat Böhmen und Mähren oder Generalgouvernement).

Bei den Graphiken und Tabellen werden für die Nationen, die in dieser Arbeit mehr oder weniger angesprochen werden, jeweils die u.a. internationalen Kennbuchstaben eingesetzt. Diese Tabelle wurde noch um die Personenzahl ergänzt, wobei zu bemerken ist, daß diese Personen in Bad Lauterberg von 1939 bis 1945 gemeldet bzw. zeitweilig gemeldet waren.

Tabelle 1

KennungNationAnzahl der Personen
AÖsterreich ??1 Person
BBelgien415 Personen
CHSchweiz1 Person
CZTschechien und Slowakei35 Personen
D/NLunsichere Nationalität Deutschland/Niederlande1 Person
DKDänemark1 Person
ESTEstland76 Personen
FFrankreich308 Personen
GBGroßbritannien14 Personen
HUngarn6 Personen
HRKroatien 43 Personen
IItalien 709 Personen
LVLettland 3 Personen
LTLitauen6 Personen
NLNiederlande 141 Personen
PLPolen400 Personen
PL/SU/STLunsichere Nationalität, Polen/ehemalige Sowjetunion/staatenlos3 Personen
RORumänien10 Personen
SLOSlowenien16 Personen
SUehemalige Sowjetunion1929 Personen
YUehemaliges Jugoslawien 23 Personen
(*)ungeklärte Nationalität22 Personen
(**)Volksdeutsche66 Personen
Summe4259 Personen


Fußnoten
1 Lockere Zusammenkunft von alteingesessenen Bad Lauterberger Bügern zur Pflege von heimatlichen Gegebenheiten und Geschehnissen.
2 Der Ausländereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 9.
3 ebd. P. 11.



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